Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

Lädt...

Genetische Veranlagung und Ansprechen auf Arzneimittel

Von

Shalini S. Lynch

, PharmD, University of California San Francisco School of Pharmacy

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Aug 2019| Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Quellen zum Thema

Unterschiede in der genetischen Veranlagung (Erbinformation) beeinflussen, was der Körper mit einem Arzneimittel macht und wie das Arzneimittel auf den Körper wirkt. Die Untersuchung der genetisch bedingten Unterschiede im Ansprechen auf Arzneimittel nennt man Pharmakogenetik. In manchen Fällen kann der Spiegel eines Enzyms, das Medikamente verstoffwechselt, gemessen werden, bevor die Therapie begonnen wird. Dies sollte vor der Verordnung in Betracht gezogen werden.

Manche Menschen verarbeiten (verstoffwechseln) aufgrund ihrer genetischen Veranlagung Arzneimittel nur langsam. Dadurch kann sich ein Arzneimittel im Körper anreichern und toxisch wirken. Andere wiederum verarbeiten Arzneimittel so rasch, dass der Arzneimittelspiegel im Blut nach einer normalen Dosis nie hoch genug wird, um eine Wirkung zu zeigen.

Bei etwa der Hälfte der US-Bevölkerung arbeitet die N-Acetyltransferase, ein Leberenzym, das bestimmte Arzneimittel verstoffwechselt, nur langsam. Solche Menschen werden als Langsam-Azetylierer bezeichnet. Arzneimittel wie Isoniazid (zur Behandlung von Tuberkulose), die von diesem Enzym verarbeitet werden, erreichen bei Langsam-Azetylierern höhere Konzentrationen im Blut und bleiben länger im Körper als bei Menschen, bei denen dieses Enzym Arzneimittel rasch verstoffwechselt (Schnell-Azetylierer).

Etwa 1 von 1.500 Menschen weist einen niedrigen Spiegel von Pseudocholinesterase auf, einem Blutenzym, das Arzneimittel wie Succinylcholin, das manchmal bei chirurgischen Eingriffen zur zeitweiligen Muskelentspannung verabreicht wird, deaktiviert. Wenn Succinylcholin nur langsam deaktiviert wird, hält die Muskelentspannung länger an und Patienten können nach einer Operation unter Umständen nicht so schnell wieder eigenständig atmen. Sie brauchen dann vielleicht für längere Zeit ein Beatmungsgerät.

Etwa 10 % der schwarzen Männer und ein geringerer Anteil der schwarzen Frauen haben zu wenig Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase (G6PD), ein Enzym, das die roten Blutkörperchen vor bestimmten giftigen Chemikalien schützt. Bei Menschen mit G6PD-Mangel zerstören manche Arzneimittel, wie z. B. die Malariamittel Chloroquin und Primaquin, die roten Blutkörperchen und verursachen eine hämolytische Anämie.

Bei 1 von 20.000 Menschen liegt ein genetischer Defekt vor, der Muskeln überempfindlich auf inhalierte Anästhetika (Narkosemittel) wie Halothan, Isofluran und Sevofluran reagieren lässt. Wenn solche Patienten eines dieser Anästhetika zusammen mit einem muskelentspannenden Mittel erhalten (üblicherweise Succinylcholin), kann sich daraus eine lebensbedrohliche maligne Hyperthermie entwickeln. Es kommt zu sehr hohem Fieber. Weitere Symptome sind Muskelversteifung, Herzrasen und Blutdruckabfall.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Überblick über Absorption, Verstoffwechselung und...
Video
Überblick über Absorption, Verstoffwechselung und...
Inhalatoren
Video
Inhalatoren
Manche Menschen haben aufgrund von Erkrankungen, die die Atemwege einengen, wie bei Asthma...

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN