Beim Eigengeruchswahn (oft auch als Olfaktorisches Referenz-Syndrom bezeichnet) haben Betroffene die Zwangsvorstellung, dass sie einen unangenehmen, übelriechenden oder abstoßenden Körpergeruch haben, obwohl dies nicht zutrifft.
Personen mit Eigengeruchswahn (olfaktorisches Referenzsyndrom) glauben, einen abstoßenden Körpergeruch abzugeben (wie Mundgeruch oder Schweißgeruch), obwohl dies nicht zutrifft. Diese Vorstellung ist für sie sehr quälend und schränkt in der Regel ihre Arbeits- und Lebensweise ein, indem sie diese z. B. daran hindert, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Der Eigengeruchswahn hat Ähnlichkeiten mit körperdysmorphen Störung und zählt zu den Zwangsstörungen und ähnlichen Erkrankungen.
Für gewöhnlich nehmen Personen mit Eigengeruchswahn aufgrund dieser Fixierung wiederholt bestimmte Handlungen vor, wie zum Beispiel übertriebenes Duschen, Zähneputzen oder Kontrollieren ihres Körpers auf Gerüche (z. B. indem sie an sich selbst riechen). Diese Menschen verwenden Hilfsmittel, wie übermäßig viel Parfüm, Deodorant oder Mundwasser, um den Geruch zu überdecken, der ihrer Meinung nach von ihnen ausströmt. Sie können auch davon ausgehen, dass sich andere weit weg von ihnen setzen, sich die Nase zuhalten oder sie wegen ihres Geruchs schief ansehen.
Eine Behandlung mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern oder Clomipramin (eine Art Antidepressivum, die auf einen chemischen Stoff im Gehirn namens Serotonin wirkt) kann wirksam sein. Ein Antipsychotikum wird manchmal ergänzend zu einem dieser Medikamente verabreicht.
Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie, die denen ähneln, die für eine körperdysmorphe Störung zum Einsatz kommen (kognitive Umstrukturierung [Modifizierung von Denkmustern], Konfrontationstherapie und Reaktionsverhinderung), können hilfreich sein.
