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Schluckauf

Von

Norton J. Greenberger

, MD, Brigham and Women's Hospital

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2018| Inhalt zuletzt geändert Mai 2018
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Quellen zum Thema

Schluckauf sind wiederholte unwillkürliche Spasmen des Zwerchfells, gefolgt von schnellem, geräuschvollem Schließen der Stimmritze. Das Zwerchfell ist der Muskel, der die Brust vom Bauch trennt und für jeden Atemzug verantwortlich ist. Die Stimmritze ist die Öffnung zwischen den Stimmbändern, die verschlossen wird, um den Luftstrom in die Lungen zu stoppen. Schluckauf ist bei Männern häufiger.

Kurze Episoden von Schluckauf (über wenige Minuten) sind sehr häufig. Gelegentlich hält ein Schluckauf einige Zeit an, selbst bei gesunden Menschen. Manchmal kann ein Schluckauf länger als 2 Tage oder sogar länger als 1 Monat anhalten. Diese längeren Episoden werden als anhaltend oder intraktabel (schwierig zu behandeln oder zu heilen) bezeichnet. Die längeren Episoden sind selten, können aber ziemlich unangenehm sein.

Ursachen

Ärzte wissen nicht, warum es zu Schluckauf kommt, man glaubt aber, dass eine Reizung der Nerven oder der Hirnanteile zur Kontrolle der Atemmuskulatur (einschließlich des Zwerchfells) beteiligt ist.

Kurze Episoden von Schluckauf haben häufig keine offensichtliche Ursache, werden jedoch manchmal durch Folgendes ausgelöst:

  • Geblähter Magen

  • Alkoholkonsum

  • Schlucken von heißen oder reizenden Substanzen

In diesen Fällen setzt der Schluckauf meist in einer geselligen Situation ein, vielleicht ausgelöst durch eine Kombination von Lachen, Reden, Essen und Trinken (besonders von Alkohol). Manchmal ist das Schlucken heißer oder reizender Nahrung oder Flüssigkeit die Ursache. Ein Schluckauf tritt häufiger dann auf, wenn die Kohlendioxidkonzentration im Blut abnimmt. Das kann z. B. durch Hyperventilation geschehen.

Anhaltende oder intraktable Episoden von Schluckauf haben manchmal ernstere Ursachen (siehe Tabelle: Einige Ursachen und Merkmale von anhaltendem oder intraktablem Schluckauf). Beispielsweise kann das Zwerchfell durch Lungenentzündung, Operationen an Brust oder Magen oder durch Abfallprodukte, die sich bei Fehlfunktion der Nieren im Blut ansammeln (Urämie), gereizt werden. Nur selten ist ein Hirntumor oder ein Schlaganfall mit Auswirkungen auf das Atemzentrum im Gehirn für den Schluckauf verantwortlich.

Wenn die Ursache ernst ist, besteht der Schluckauf tendenziell, bis die Ursache beseitigt ist. Ein Schluckauf aufgrund eines Hirntumors oder Schlaganfalls kann sehr schwer zu unterbrechen und sehr ermüdend sein.

Beurteilung

Kurze Episoden von Schluckauf müssen nicht durch einen Arzt beurteilt werden. Die folgenden Informationen können bei anhaltendem Schluckauf dabei helfen zu entscheiden, ob eine Beurteilung durch einen Arzt erforderlich ist und erklären, was bei der Beurteilung zu erwarten ist.

Warnsignale

Bei Menschen mit Schluckauf sind bestimmte Symptome und Charakteristika besorgniserregend. Hierzu gehören

  • Neurologische Symptome (wie Kopfschmerzen, Schwäche, Taubheitsgefühl und Verlust des Gleichgewichts)

Wann ein Arzt zu konsultieren ist:

Personen mit Schluckauf und Warnzeichen sollten sofort einem Arzt vorgestellt werden. Personen ohne Warnzeichen sollten einen Arzt aufsuchen, wenn der Schluckauf länger als 2 oder 3 Tage anhält.

Was der Arzt unternimmt:

Der Arzt stellt zunächst Fragen zu den Symptomen und zur Krankengeschichte des Patienten. Anschließend führt er eine körperliche Untersuchung durch. Die Befunde in der Krankengeschichte und bei der körperlichen Untersuchung deuten häufig auf eine Ursache für den Schluckauf und die eventuell erforderlichen Untersuchungen hin (siehe Tabelle: Einige Ursachen und Merkmale von anhaltendem oder intraktablem Schluckauf).

Die Krankengeschichte konzentriert sich darauf, wie lange der Schluckauf anhält, welche Heilmittel die Person versucht hat und ob er vor kurzem krank war oder operiert worden ist. Ärzte fragen die Personen außerdem, ob Folgendes vorlag:

  • Symptome von gastroösophagealem Reflux

  • Schwierigkeiten beim Schlucken

  • Husten, Fieber oder Brustschmerzen

  • Neurologische Symptome (wie Kopfschmerzen und/oder Probleme beim Laufen, Sprechen, Reden oder Sehen)

Ärzte fragen die Personen auch nach ihrem Alkoholkonsum.

Die körperliche Untersuchung konzentriert sich auf eine vollständige neurologische Untersuchung. Eine allgemeine Untersuchung ergibt meist nicht viel, Ärzte suchen jedoch nach Zeichen einer chronischen Erkrankung wie z. B. starkem Abbau von Muskeln und Fettgewebe (Kachexie).

Tabelle
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Einige Ursachen und Merkmale von anhaltendem oder intraktablem Schluckauf

Ursache

Häufige Merkmale*

Untersuchungen

Speiseröhre

Sodbrennen (brennende Schmerzen, die im Oberbauch beginnen und bis zum Rachen wandern, manchmal mit saurem Geschmack im Mund)

Schmerzen im Brustkorb

Manchmal Husten, Heiserkeit oder beides

Die Symptome werden manchmal durch Hinlegen ausgelöst

Besserung mit Antazida

Ärztliche Untersuchung

Manchmal wird versucht, mit einer medikamentösen Behandlung die Säureproduktion zu unterdrücken

Manchmal Endoskopie des oberen Verdauungstrakts (Untersuchung der Speiseröhre und des Magens mit einem biegsamen Betrachtungsschlauch)

Bauchraum

Bauchoperation (vor Kurzem)

Offensichtlich kürzliche Operation in der Krankengeschichte

Ärztliche Untersuchung

Schmerzen im rechten Oberbauch unter dem Brustkorb

Manchmal Übelkeit und Erbrechen

Ultraschall

Ein allgemeines Krankheitsgefühl (Malaise)

Appetitlosigkeit

Übelkeit und manchmal Erbrechen

Manchmal dunkle Verfärbung des Urins, dann gelbliche Verfärbung der Haut und des Weißen im Auge (Gelbsucht)

Leichte Beschwerden im rechten Oberbauch

Bluttests

Leberkrebs (einschließlich Krebserkrankungen, die in die Leber streuen)

Lange bestehende Beschwerden im Oberbauch

Gewichtsverlust

Erschöpfung

Ultraschall, CT oder MRT des Bauches

Starke, konstante Schmerzen im Oberbauch

Normalerweise Erbrechen

Bluttests

Schwangerschaft

Normalerweise eine ausgefallene Menstruationsperiode

Manchmal morgendliche Übelkeit und/oder Brustschwellung

Schwangerschaftstest

Brustkorb

Operation im Brustkorb (vor Kurzem)

Offensichtlich kürzliche Operation in der Krankengeschichte

Ärztliche Untersuchung

Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis)

Scharfe Brustschmerzen, die sich mit der Atmung und beim Husten verschlimmern

Elektrokardiographie (EKG)

Entzündung des zwerchfellnahen Anteils der Membran, die die Lungen umgibt (Pleura) (diaphragmatische Pleuritis)

Scharfe Brustschmerzen, die sich mit der Atmung und beim Husten verschlimmern

Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs

Husten, Fieber, Schüttelfrost und Brustschmerzen

Manchmal Kurzatmigkeit

Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs

Sonstiges

Vorgeschichte mit exzessivem Alkoholkonsum

Ärztliche Untersuchung

Bestimmte Hirntumoren oder Schlaganfälle

Manchmal bei Menschen, die einen Schlaganfall hatten oder einen Tumor haben

Manchmal wiederkehrende Kopfschmerzen und/oder Probleme beim Laufen, Sprechen, Reden oder Sehen

MRT und/oder CT des Gehirns

Normalerweise bei Personen mit bekanntem Nierenversagen

Bluttests

*Die Merkmale umfassen die Symptome und die Befunde der ärztlichen Untersuchung. Die genannten Merkmale sind typisch, treten aber nicht immer auf.

