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Übersicht über chronische Hepatitis

Von

Sonal Kumar

, MD, MPH, Weill Cornell Medical College

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2021| Inhalt zuletzt geändert Jan 2021
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Kurzinformationen

Chronische Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die mindestens 6 Monate andauert.

  • Häufige Ursachen sind Virusinfektionen mit Hepatitis B und C sowie bestimmte Arzneimittel und Drogen.

  • Während die meisten Patienten keine Symptome haben, weisen andere Symptome wie ein unbestimmtes Krankheitsgefühl, Appetitlosigkeit und Müdigkeit auf.

  • Die chronische Hepatitis kann zu einer Zirrhose und schließlich zu Leberkrebs und/oder Leberversagen fortschreiten.

  • Manchmal wird zur Bestätigung der Diagnose eine Biopsie durchgeführt. Eine chronische Hepatitis wird jedoch gewöhnlich anhand von Bluttests diagnostiziert.

  • Arzneimittel wie z. B. Virostatika oder Kortikosteroide können verabreicht werden, und bei einer fortgeschrittenen Erkrankung kann eine Lebertransplantation angezeigt sein.

Ursachen einer chronischen Hepatitis

Die häufigsten Ursachen der chronischen Hepatitis sind

Das Hepatitis-C-Virus verursacht ca. 60 bis 70 Prozent der Fälle einer chronischen Hepatitis. Mindestens 75 Prozent der Fälle von akuter Hepatitis C werden chronisch.

Etwa 5 bis 10 Prozent der Hepatitis-B-Fälle bei Erwachsenen, manchmal mit einer Hepatitis-D-Begleitinfektion Hepatitis D Das Hepatitis-D-Virus infiziert die Leber. Diese Infektion tritt nur bei Hepatitis-B-Patienten auf. Die Hepatitis D kann durch Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten übertragen werden... Erfahren Sie mehr , werden chronisch. (Hepatitis D tritt nicht alleine auf, sondern nur als Begleitinfektion von Hepatitis B). Bei bis zu 90 Prozent der infizierten Neugeborenen sowie 25 bis 50 Prozent der jüngeren Kinder wird eine akute Hepatitis B chronisch.

In seltenen Fällen führt das Hepatitis-E-Virus zu einer chronischen Hepatitis bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem, zum Beispiel bei Einnahme von Immunsuppressiva nach einer Organtransplantation oder von Medikamenten zur Krebsbehandlung oder auch bei HIV-Infektionen.

Hepatitis-A-Viren lösen keine chronische Hepatitis aus.

Die nichtalkoholische Steatohepatitis Fettleber ist eine auffällige Einlagerung von gewissen Fetten (Triglyzeriden) in den Leberzellen. Patienten mit Fettleber fühlen sich möglicherweise müde oder haben leichte Bauchbeschwerden... Erfahren Sie mehr (eine chronische Entzündung der Leber) tritt in der Regel bei Personen mit Übergewicht (Adipositas), Diabetes und/oder auffälligen Blutwerten für Cholesterin oder andere Fette (Lipide) auf. All diese Komponenten sorgen dafür, dass der Körper entweder mehr Fett synthetisiert oder das Fett langsamer verarbeitet (verstoffwechselt) und ausscheidet. In der Folge bildet sich überschüssiges Fett, das dann in den Leberzellen eingelagert wird (dies wird als Fettleber Fettleber Fettleber ist eine auffällige Einlagerung von gewissen Fetten (Triglyzeriden) in den Leberzellen. Patienten mit Fettleber fühlen sich möglicherweise müde oder haben leichte Bauchbeschwerden... Erfahren Sie mehr bezeichnet). Eine Fettleber kann zu einer chronischen Entzündung und letztendlich einer Zirrhose Leberzirrhose Die Zirrhose ist eine weit verbreitete Störung der inneren Struktur der Leber. Sie entsteht, wenn große Mengen des normalen Lebergewebes dauerhaft durch nicht funktionierendes Narbengewebe ersetzt... Erfahren Sie mehr Leberzirrhose führen. (Wenn die Fettleber auf eine andere Ursache als den Konsum großer Mengen an Alkohol zurückzuführen ist, spricht man von nichtalkoholischer Fettleber.)

Nach der Aufnahme über den Verdauungstrakt wird der Hauptteil des Alkohols für gewöhnlich in der Leber abgebaut. Beim Alkoholabbau werden Substanzen freigesetzt, welche die Leber schädigen können. Eine alkoholbedingte Lebererkrankung tritt in der Regel bei Personen auf, die über Monate oder Jahre viel Alkohol trinken. Sie zeichnet sich durch eine Fettleber und eine umfassende Entzündung der Leber aus, was zum Absterben von Leberzellen führen kann. Wenn die Betroffenen weiter trinken, bildet sich Narbengewebe in der Leber, das letztendlich große Teile des normalen Lebergewebes ersetzen kann, was zu einer Zirrhose führt.

