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Syndrom mit Serotonin

Von

David Tanen

, MD, David Geffen School of Medicine at UCLA

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Quellen zum Thema

Ein Serotonin-Syndrom ist eine potenziell lebensbedrohliche Arzneimittelreaktion, die tendenziell zu einer hohen Körpertemperatur, Muskelspasmen und Angst oder Delirium führt.

Serotonin ist eine chemische Substanz, die Impulse zwischen den Nervenzellen überträgt. Ein Serotonin-Syndrom entsteht durch erhöhte Stimulation der Serotoninrezeptoren im Gehirn, in der Regel durch Drogen. Ein Serotonin-Syndrom kann durch Verwendung von Arzneimitteln, Überdosis einiger Drogen und am häufigsten durch unabsichtliche Arzneimittelwechselwirkungen entstehen, d. h., wenn zwei Arzneimittel, die für sich jeweils Serotoninrezeptoren stimulieren, gleichzeitig eingenommen werden. Ein Serotonin-Syndrom kann in allen Altersgruppen auftreten.

Tabelle
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Einige Medikamente, die ein Serotonin-Syndrom verursachen können:

Gruppe

Arzneimittel

Antidepressiva: Monoaminoxidase-Hemmer

Phenelzin

Selegilin

Tranylcypromin

Bupropion

Nefazodon

Trazodon

Venlafaxin

Citalopram

Escitalopram

Fluoxetin

Paroxetin

Sertralin

Antidepressiva: Trizyklische Antidepressiva

Amitriptylin

Desipramin

Doxepin

Imipramin

Nortriptylin

Trimipramin

Stimulanzien des Zentralnervensystems (ZNS)

Methamphetamin

Methylphenidat

Phentermin

Sibutramin

Halluzinogene

Lysergsäurediethylamid (LSD)

5-Methoxy-Diisopropyltryptamin („Foxy Methoxy“)

Kräuter

Muskatnuss

Steppenraute

5-Hydroxytryptamin (5-HT1)-Agonisten (Triptane)

Almotriptan

Eletriptan

Frovatriptan

Naratriptan

Rizatriptan

Sumatriptan

Zolmitriptan

Buprenorphin

Fentanyl

Hydrocodon

Meperidin

Oxycodon

Pentazocin

Tramadol

Andere

Buspiron

Chlorpheniramin

Dextromethorphan

Granisetron

5-Hydroxytryptophan

Levodopa

Lithium

Metoclopramid

Olanzapin

Ondansetron

Risperidon

Ritonavir

Tryptophan

Valproat

Symptome

Die Symptome beginnen häufig 24 Stunden nach Einnahme der Substanz. Die Schwere der Symptome kann sehr schwanken. Betroffene können an Angst, Unruhe oder Unrast, Schreckhaftigkeit und Delirium mit Verwirrung leiden. Zittern oder Muskelspasmen, Muskelstarre, schneller Herzschlag, Bluthochdruck, hohe Körpertemperatur, Schwitzen, Schüttelfrost, Erbrechen und Durchfall können auftreten.

Die Symptome legen sich üblicherweise innerhalb von 24 Stunden wieder, aber es gibt Symptome, die je nachdem, wie lange der Körper benötigt, um das Medikament zu verstoffwechseln, auch länger anhalten können.

Diagnose

  • Typische Symptome, die eine Person entwickelt, wenn sie eine Substanz nahm, die bekanntlich ein Serotonin-Syndrom verursacht:

Die Diagnose stützt sich allein auf die Untersuchung des Arztes, die Symptome der Person, des Befunds der körperlichen Untersuchung (vor allem des Nervensystems) und die Vorgeschichte zur Einnahme der Substanzen, die sich auf die Serotoninrezeptoren auswirken.

Es gibt keine Tests zur Bestätigung der Diagnose, aber Blut- und Urintests könnten erforderlich sein, um andere Krankheiten, die hohes Fieber und ähnliche Symptome verursachen, auszuschließen und Komplikationen festzustellen.

Behandlung

  • Absetzen der Substanzen, die sich auf die Serotoninrezeptoren auswirken

  • Verschreibung eines Beruhigungsmittels

Wird ein Serotonin-Syndrom erkannt und rasch behandelt, ist die Prognose in der Regel gut.

Alle Substanzen, die sich auf die Serotoninrezeptoren auswirken, müssen abgesetzt werden. Leichte Symptome können häufig mit einem Beruhigungsmittel (zum Beispiel mit Benzodiazepin) gelindert werden. Die Symptome klingen in der Regel zwischen 24 und 72 Stunden ab. Daher müssen die meisten Betroffenen für weitere Tests, Behandlung und Überwachung stationär untergebracht werden.

In schweren Fällen ist die Einweisung in eine Intensivstation erforderlich. Die Person wird bei Bedarf gekühlt (z. B. durch Benetzen des Körpers mit Wasser und Luftkühlung mit einem Ventilator). Die Temperatur des Betroffenen muss eventuell häufig oder sogar durchgehend gemessen werden. Andere Maßnahmen zur Behandlung von Organstörungen müssen unter Umständen ebenfalls ergriffen werden. In manchen Fällen, wenn die Symptome nicht rasch abklingen, kann ein Serotoninblocker, wie etwa Cyproheptadin verabreicht werden.

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