CT = Computertomographie; MRT = Magnetresonanztomographie.

Tests

Ärzte führen bei Personen mit kurzem Schluckauf generell keine Tests durch.

Personen mit Warnzeichen oder bei denen der Schluckauf persistiert und keine offensichtliche Ursache hat, sollten untersucht werden. Die Ärzte beginnen typischerweise mit Blutuntersuchungen, einer Röntgenaufnahme des Thorax und einem Elektrokardiogramm (EKG). Andere Tests werden auf Grundlage der weiteren Symptome der Personen durchgeführt (siehe Tabelle: Einige Ursachen und Merkmale von anhaltendem oder intraktablem Schluckauf). Wenn diese Tests keine Ursache ergeben, können Ärzte eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns und eine Computertomographie (CT-Scan) des Thorax durchführen, selbst wenn die Personen keine weiteren Symptome aufweisen, die speziell mit diesen Bereichen zusammenhängen.

Behandlung

Der beste Weg, Schluckauf zu behandeln, ist die Behandlung der zu Grunde liegenden Erkrankung. Ärzte verabreichen Betroffenen zum Beispiel Antibiotika bei Lungenentzündung und Protonenpumpenhemmer bei gastroösophagealer Refluxkrankheit.

Kurzer Schluckauf

Fast jeder Schluckauf verschwindet mit oder ohne Behandlung. Viele Hausmittel wurden verwendet, um kurzen Schluckauf zu behandeln. Die meisten funktionieren nicht oder sind nur wenig wirksam. Da diese Heilmittel jedoch in der Regel sicher und einfach anzuwenden sind, schadet es nicht, sie auszuprobieren. Viele Methoden sind Wege, um den Kohlendioxidspiegel im Blut anzuheben, wie z. B.:

  • Luft anhalten

  • Tief in eine Papiertüte (keine Plastiktüte) atmen

Andere Methoden sollen den Nervus vagus stimulieren, der vom Gehirn zum Magen läuft. Dieser Nerv kann wie folgt stimuliert werden:

  • Schnelles Trinken von Wasser

  • Schlucken von trockenem Brot, Kristallzucker oder zerstoßenem Eis.

  • Vorsichtiges Ziehen an der Zunge

  • Stimuliertes Würgen (wie z. B. beim Finger in den Rachen stecken)

  • Vorsichtiges Reiben der Augäpfel

Anhaltender und intraktabler Schluckauf

Ein anhaltender Schluckauf erfordert eine Behandlung, besonders dann, wenn sich die Ursache nicht leicht beseitigen lässt. Verschiedene Medikamente sind mit unterschiedlichem Erfolg eingesetzt worden. Dazu gehören unter anderem Chlorpromazin, Baclofen, Metoclopramid und Gabapentin.

Wenn Medikamente nicht funktionieren, können Ärzte einen der Nervi phrenici blockieren, die die Kontraktionen des Zwerchfells kontrollieren. Ärzte blockieren den Nerv, indem sie geringe Mengen des Lokalanästhetikums Procain hineinspritzen. Wenn der Schluckauf trotz erfolgreicher Nervenblockierung wiederkehrt, können Ärzte den Nerv chirurgisch durchtrennen (Phrenikotomie), aber selbst dieses Verfahren bringt nicht in allen Fällen eine Heilung.

Wichtigste Punkte

  • Die Ursache ist gewöhnlich unbekannt.

  • Manchmal, wenn auch selten, liegt eine ernste Erkrankung vor.

  • Die Beurteilung eines Arztes ergibt typischerweise keine Ursache, sollte jedoch bei anhaltendem oder intraktablem Schluckauf erfolgen.

  • Es gibt zahlreiche Heilmittel, aber keines ist überlegener oder wirksamer als die anderen.

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