Überblick über die Funktionsstörungen des Gehirns

VonJuebin Huang, MD, PhD, Department of Neurology, University of Mississippi Medical Center
Überprüft vonMichael C. Levin, MD, College of Medicine, University of Saskatchewan
Überprüft/überarbeitet Geändert Sept. 2025
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Hirnschäden können viele Arten von Funktionsstörungen verursachen. Solche Funktionsstörungen reichen von vollständiger Bewusstlosigkeit (wie im Koma) über Desorientierung und Aufmerksamkeitsstörung (wie beim Delir) bis hin zur Beeinträchtigung einer oder mehrerer spezifischer Funktionen, die zu bewussten Erfahrungen beitragen.

Die Art und Schwere der Funktionsstörung des Gehirns ist abhängig von:

  • Dem Umfang des Hirnschadens

  • Der Lage des Hirnschadens

  • Wie schnell die zugrunde liegende Erkrankung fortschreitet

Die Funktionsstörung des Gehirns ist möglicherweise:

  • Lokalisiert (fokal): Auf einen bestimmten Bereich begrenzt

  • Diffus (global): Ausgedehnt

Ursachen einer Funktionsstörung des Gehirns

Die beschränkte Funktionsstörung des Gehirns tritt in einem bestimmten Teil des Gehirns auf und wird durch Störungen verursacht, wie z. B. in folgenden Fällen:

Diffuse Funktionsstörungen des Gehirns betreffen große Teile des Gehirns und werden von Störungen hervorgerufen, wie zum Beispiel:

  • Stoffwechselstörungen, wie ein niedriger Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie) oder eine geringe Sauerstoffkonzentration im Blut (Hypoxie – gewöhnlich infolge einer Lungen- oder Herzerkrankung oder häufig aufgrund eines Atmungs- oder Herzstillstands)

  • Infektionen, wie Meningitis und Enzephalitis

  • Sehr hoher Blutdruck oder sehr niedriger Blutdruck

  • Erkrankungen, welche die Blutgefäße betreffen, wie Vaskulitis (Entzündung der Blutgefäße)

  • Krebs, der sich über mehrere Bereiche des Gehirns oder das Gewebe, das das Gehirn und Rückenmark umgibt (Meningen) ausgebreitet hat

  • Erkrankungen, die eine fortschreitende Degeneration des Gehirns verursachen, wie die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzerkrankungen

Störungen in einer bestimmten Gehirnregion können ebenfalls eine diffuse Funktionsstörung des Gehirns hervorrufen, wenn dadurch Schwellungen verursacht oder Druck auf einen großen Bereich des Gehirns ausgeübt wird. Zu diesen Erkrankungen gehören die folgenden:

  • Hirnabszesse

  • Große Hirntumore

  • Schwere oder stumpfe Kopfverletzungen

COVID-19 ist hauptsächlich eine Atemwegserkrankung, kann jedoch auch viele andere Organe im Körper, einschließlich des Gehirns, betreffen. Das Virus, das COVID-19 hervorruft, kann eine umfassende Funktionsstörung des Gehirns verursachen, was zu Problemen im Zusammenhang mit dem Nervensystem (neurologische Störungen) sowie der psychischen Gesundheit führt. Einige dieser Probleme können nach der Genesung von der akuten Erkrankung bestehen bleiben.

Bestimmte Arzneimittel, wie Opioide (Narkotika), einige Beruhigungsmittel (Benzodiazepine und Barbiturate) sowie Antidepressiva, können zu diffusen Hirnfunktionsstörungen führen, wenn der Medikamentenspiegel im Blut zu hoch ist oder bei besonders empfindlichen Menschen (häufig bei älteren Erwachsenen).

Schädigung bestimmter Gehirnregionen und ihre Folgen

Unterschiedliche Areale des Gehirns kontrollieren spezifische Funktionen. Welche Gehirnregion geschädigt ist, entscheidet daher darüber, welche Funktion verloren geht.

Symptome einer Funktionsstörung des Gehirns

Art und Schwere der Funktionsstörung des Gehirns hängen von der Lage des Hirnschadens ab als auch davon, ob das gesamte Gehirn (diffus) oder nur ein Teil (lokal) betroffen ist. Wenn die Hirnrinde (die äußere Schicht des Großhirns, der größte Teil des Gehirns) beschädigt ist, ist das Ausmaß der Funktionsstörung häufig proportional zum Ausmaß des Schadens: Je größer der Schaden, desto schwerer ist wahrscheinlich die Funktionsstörung. Jedoch können Schäden einiger Gehirnregionen schwere Funktionsstörungen verursachen, auch wenn der beschädigte Bereich klein ist. Wenn das Stammhirn (der lebenswichtige Körperfunktionen und Bewusstseinsebenen reguliert) beschädigt ist, kann schon ein relativ kleiner Schaden zum Koma und sogar zum Tod führen.

Rasch fortschreitende Störungen führen mit größerer Wahrscheinlichkeit zu mehr merklichen Symptomen einer Gehirnfunktionsstörung als langsam fortschreitende Störungen. Ein schwerer Schlaganfall verursacht beispielsweise eher merkliche Symptome als ein langsam wachsender Tumor. Das Gehirn kompensiert allmähliche Veränderungen einfacher als schnelle Veränderungen.

Plötzlich auftretende diffuse Hirnschäden betreffen zudem meistens das Bewusstsein, führen zu Benommenheit, der Betroffene ist schwer aufzurütteln (Stupor) oder ein Aufrütteln ist unmöglich (Koma). Wenn der diffuse Hirnschaden langsamer fortschreitet, ist das Bewusstsein weniger häufig beeinträchtigt und die Betroffenen bleiben in der Regel wach und sind leicht zu wecken. Lokale Schäden betreffen meist bestimmte Funktionen.

Prognose bei Funktionsstörungen des Gehirns

Zwei Eigenschaften des Gehirns tragen zu seiner Fähigkeit bei, Ausfälle zu kompensieren und sich nach einer Schädigung zu erholen:

  • Redundanz: Eine Hirnfunktion kann von mehr als einer Gehirnregion übernommen werden. Bereiche mit überlappenden Funktionen können manchmal Funktionsverluste ausgleichen.

  • Plastizität: Nervenzellen in bestimmten Bereichen können sich so verändern, dass sie neue Funktionen übernehmen können.

Wussten Sie ...

  • Manchmal können andere Gehirnregionen die Funktionen des geschädigten Bereichs übernehmen.

Infolgedessen übernehmen unbeschädigte Hirnregionen manchmal Funktionen einer geschädigten Region und tragen damit zur Wiederherstellung bei. Mit zunehmendem Lebensalter verringert sich die Fähigkeit des Gehirns jedoch, Funktionen von einem Bereich in einen anderen zu verlagern. Einige Funktionen, wie das Sehen, können nicht von anderen Gehirnbereichen übernommen werden. Eine direkte Schädigung eine solchen Bereichs bedeutet dann häufig eine dauerhafte Schädigung.

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