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Coronaviren und akute respiratorische Syndrome (COVID-19, MERS und SARS)

Von

Brenda L. Tesini

, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2020| Inhalt zuletzt geändert Dez 2020
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Coronaviren sind eine große Familie von Viren, die Erkrankungen der Atemwege verursachen, die von einer gewöhnlichen Erkältung bis hin zu einer tödlichen Lungenentzündung reichen.

Es gibt viele verschiedene Coronaviren. Die meisten von ihnen verursachen eine Krankheit bei Tieren. Es sind jedoch 7 Arten von Coronaviren bekannt, die bei Menschen Krankheiten verursachen.

Vier dieser sieben Infektionen mit dem Coronavirus verursachen beim Menschen eine leichte Erkrankung der oberen Atemwege, die Symptome einer gewöhnlichen Erkältung hervorrufen.

Die anderen drei Infektionen mit dem Coronavirus können beim Menschen allerdings viel schwerwiegender sein und haben unlängst zu schweren Ausbrüchen von tödlichen Lungenentzündungen geführt:

  • SARS-CoV-2 ist ein neuartiges Coronavirus, das Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan als Ursache der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) identifiziert wurde und sich seither weltweit verbreitet hat.

  • MERS-CoV wurde 2012 als Ursache des Middle East Respiratory Syndrome (MERS) identifiziert.

  • SARS-CoV wurde 2003 als Ursache für einen Ausbruch des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS) identifiziert, das 2002 knapp vor Jahresende in China ausgebrochen war.

Diese Coronaviren, die schwere Atemwegsinfektionen verursachen, werden von Tieren an Menschen übertragen (zoonotische Erreger).

COVID-19

COVID-19 ist eine akute Atemwegserkrankung, die schwerwiegend sein kann und von einem neu identifizierten Coronavirus verursacht wird, das offiziell als SARS-CoV-2 bezeichnet wird.

COVID-19 wurde erstmals Ende 2019 in Wuhan, China, gemeldet und hat sich seitdem weltweit stark verbreitet. Aktuelle Informationen über die Anzahl der Fälle und Todesfälle finden Sie unter Centers for Disease Control and Prevention: 2019 Novel Coronavirus und in den Situationsberichten der Weltgesundheitsorganisation zum neuartigen Coronavirus (COVID-2019).

Das neu identifizierte Coronavirus, das COVID-19 verursacht, wird SARS-CoV-2 genannt, weil es mit dem Coronavirus, das SARS verursacht, verwandt ist, sich aber leicht von ihm unterscheidet.

Übertragung von COVID-19

Die ersten Infektionen mit COVID-19 wurden mit einem Lebendtiermarkt in der chinesischen Stadt Wuhan in Verbindung gebracht, was darauf hindeutet, dass das Virus von Tieren übertragen wurde, die für den menschlichen Verzehr verkauft wurden.

COVID-19 verbreitet sich hauptsächlich von Mensch zu Mensch, durch Atemtröpfchen, die entstehen, wenn eine infizierte Person hustet, niest, singt, Sport treibt oder spricht. Die Erkrankung wird in der Regel durch engen Kontakt (d. h. sich in einem Zeitraum von 24 Stunden für 15 Minuten oder länger in einem Abstand von etwa 2 Meter oder weniger befinden) mit einer ansteckenden Person übertragen. Das Virus kann sich jedoch auch über längere Strecken hinweg ausbreiten oder unter bestimmten Bedingungen länger in der Luft bleiben. Im Allgemeinen gilt, je enger und länger die Interaktion mit einer infizierten Person dauert, desto höher ist das Risiko für eine Virusübertragung. Zu einer COVID-19-Infektion kann es auch kommen, indem man einen Gegenstand anfasst, auf dem sich das Virus befindet, und dann den eigenen Mund, die Nase oder die Augen berührt. Das Virus wird normalerweise von Menschen übertragen, die an Symptomen der Erkrankung leiden. Es kann jedoch auch von Menschen übertragen werden, bevor diese Symptome zeigen (präsymptomatisch), oder sogar von Menschen, die infiziert sind, jedoch nie Symptome entwickeln (asymptomatisch).

Symptome

Die meisten mit COVID-19 infizierten Menschen haben leichte oder gar keine Symptome, manche werden jedoch schwer krank und sterben. Zu den Symptomen können gehören:

  • Fieber

  • Husten

  • Kurzatmigkeit oder Atembeschwerden

  • Schüttelfrost oder wiederholtes Zittern vor Kälte

  • Erschöpfung

  • Muskelschmerzen

  • Kopfschmerzen

  • Halsschmerzen

  • Neu auftretender Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns

  • Verstopfte oder laufende Nase

  • Übelkeit oder Erbrechen

  • Durchfall

Die ersten Symptome treten gewöhnlich 2 bis 14 Tage nachdem Menschen infiziert wurden auf, am häufigsten innerhalb von 4 bis 5 Tagen.