Weitaus seltener ist die chronische Hepatitis Folge von

Bei der Autoimmunhepatitis ähnelt die chronische Entzündung jener, die entsteht, wenn körpereigenes Gewebe angegriffen wird (eine Autoimmunreaktion Autoimmunerkrankungen Bei einer Autoimmunerkrankung handelt es sich um eine Fehlfunktion des Immunsystems, bei der der Körper eigenes Gewebe angreift. Was genau zu einer Autoimmunerkrankung führt, ist bislang unbekannt... Erfahren Sie mehr ). Die Autoimmunhepatitis kommt bei Frauen häufiger vor als bei Männern.

Gewisse Arzneimittel können chronische Hepatitis auslösen, besonders wenn sie über lange Zeit eingenommen wurden. Dazu gehören Amiodaron, Isoniazid, Methotrexat, Methyldopa, Nitrofurantoin und Tamoxifen sowie in seltenen Fällen Paracetamol.

Niemand weiß genau, warum bestimmte Viren und Arzneimittel bei manchen Menschen chronische Hepatitis auslösen und bei anderen nicht und warum der Schweregrad unterschiedlich ist.

Wussten Sie ...

  • Eine chronische Hepatitis kann unbemerkt bleiben, bis sich eine Zirrhose entwickelt.

Symptome der chronischen Hepatitis

Bei rund zwei Dritteln der Patienten entwickelt sich die chronische Hepatitis allmählich und verursacht oft keine Symptome einer Lebererkrankung, bis es zu einer Zirrhose kommt. Bei dem anderen Drittel entwickelt sie sich nach einem Anfall einer hartnäckigen oder wiederkehrenden (oft mehrere Wochen später) akuten Virushepatitis.

Die chronische Hepatitis verursacht häufig allgemeine Symptome, wie ein unbestimmtes Krankheitsgefühl (Unwohlsein), Appetitlosigkeit und Müdigkeit. Betroffene Personen haben manchmal leichtes Fieber und Beschwerden im Oberbauch. Eine Gelbsucht Gelbsucht bei Erwachsenen Bei Gelbsucht erscheinen die Haut und das Weiße der Augen gelb. Gelbsucht entsteht durch eine sogenannte Hyperbilirubinämie, bei der sich zu viel Bilirubin (ein gelber Gallenfarbstoff) im Blut... Erfahren Sie mehr Gelbsucht bei Erwachsenen (eine Gelbfärbung der Haut und des Augenweißes, welche durch Ablagerungen überschüssigen Bilirubins verursacht wird) ist selten, es sei denn, es kommt zu Leberversagen. Viele Betroffene mit chronischer Hepatitis zeigen keine Symptome.

Oft treten die ersten spezifischen Symptome auf, wenn die Lebererkrankung fortgeschritten ist und es Hinweise auf eine Zirrhose gibt. Hierzu zählen folgende Symptome

Die Gehirnfunktion verschlechtert sich, weil die stark geschädigte Leber giftige Substanzen nicht wie gewohnt aus dem Blut entfernen kann. Diese Substanzen sammeln sich dann im Blut an und gelangen ins Gehirn. Normalerweise entfernt die Leber diese aus dem Blut, spaltet sie auf und scheidet sie als harmlose Nebenprodukte in die Galle (die grünlich-gelbe Flüssigkeit, welche die Verdauung unterstützt) oder das Blut aus (siehe Funktionen der Leber Die keilförmige Leber ist das größte – und in gewisser Weise komplexeste – Organ im Körper. Als eine Art chemische Fabrik hat sie viele lebenswichtige Funktionen inne: Unter anderem reguliert... Erfahren Sie mehr ). Die Behandlung der hepatischen Enzephalopathie kann verhindern, dass die Verschlechterung der Gehirnfunktion dauerhaft wird.

Das Blut kann nicht mehr normal gerinnen, da die geschädigte Leber nicht mehr genug Proteine synthetisieren kann, die der Blutgerinnung dienen.

