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Skin Picking Disorder (Exkoriationsstörung)

Von

Katharine A. Phillips

, MD, Weill Cornell Medical College;


Dan J. Stein

, MD, PhD, University of Cape Town

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2018| Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
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Bei der Skin Picking Disorder (Exkoriationsstörung) zupfen die Betroffenen wiederholt an ihrer Haut herum und verletzen sie damit.

  • Das Skin Picking geht aber möglicherweise ein Gefühl der Anspannung oder Angst voraus, und das Hautzupfen kann dieses Gefühl lindern.

  • Ärzte diagnostizieren diese Störung, wenn Menschen so sehr an ihrer Haut herumzupfen oder nagen, dass sie sich verletzen; wenn sie versuchen, ihr Verhalten zu beenden und dies aber nicht schaffen, und wenn sie ihr eigenes Verhalten deutlich belastet oder ihre Funktionsfähigkeit beeinträchtigt.

  • Eine kognitive Verhaltenstherapie, die speziell auf die Exkoriationsstörung ausgerichtet ist und bestimmte Antidepressiva oder N-Acetylcystein können helfen, die Symptome zu lindern.

Die Exkoriationsstörung ist eine Art der Zwangsstörungen. Personen mit dieser Störung knibbeln und kratzen zwanghaft an ihrer Haut. Sie tun dies nicht, um eine unschöne Stelle zu entfernen (was bei Personen mit körperdysmorpher Störung der Fall ist). Einige Betroffene kratzen an gesunder Haut. Andere kratzen an Schwielen, Pickeln oder Krusten.

Das Skin Picking beginnt oft im Jugendalter, kann jedoch auch in einem anderen Alter anfangen. Ungefähr 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. 75 Prozent davon sind Frauen.

Symptome

Die Methoden und Stellen, an denen die Betroffenen kratzen, variieren von Person zu Person. Manche Betroffene weisen viele wunde und vernarbte Stellen auf. Andere haben nur wenige Narben oder wunde Stellen. Die Stellen, an denen gekratzt wird, können sich mit der Zeit ändern.

Einige Personen kratzen mehr oder weniger automatisch an ihrer Haut, ohne darüber nachzudenken. Andere sind sich der Handlung bewusst.

Die Betroffenen kratzen sich nicht, weil sie wegen ihres Äußeren besorgt sind. Dem Skin Picking geht aber möglicherweise ein Gefühl der Spannung oder Angst voraus, und das Kratzen kann dieses Gefühl lindern. Dem schließt sich ein Gefühl der Befriedigung an.

Viele Handlungen (Rituale) können das Skin Picking begleiten. Die Betroffenen können akribisch nach einer Kruste einer bestimmten Art suchen, um daran zu kratzen. Sie reißen die Kruste vielleicht auf eine bestimmte Art ab, zum Beispiel mit den Fingern oder einem Hilfsmittel, wie einer Pinzette. Eventuell beißen sie auf der Kruste herum oder schlucken sie, nachdem sie diese abgerissen haben.

Die meisten Personen mit Exkoriationsstörung rupfen sich auch wiederholt die Haare aus, kauen ihre Nägel oder ihre Wange oder führen andere körperbezogene repetitive Handlungen aus. Einige Betroffene kratzen die Haut anderer Personen.

Den Betroffenen ist ihr Aussehen möglicherweise peinlich oder sie schämen sich dafür oder ihre Unfähigkeit ihr Verhalten zu kontrollieren. Infolgedessen vermeiden sie möglicherweise Situationen, in denen andere die Hautschäden sehen können. Normalerweise kratzen sie sich nicht vor anderen, abgesehen von Familienmitgliedern. Viele Betroffene versuchen, die Hautschäden mit Kleidung oder Make-up zu kaschieren. Die Personen sind möglicherweise wegen ihres Kontrollverlusts verzweifelt und versuchen wiederholt, das Kratzen an der Haut zu unterbinden.

Menschen mit Exkoriationsstörung versuchen in der Regel, das Hautzupfen zu unterbinden oder zu verringern, schaffen dies aber nicht.

Bei übermäßigem Skin Picking kann dies zu Narbenbildung, Infektionen, starken Blutungen und sogar zu einer schweren Infektion des Blutkreislaufs führen (Septikämie).

Viele Menschen mit Exkoriationsstörung leiden auch an anderen psychischen Gesundheitsstörungen, wie einer Zwangsstörung, Trichotillomanie und Depression.

Die Symptome variieren hinsichtlich der Intensität, können sich aber ein Leben lang fortsetzen.

Diagnose

  • Ärztliche Beurteilung auf der Basis bestimmter diagnostischer Kriterien

Ärzte stützen die Skin-Picking-Diagnose auf folgende Symptome:

  • Starkes Hautkratzen, sodass die Haut geschädigt wird

  • Wiederholter Versuch, das Zupfen zu unterdrücken

  • Gefühl tiefer Verzweiflung oder beeinträchtigte Arbeits- und Lebensweise aufgrund der Handlungen

Behandlung

  • Medikamente

  • Kognitive Verhaltenstherapie

Eine Behandlung mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (einer Art Antidepressivum) oder N-Acetylcystein kann wirksam sein.

Eine kognitive Verhaltenstherapie – vor allem das Habit-Reversal-Training mit Schwerpunkt auf die Exkoriationsstörung – kann auch zur Verringerung der Symptome beitragen. Beim Habit-Reversal-Training lernen die Patienten Folgendes:

  • sich seiner Handlungen besser bewusst werden

  • Situationen identifizieren, die diese Handlung auslösen

  • Strategien einsetzen, die ihnen helfen, sich selbst am Skin Picking zu hindern, z. B., indem sie diese durch eine andere Handlung ersetzen (etwa ihre Faust ballen, Stricken oder auf ihren Händen sitzen)

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