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Verengung der Gallengänge durch AIDS

Von

Ali A. Siddiqui

, MD, Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Nov 2018| Inhalt zuletzt geändert Nov 2018
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Bei Patienten mit AIDS kommt es durch Schwächung des Immunsystems tendenziell zu bestimmten ungewöhnlichen Infektionen. Sie werden als opportunistische Infektionen bezeichnet, da sie ein geschwächtes Immunsystem ausnutzen. Durch diese Infektionen können die Gallengänge verengt sein, was als AIDS-Cholangiopathie bezeichnet wird. Normalerweise sind die Gänge dann letztendlich entzündet und vernarbt.

Bevor die Anwendung von Medikamenten zur Behandlung der HIV-Infektion (antiretrovirale Therapie) weit verbreitet war, kam es bei jedem vierten AIDS-Patienten zu einer AIDS-Cholangiopathie.

Die Erkrankung verursacht Schmerzen im rechten Oberbauch und in der oberen Bauchmitte. Wenn die Infektion den Dünndarm betrifft, kommt es zudem zu Durchfall. Einige Patienten haben Fieber und Gelbsucht (eine gelbliche Verfärbung der Haut und des Weiß im Auge).

Diagnose

  • Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) oder Ultraschalluntersuchung

Zur Bestätigung der Diagnose kann eine ERCP durchgeführt werden, denn damit kann eine Probe des infizierten Gewebes für eine Untersuchung unter dem Mikroskop entnommen werden. Damit kann dann der Organismus bestimmt werden, der die Infektion verursacht. Während der ERCP können zudem die verengten Gallengänge geweitet und somit die Symptome gelindert werden.

Bei einer ERCP wird ein flexibler Betrachtungstubus (Endoskop) mit Operationsbesteck über Mund, Speiseröhre und Magen in den Dünndarm eingeführt ( Erläuterung der endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie). Ein dünner Katheter wird durch das Endoskop und den ringförmigen Muskel zwischen dem Hauptgallengang sowie dem Bauchspeicheldrüsengang und dem Dünndarm (Oddi-Sphinkter) in den Hauptgallengang geschoben. Durch den Katheter wird ein Röntgenkontrastmittel, das auf Röntgenbildern sichtbar ist, in die Gallengänge gespritzt, und es werden Röntgenaufnahmen gemacht, um krankhafte Veränderungen zu entdecken.

Zur Diagnosesicherung kann alternativ eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Sie ist weniger invasiv und sehr genau.

Bluttests zur Beurteilung, wie gut die Leber funktioniert und ob sie beschädigt ist (Leberfunktionstests), werden normalerweise ebenfalls vorgenommen. Die Ergebnisse können die Diagnose bestätigen.

Behandlung

  • Operation

  • Antimikrobielle Präparate

Bei einer ERCP wird ein Instrument durch das Endoskop eingeführt, mit dem der Oddi-Sphinkter aufgeschnitten wird – dieser Eingriff wird endoskopische Sphinkterotomie genannt. Durch das Einschneiden des Oddi-Sphinkters kann die Galle in den Dünndarm gelangen. Durch das Verfahren werden Schmerzen, Gelbsucht und die Entzündung gelindert. Wenn nur ein Teil des Gangs verengt ist, kann ein Schlauch durch ein Endoskop eingeführt werden und an der Stelle platziert werden, um sie zu weiten.

Zur Behandlung der Infektion werden antimikrobielle Medikamente verabreicht.

Weitere Informationen

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