Manche Personen haben Gelbsucht Gelbsucht bei Erwachsenen Bei Gelbsucht erscheinen die Haut und das Weiße der Augen gelb. Gelbsucht entsteht durch eine sogenannte Hyperbilirubinämie, bei der sich zu viel Bilirubin (ein gelber Gallenfarbstoff) im Blut... Erfahren Sie mehr Gelbsucht bei Erwachsenen , Juckreiz und hellen Stuhl. Gelbsucht und Juckreiz entstehen, da die geschädigte Leber das Bilirubin nicht wie sonst aus dem Blut entfernen kann. Das Bilirubin sammelt sich dann im Blut an und wird in der Haut abgelagert. Bilirubin ist ein gelbes Farbpigment, das während des normalen Zerfalls von roten Blutkörperchen als Abfallprodukt entsteht. Der Stuhl ist hell, da der Gallenfluss aus der Leber blockiert ist und weniger Bilirubin in den Stuhl abgegeben wird. Das Bilirubin sorgt für die typische braune Farbe des Stuhls.

Die Autoimmunhepatitis kann weitere Symptome hervorrufen, die andere Körpersysteme betreffen, wie zum Beispiel Ausbleiben der Menstruation, Schmerzen und Schwellungen in den Gelenken, Appetitlosigkeit und Übelkeit. Es kann auch zu anderen Autoimmunerkrankungen kommen, wie Typ-1-Diabetes, Colitis ulcerosa, Zöliakie oder Autoimmunerkrankungen, die zu einer Blutarmut (Anämie) oder Entzündung der Schilddrüse oder der Nieren führen.

Bei vielen Menschen schreitet chronische Hepatitis jahrelang nicht fort. Bei anderen wird die Krankheit allmählich schlimmer. Die Prognose hängt zum Teil davon ab, welches Virus dahintersteckt und ob eine Behandlung zur Verfügung steht:

  • Bei etwa 20 bis 30 Prozent der Patienten führt eine unbehandelte chronische Hepatitis C zu einer Zirrhose. Dies kann allerdings jahrzehntelang dauern. Das Risiko für Leberkrebs ist in der Regel nur dann erhöht, wenn eine Zirrhose vorliegt.

  • Chronische Hepatitis B verschlechtert sich manchmal recht schnell, manchmal aber auch über Jahrzehnte und führt schließlich zu einer Zirrhose. Mit chronischer Hepatitis B erhöht sich auch das Risiko für Leberkrebs Primärer Leberkrebs Primärer Leberkrebs ist ein bösartiger Tumor mit Ursprung in der Leber. Der häufigste primäre Leberkrebs ist das hepatozelluläre Karzinom (Leberzellkarzinom). Zunächst verursacht Leberkrebs... Erfahren Sie mehr und das unabhängig von einer Zirrhose. (Bei Lebererkrankungen, die durch andere Erkrankungen verursacht werden, stellt Leberkrebs in der Regel nur dann ein Risiko dar, wenn sich eine Zirrhose entwickelt.) In seltenen Fällen heilt eine chronische Hepatitis B von selbst ab, ohne dass eine Behandlung erfolgt.

  • Eine chronische Doppelinfektion mit Hepatitis B und D führt unbehandelt in bis zu 70 Prozent der Fälle zu einer Zirrhose.

  • Autoimmunhepatitis kann bei den meisten Patienten wirksam behandelt werden, doch manche entwickeln ebenfalls eine Zirrhose.

  • Chronische Hepatitis aufgrund eines Arzneimittels klingt nach Absetzen des Medikaments häufig vollständig ab.

Diagnose einer chronischen Hepatitis

  • Bluttests

  • Gelegentlich eine Biopsie

Der Verdacht auf eine chronische Hepatitis besteht, wenn

  • die Betroffenen typische Symptome aufweisen.

  • (aus anderen Gründen durchgeführte) Bluttests erhöhte Leberenzymwerte ergeben.

  • zuvor eine akute Hepatitis bestand.

Außerdem sollten alle Personen ab 18 Jahren wenigstens einmal auf Hepatitis C getestet werden, unabhängig davon, ob Symptome bestehen oder nicht. Dieser Test wird empfohlen, da Hepatitis C oft unerkannt ist.

Die Untersuchung auf eine chronische Hepatitis beginnt in der Regel mit Bluttests zur Bestimmung der Konzentration von Leberenzymen und anderen von der Leber produzierten Substanzen (Lebertests Tests zu Leberwerten im Blut Lebertests sind Blutuntersuchungen und stellen eine nichtinvasive Möglichkeit dar, vorsorgliche Untersuchungen auf Lebererkrankungen (z. B. Hepatitis bei gespendetem Blut) vorzunehmen und ihren... Erfahren Sie mehr ). Diese Tests können dabei helfen, die Diagnose „Hepatitis“ zu stützen oder auszuschließen, die Ursache zu bestimmen und den Schweregrad des Leberschadens zu beurteilen.