Das Risiko einer schweren Erkrankung oder das Sterberisiko steigt bei COVID-19-Patienten mit dem Alter an, und ebenso bei Personen die Rauchen oder weitere schwere körperliche Erkrankungen haben, wie Krebs, Herz-, Lungen-, Nieren- oder Lebererkrankungen, Sichelzellanämie, Diabetes, Fettleibigkeit oder das Immunsystem schwächenden Erkrankungen.

Andere schwere Komplikationen umfassen neben Atemwegserkrankungen, die schwerwiegend sein und zum Tod führen können, Folgendes:

Bei Kindern wurde eine als multisystemisches Entzündungssyndrom bei Kindern (MIS-C) bezeichnete seltene Komplikation berichtet, die ggf. mit COVID‑19 zusammenhängt. Die Symptome dieses Syndroms können dem seltenen Kawasaki-Syndrom ähneln und Fieber, Bauchschmerzen und Ausschlag umfassen. Für junge Erwachsene und Erwachsene mittleren Alters wurde eine ähnliche Komplikation berichtet (multisystemisches Entzündungssyndrom bei Erwachsenen [MIS-A]).

Bei den meisten Betroffenen klingen die Symptome über einen Zeitraum von etwa einer Woche ab. Bei einigen Menschen dauern die Symptome jedoch länger an, am häufigsten mit Kurzatmigkeit, Husten und extremer Erschöpfung, die manchmal Wochen bis Monate andauern. Bei diesen Personen weisen Tests zum Nachweis des Virus in der Regel keine aktiven Viren nach und sie werden allgemein nicht als ansteckend eingestuft.

Es ist bekannt, dass die Immunität nach einer Infektion mit anderen Coronaviren nur vorübergehend ist. Die COVID-19-Pandemie hat noch nicht lange genug angedauert, damit Forscher sicher sagen können, wie lange Personen nach einer COVID-19-Erkrankung immun bleiben. Seit kurzem wird jedoch über eine kleine Anzahl an Fällen berichtet, in denen Personen, die sich von COVID-19 erholt hatten, erneut an einem genetisch anderen Stamm von SARS-CoV-2 erkrankt sind. Diese erneute Infektion scheint bisher ziemlich selten zu sein, wenn man in Erwägung zieht, dass Millionen von Menschen COVID-19 gehabt haben, aber die Forscher wissen nicht, was im Laufe der Zeit passieren wird.

Diagnose

  • Tests zur Identifizierung des Virus

Ärzte vermuten COVID-19 bei Personen, die Symptome der Infektion zeigen. Ein vor Kurzem stattgefundener enger Kontakt mit jemandem, der an COVID-19 erkrankt ist, erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Personen, die den Verdacht haben, an COVID‑19 erkrankt zu sein, sollten vor einem Test und vor der Ankunft in einer Klinik erst ihren Arzt anrufen, damit geeignete Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden können.

Virustests, wie ein Test mittels PCR, (Polymerase-Kettenreaktion) können mit Sekreten der oberen und unteren Atemwege durchgeführt werden (Proben aus Nasen- oder Rachenabstrichen oder Speichel), um das Virus nachzuweisen. Tests, die spezifische SARS-CoV-2-Antigene nachweisen, können ebenfalls durchgeführt werden, sind aber im Allgemeinen weniger genau als PCR-Tests. (Siehe auch CDC: Übersicht über Tests auf SARS-CoV-2 [COVID-19].)

Personen sollten auf COVID-19 getestet werden, wenn sie

  • Symptome von COVID-19 aufweisen.

  • Engen Kontakt (ein Abstand von etwa 2 Meter oder weniger über mindesten 15 Minuten in einem Zeitraum von 24 Stunden) mit jemandem hatten, der an einer bestätigten COVID-19-Erkrankung leidet.

  • Dazu aufgefordert oder dafür überwiesen wurden, bei ihrem Arzt oder einer örtlichen oder staatlichen Gesundheitsbehörde getestet zu werden.

HINWEIS: Antikörpertests (auch serologische Tests genannt) helfen dabei, festzustellen, ob die getestete Person kürzlich infiziert war. Dies ist für die Nachverfolgung von Infektionsfällen und für die Erforschung des Virus wichtig. Antikörpertests werden nicht angewendet, um akute Infektionen zu diagnostizieren.

