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Wirksamkeit und Sicherheit

Von

Shalini S. Lynch

, PharmD, University of California San Francisco School of Pharmacy

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Wichtige Ziele bei der Entwicklung neuer Arzneimittel sind Wirksamkeit (Effektivität) und Sicherheit. Weil alle Arzneimittel sowohl schaden als auch nutzen können, ist Sicherheit ein relativer Begriff. Den Unterschied zwischen der üblicherweise wirksamen Dosis und der Dosis, die schwere oder gar lebensbedrohliche Nebenwirkungen hervorruft, bezeichnet man als Sicherheitsspielraum. Ein breiter Sicherheitsspielraum ist wünschenswert. Aber bei der Behandlung schwerer Erkrankungen oder mangels anderer Optionen muss oft ein geringerer Grad an Sicherheit akzeptiert werden. Wenn schon die normale wirksame Dosis schädliche Nebenwirkungen auslöst (toxisch ist), wird dieses Mittel nur eingesetzt, wenn es unumgänglich ist und es keine bessere Alternative gibt.

Die meisten Arzneimittel sind wirksam und weitgehend verträglich. Ein solches Arzneimittel ist beispielsweise Penicillin. Abgesehen von den Menschen, die allergisch darauf reagieren, ist Penicillin auch in hoher Dosierung nicht toxisch. Barbiturate hingegen, die früher als Schlafmittel weitverbreitet waren, können die Atmung beeinflussen, den Blutdruck gefährlich senken und bei Überdosierung sogar zum Tod führen. Neuere Schlafmittel, wie Temazepam und Zolpidem, haben einen breiteren Sicherheitsspielraum als Barbiturate.

Nicht immer stehen wirkungsvolle Arzneimittel mit einem breiten Sicherheitsspielraum und wenig Nebenwirkungen zur Verfügung. Infolgedessen müssen einige Arzneimittel verwendet werden, obwohl sie nur einen geringen Sicherheitsspielraum haben. Warfarin etwa, eines der Arzneimittel, welches die Bildung von Blutgerinnseln verhindern soll, kann Blutungen verursachen. Es wird nur dann eingesetzt, wenn dessen Nutzen das Risiko überwiegt. Wer Warfarin einnimmt, sollte sich regelmäßig untersuchen lassen, um festzustellen, ob das Arzneimittel das Blut zu sehr, zu wenig oder genau richtig gerinnen lässt.

Clozapin ist ein weiteres Beispiel. Dieses Arzneimittel hilft häufig Schizophrenie-Patienten, die auf keine anderen Arzneimittel ansprechen. Aber Clozapin hat eine schwerwiegende Nebenwirkung: Clozapin kann die Produktion von weißen Blutkörperchen, die vor Infektionen schützen, beeinträchtigen. Daher müssen sich Patienten, die Clozapin einnehmen, häufigen Blutuntersuchungen unterziehen.

Damit eine Behandlung möglichst sicher und wirksam ist, sollten Patienten den Arzt über ihre Krankengeschichte, gegenwärtig eingenommene Medikamente (auch rezeptfreie Arzneimittel) und Nahrungsergänzungsmittel (auch pflanzliche Präparate) sowie über andere gesundheitlich wichtige Dinge informieren. Darüber hinaus sollte sich niemand scheuen, den Arzt oder Apotheker zu bitten, ihm die Behandlungsziele, die möglichen unerwünschten Wirkungen oder andere Probleme zu erläutern, um aktiv an der Behandlung mitwirken zu können.

Optimale Ergebnisse aus der Arzneimittelbehandlung ziehen

Patienten können zur Sicherheit und Wirksamkeit ihrer Behandlung beitragen, indem sie ihren Arzt, das Pflegepersonal oder den Apotheker darüber informieren:

  • welches medizinische Problem vorliegt

  • welche Arzneimittel (verschreibungspflichtig bzw. freiverkäuflich) und Nahrungsergänzungsmittel sie in den vergangenen Wochen eingenommen haben

  • ob Allergien oder ungewöhnliche Reaktionen auf Arzneimittel, Nahrungsmittel oder andere Substanzen bestehen

  • ob sie eine besondere Diät einhalten oder bestimmte Nahrungsmittel meiden

  • ob sie schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder stillen

Außerdem können Patienten helfen, indem sie

  • den Markennamen und/oder den generischen Namen eines Arzneimittels sowie den Grund der Einnahme kennen

  • die Beipackzettel von Arzneimitteln vor der Einnahme aufmerksam lesen, unabhängig davon, ob es sich um ein rezeptpflichtiges oder ein rezeptfreies Arzneimittel handelt

  • wissen, wofür ein Arzneimittel eingenommen wird, ob es wirksam ist und welche Nebenwirkungen möglich sind

  • wissen, wie lange das Arzneimittel eingenommen werden sollte

  • auf Anraten keinen Alkohol trinken

  • eine Kapsel oder Tablette nur auf ärztlichen Rat kauen, teilen oder zerdrücken

  • zum Abmessen flüssiger Arzneimittel keine Haushaltslöffel verwenden

  • wissen, was zu tun ist, wenn eine Dosis ausgelassen wurde

  • einfache Mittel wie Tabellen oder Tabletten-Organizer zur Unterstützung der zeitgerechten Einnahme verwenden

  • die Arzneimittel an einem geeigneten Ort (kühl, trocken, geschützt vor Sonnenlicht und außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren) aufbewahren

  • abgelaufene Arzneimittel sachgerecht entsorgen

  • niemals verschreibungspflichtige Arzneimittel einer anderen Person einnehmen

  • die empfohlenen Präventionsmaßnahmen wahrnehmen und an empfohlenen Gesundheitsprogrammen teilnehmen

  • eine Arzneimittelliste führen

  • Termine einhalten

  • sich in medizinische Behandlung begeben, sobald ein Problem auftritt

  • bei möglichen Fragen mit ihrem Arzt oder Apotheker Kontakt aufnehmen

Weitere Informationen

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