Mithilfe von Bluttests kann der Arzt zudem beurteilen, ob ein Hepatitisvirus die Infektion verursacht. Wird kein Virus festgestellt, sind weitere Bluttests erforderlich, um andere Ursachen, wie die Autoimmunhepatitis, zu bestimmen.

Weitere Untersuchungen können durchgeführt werden, um die Schwere der Leberschädigung zu bestimmen und nach anderen Leberproblemen zu suchen. Tests können Folgendes umfassen

Bei der Ultraschallelastographie und Magnetresonanz-Elastographie werden Schallwellen am Bauch verwendet, um die Steifheit des Lebergewebes zu bestimmen.

Screening auf Leberkrebs

Bei Patienten mit chronischer Hepatitis B (oder Zirrhose infolge einer Lebererkrankung) erfolgt alle 6 Monate ein Screening auf Leberkrebs. Dabei kommen zwei Tests zum Einsatz:

  • Ultraschall

  • Manchmal Messung des Alphafetoproteinspiegels im Blut

Die Alphafetoproteinwerte (ein Protein, das normalerweise von unreifen Leberzellen im Fötus produziert wird) können erhöht sein, wenn sich Leberkrebs bildet.

Behandlung der chronischen Hepatitis

  • Behandlung der Ursache (wie Virostatika bei Hepatitis B oder C)

  • Behandlung von Komplikationen

Wenn ein Arzneimittel die Ursache ist, wird es abgesetzt. Wenn eine andere Erkrankung die Ursache ist, wird diese behandelt. Wenn eine alkoholbedingte Lebererkrankung Behandlung Mit alkoholbedingter Lebererkrankung werden Leberschädigungen bezeichnet, die durch den Konsum von zu viel Alkohol über einen längeren Zeitraum verursacht werden. Im Allgemeinen bestimmt die... Erfahren Sie mehr Behandlung die Ursache ist, empfehlen Ärzte Veränderungen der Lebensweise, hauptsächlich den Verzicht auf Alkohol.

Hepatitis B und C

Bei manchen Patienten tritt die Hepatitis B erneut auf, wenn die Arzneimittelbehandlung abgesetzt wird, und kann sogar stärker werden. Diese Patienten müssen möglicherweise auf unbestimmte Zeit Virostatika einnehmen.

Bei einer chronischen Hepatitis C Hepatitis C, chronisch Eine chronische Hepatitis C bezeichnet eine Entzündung der Leber, die vom Hepatitis-C-Virus verursacht wird und mehr als sechs Monate besteht. Eine Hepatitis C verursacht häufig erst dann Symptome... Erfahren Sie mehr wird allen Patienten die Behandlung mit Virostatika empfohlen, es sei denn, deren Lebenserwartung ist sehr kurz. Die Behandlung kann zwischen acht und 24 Wochen dauern. Bei der Behandlung von Hepatitis C kann das Virus aus dem Körper entfernt werden. Dadurch können die Entzündung gestoppt und die Vernarbungen und das Fortschreiten zu einer Zirrhose verhindert werden.

Nichtalkoholische Steatohepatitis

Bei der nichtalkoholischen Steatohepatitis konzentriert man sich auf die Kontrolle der Umstände, die dazu beitragen. Die Behandlung kann zum Beispiel Folgendes beinhalten:

Autoimmunhepatitis

Normalerweise werden Kortikosteroide (wie z. B. Prednison oder Budesonid) zur Behandlung einer Autoimmunhepatitis zusammen mit Azathioprin eingesetzt, einem Arzneimittel zur Unterdrückung der Immunabwehr. Diese Arzneimittel unterdrücken die Entzündung, lindern die Symptome und verbessern das langfristige Überleben. Trotzdem kann die Vernarbung der Leber langsam fortschreiten.

Da das Absetzen dieser Arzneimittel meistens zu einem Wiederaufflammen der Entzündung führt, müssen die meisten Patienten die Arzneimittel auf unbestimmte Zeit einnehmen. Die Anwendung von Kortikosteroiden über einen langen Zeitraum kann jedoch zu erheblichen Nebenwirkungen führen. Daher wird deren Dosis in der Regel schrittweise reduziert, bis die Kortikosteroide ganz abgesetzt werden können. Anschließend nehmen die Patienten auf unbegrenzte Dauer Azathioprin oder Mycophenolat (andere Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems).

Behandlung von Komplikationen

Lebertransplantation

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Hepatische Enzephalopathie
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