Vorbeugung

Der beste Weg, einer Infektion vorzubeugen, besteht darin, Kontakt mit diesem Virus zu vermeiden, was aber schwierig sein kann, da infizierte Menschen nicht immer wissen, dass sie das Virus haben. Wenn man mit Personen zusammen ist, die nicht im gleichen Haushalt leben, ist es wichtig, die „soziale Distanzierung“ einzuhalten (einen Abstand von etwa 2 Meter zwischen Personen zu halten, die nicht im gleichen Haushalt leben) und eine Gesichtsbedeckung aus Stoff zu tragen, die Mund und Nase bedeckt. Die CDC empfehlen Folgendes:

  • Tragen einer Gesichtsmaske, wenn Sie gesund sind (keine Symptome zeigen) und sich in öffentlichen Umgebungen aufhalten und in der Nähe von Personen sind, die nicht im selben Haushalt leben; insbesondere, wenn andere Maßnahmen der sozialen Distanzierung schwer einzuhalten sind (die Gesichtsbedeckung aus Stoff ist kein Ersatz für soziale Distanzierung)

  • Tragen einer Gesichtsmaske oder einer Gesichtsbedeckung aus Stoff, wenn man selbst krank ist und sich in der Nähe von anderen Menschen aufhält (Gesichtsbedeckungen auf Stoff können aus Haushaltsutensilien gestaltet werden oder zu Hause aus gebräuchlichen Materialien hergestellt werden [siehe CDC's Use of Cloth Face Coverings to Help Slow the Spread of COVID-19])

  • Tragen einer Gesichtsmaske, wenn Sie für eine kranke Person sorgen

Zusätzlich zur sozialen Distanzierung und dem Tragen einer Gesichtsbedeckung aus Stoff, empfehlen die CDC folgende Routinemaßnahmen, um die Verbreitung von Viruserkrankungen der Atemwege zu verhindern (siehe: CDC: Wie man sich und andere schützt):

  • Hände häufig und mindestens 20 Sekunden lang mit Wasser und Seife waschen, insbesondere nach dem Toilettengang, vor dem Essen und nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen

  • Verwendung eines Handdesinfektionsmittels auf Alkoholbasis mit mindestens 60 % Alkohol, wenn Seife und Wasser nicht verfügbar sind

  • Augen, Nase und Mund nicht mit ungewaschenen Händen berühren

  • Engen Kontakt mit kranken Menschen vermeiden

  • Bei Krankheit zu Hause bleiben

  • Beim Husten oder Niesen ein Taschentuch vorhalten und dieses anschließend fortwerfen

  • Gegenstände und Oberflächen, die häufig berührt werden, mit einem handelsüblichen Haushaltsspray oder Reinigungstuch reinigen und desinfizieren

  • Das Befinden auf mögliche Krankheitssymptome hin beobachten und die Temperatur messen, falls Symptome auftreten

Quarantäne und Isolation

Um eine Übertragung zu verhindern, empfehlen die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) Quarantäne- und Isolationsmaßnahmen.

Die Quarantäne gilt für Menschen, die der Erkrankung ausgesetzt waren oder möglicherweise ausgesetzt waren. Sie soll die Bewegungsräume von „engen Kontakten“ trennen und einschränken, um zu sehen, ob sie innerhalb der 14-tägigen Inkubationszeit krank werden. Die folgenden Personen sollten sich für 14 Tage, nachdem sie dem Virus ausgesetzt waren, in Quarantäne begeben:

  • Enge Kontakte, die keine Symptome haben und negativ getestet wurden.

  • Enge Kontakte, die keine Symptome haben und nicht getestet wurden.

Wenn ein enger Kontakt ein positives Testergebnis erhält, dann isoliert sich diese Person für mindestens 10 Tage. Die strenge Einhaltung dieser Maßnahmen hat Erfolg darin gezeigt, die Ausbreitung der Infektion in bestimmten Gebieten zu kontrollieren.

Ein enger Kontakt ist eine Person, die

  • Sich (mit oder ohne Maske) in einem Zeitraum von 24 Stunden für mindestens 15 Minuten in einem Abstand von etwa 2 Meter oder weniger von einer infizierten Person aufgehalten hat, mit Beginn des 24-Stunden-Zeitraums innerhalb von 48 Stunden bevor diese Person Symptome hatte.

Ein enger Kontakt kann auch Personen mit einbeziehen, die

  • Zu Hause jemanden gepflegt haben, der an COVID-19 erkrankt ist.

