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Chalazion und Hordeolum (Gerstenkorn)

Von

James Garrity

, MD, Mayo Clinic College of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Jan 2018
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Quellen zum Thema

Chalazien und Hordeola (Gerstenkörner) sind plötzlich auftretende, lokalisierte Schwellungen der Lider. Ein Chalazion wird durch einen nichtinfektiösen Verschluss einer Meibom-Drüse verursacht, während ein Hordeolum meist durch eine Infektion verursacht wird. Beiden Krankheitsbilder verursachen zunächst eine Lidhyperämie und ein Lidödem mit Schwellung und Schmerzen. Mit der Zeit entwickelt sich aus einem Chalazion ein kleines, unempfindliches Knötchen in der Lidmitte, während das Hordeolum schmerzhaft und am Lidrand lokalisiert bleibt. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Die Therapie besteht primär in warmen Kompressen. Beide Lidveränderungen bessern sich spontan, aber durch eine Inzision oder – bei Chalazien – intraläsionale Corticosteroidinjektion lässt sich die Rückbildung beschleunigen.

Chalazion

Ein Chalazion ist eine nichtinfektiöse Obstruktion einer Meibom-Drüse, die zu einer Extravasation von Reizstoffen (Lipiden) in das Lidbindegewebe mit einer fokalen sekundären granulomatösen Entzündung führt. Störungen, die anomal dickflüssige Meibom-Drüsen-Sekrete verursachen (z. B. Funktionsstörung der Meibom-Drüsen, Acne rosacea), erhöhen das Risiko einer Obstruktion der Meibom-Drüsen.

Hordeolum

Ein Hordeolum (Gerstenkorn) ist eine akute, lokalisierte Schwellung des Lids, die extern oder intern sein kann und gewöhnlich eine pyogene (typischerweise Staphylokokken) Infektion oder ein Abszess darstellt. Die meisten Hordeola sind extern und entstehen durch die Obstruktion und Infektion eines Wimpernfollikels und der angrenzenden Zeis- oder Moll-Drüsen. Eine Follikelobstruktion kann mit einer Blepharitis assoziiert sein. Das viel seltenere interne Hordeolum entsteht durch die Infektion einer Meibom-Drüse. Manchmal geht eine Phlegmone mit einem Hordeolum einher.

Symptome und Beschwerden

Chalazien und Hordeola verursachen beide eine Lidrötung, Schwellung und Schmerzen.

Chalazion

Zunächst ist das Lid diffus geschwollen. Gelegentlich ist das Lid massiv geschwollen, sodass das Auge vollständig geschlossen ist. Nach 1 bis 2 Tagen lokalisiert sich ein Chalazion in einigem Abstand zur Lidkante über dem Tarsus. Typischerweise entwickelt sich ein kleiner, schmerzloser Knoten oder Klumpen. Innerhalb von 2–8 Wochen drainiert ein Chalazion gewöhnlich durch die innere Oberfläche des Lides oder wird spontan resorbiert; nur selten hält es länger an. Je nach Größe und Lage kann ein Chalazion die Hornhaut einbeulen, was in leichtem Verschwommensehen resultiert.

Hordeolum

Nach 1–2 Tagen lokalisiert sich ein externes Hordeolum am Lidrand. Es können tränende Augen, Photophobie und ein Fremdkörpergefühl vorliegen. Typischerweise entwickelt sich eine kleine gelbliche Pustel, die von einer Hyperämie, Schwellung und diffusen Ödemen umgeben wird, an der Basis der Wimper. Innerhalb von 2–4 Tage rupturiert die Läsion und Sekret (oft Eiter) wird abgesondert, wodurch die Schmerzen gelindert werden und die Läsion abheilt.

Wie beim Chalazion sind Schmerzen, Rötung und Ödem im hinteren Tarsokonjunktivalbereich die Symptome eines internen Hordeolums. Die Entzündungen können schwerwiegend sein, manchmal mit Fieber oder Schüttelfrost. Bei Inspektion der tarsalen Konjunktiva ist eine kleine Prominenz oder ein gelblicher Bezirk über der infizierten Drüse zu erkennen. Später bildet sich ein Abszess. Eine spontane Ruptur ist selten, aber wenn sie auftritt, tritt sie in der Regel an der Lidbindehaut auf und bricht manchmal durch die Lidhaut. Rezidive sind häufig.

Diagnose

  • Klinische Beurteilung

Die Diagnose eines Chalazions und beider Arten von Hordeola wird klinisch gestellt; während der ersten 2 Tage können sie jedoch klinisch eventuell nicht unterschieden werden. Da interne Hordeola so selten sind, werden sie gewöhnlich nicht vermutet, außer wenn die Entzündung schwerwiegend ist oder Fieber oder Schüttelfrost auftreten. Ein Chalazion oder Hordeolum in der Nähe des inneren Lidwinkels muss von einerDakryozystitis und Canaliculitis unterschieden werden, die meistens ausgeschlossen werden kann, wenn man berücksichtigt, welche Stelle am stärksten induriert und am empfindlichsten ist (z. B. das Lid beim Chalazion, die Stelle unter dem medialen Lidwinkel in der Nähe der Nasenseitenwand bei der Dakryozystitis und über dem Punctum bei der Canaliculitis.. Chronische Chalazien, die nicht auf die Therapie ansprechen, müssen zum Ausschluss eines Lidtumors biopsiert werden.

Therapie

  • Heiße Kompressen

  • Manchmal Drainage oder medikamentöse Therapie, wie Kortikosteroid-Injektion (bei Chalazia) oder orale Antibiotika (bei Hordeola)

Heiße Kompressen für 5–10 Minuten 2- oder 3-mal pro Tag können dazu genutzt werden, die Rückbildung von Chalazien und externen Hordeola zu beschleunigen.

Chalazion

Bei einem Chalazion können Inzision und Kürettage oder eine intraläsionale Corticosteroidtherapie (0,05–0,2 ml Triamcinolon [25 mg/ml]) indiziert sein, wenn es groß und unansehnlich ist oder trotz mehrwöchiger konservativer Therapie persistiert.

Hordeolum

Ein externes Hordeolum, das nicht auf heiße Kompressen reagiert, kann mit einer scharfen, spitzen Klinge inzidiert werden. Systemische Antibiotika (z. B. Dicloxacillin oder Erythromycin, 4-mal/Tag p.o.) sind indiziert, wenn ein Hordeolum mit einer präseptalen Cellulitis assoziiert ist.

Ein internes Hordeolum wird mit Antibiotika (p.o.) und bei Bedarf mit Inzision und Drainage behandelt Auf lokale Antibiotika spricht es gewöhnlich nicht an.

Wichtige Punkte

  • Chalazien und Hordeola verursachen anfänglich eine Lidhyperämie und ein Lidödem, eine Schwellung und Schmerzen und sind eventuell für einige Tage klinisch nicht zu differenzieren.

  • Ein Hordeolum bleibt schmerzhaft und lokalisiert sich am Lidrand.

  • Heiße Kompressen können die Rückbildung einer jeden Läsion beschleunigen.

  • Andere Behandlungen, die erforderlich sein können, umfassen intraläsionale Corticosteroide (bei Chalazien) und Inzision und/oder Antibiotika (bei Hordeola).

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