  • Mit der erkrankten Person direkten körperlichen Kontakt hatten (diese umarmt oder geküsst haben).

  • Ess- oder Trinkgeschirr gemeinsam genutzt haben.

  • Sich im Bereich der Atemtröpfchen (entstanden z. B. durch Niesen oder Husten) der erkrankten Person aufgehalten haben.

Die Isolation ist dafür gedacht, ansteckende Personen von denjenigen zu trennen, die anfällig sind. Folgende Personen sollten sich isolieren:

  • Personen, die krank sind und COVID-19-Symptome aufweisen, aber nicht getestet wurden.

  • Jeder, der positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde (ob Symptome aufgetreten sind oder nicht).

Die Isolation kann im Allgemeinen 10 Tage nach dem Einsetzen der Symptome beendet werden, solange die Person mindestens 24 Stunden lang fieberfrei war, ohne dass sie fiebersenkende Medikamente eingenommen hat, und solange die Symptome besser werden. Bei Personen, die nie Symptome hatten, kann die Isolation 10 Tage nach dem Datum ihres ersten positiven Tests beendet werden.

Impfungen

Am 11. Dezember 2020 erteilte die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für den COVID-19-Impfstoff von Pfizer-BioNTech zur Vorbeugung einer COVID-19-Erkrankung und zur Verabreichung an Personen ab 16 Jahren (siehe FDA-Informationsblatt zum Pfizer-BioNTech-Impfstoff ). Am 18. Dezember 2020 erteilte die US-amerikanische FDA eine Notfallzulassung für einen Impfstoff zur Verabreichung an Personen ab 18 Jahren, der von einem anderen Unternehmen entwickelt wurde (Moderna, siehe FDA-Informationsblatt zum Moderna-Impfstoff). Zahlreiche andere Impfstoffe werden derzeit in klinischen Studien geprüft.

Die COVID-19-Impfstoffe von Pfizer-BioNTech und Moderna werden als Serie von zwei Injektionen in einen Muskel verabreicht. Die Impfstoffinjektionen von Pfizer-BioNTech werden im Abstand von 3 Wochen verabreicht und die Impfstoffinjektionen von Moderna müssen im Abstand von 4 Wochen verabreicht werden. Die Impfstoffe sind nicht austauschbar, d. h., die Impfstoffdosen, die einer Person verabreicht werden, müssen bei beiden Injektionen den Impfstoff von demselben Hersteller enthalten.

In einer klinischen Studie verhinderte der Pfizer-BioNTech-Impfstoff eine COVID-19-Erkrankung bei 95 % der Personen, die 2 Impfstoffdosen im Abstand von 3 Wochen erhalten hatten. In einer separaten Studie verhinderte der Moderna-Impfstoff bei 94,1 % der Personen eine COVID-19-Erkrankung. Wie lange der Schutz andauert, ist derzeit nicht bekannt. Personen mit einem geschwächten Immunsystem, einschließlich derjenigen, die das Immunsystem unterdrückende Medikamente einnehmen, können mit einer verminderten Immunantwort auf den Impfstoff reagieren. Zurzeit ist nicht bekannt, wie gut Impfstoffe die Verbreitung des Virus, der COVID-19 verursacht, verhindern werden. Daher sollten die geimpften Personen weiterhin die allgemeingültigen Vorbeugungsmaßnahmen einhalten, wie das Tragen von Masken, die soziale Distanzierung und häufiges Händewaschen.

Personen, die auf eine vorausgegangene Impfstoffdosis oder auf irgendeinen Bestandteil des Impfstoffs mit einer schweren allergischen Reaktion reagiert haben, sollten den Impfstoff nicht verabreicht bekommen.

Zu den Nebenwirkungen des Impfstoffs gehören

  • Schmerzen, Rötung und Juckreiz an der Injektionsstelle

  • Müdigkeit

  • Kopfschmerzen

  • Muskelschmerzen

  • Schüttelfrost

  • Die Gelenke schmerzen

  • Fieber

  • Übelkeit

  • Unwohlsein

  • Geschwollene Lymphknoten

Die Nebenwirkungen halten normalerweise mehrere Tage an. Bei mehr Menschen treten die Nebenwirkungen eher nach der zweiten Dosis als nach der ersten Dosis auf.

Es besteht ein geringes Risiko, mit einer schweren allergischen Reaktion zu reagieren. Diese tritt üblicherweise innerhalb von wenigen Minuten bis zu einer Stunde nach der Impfung auf und erfordert eine Notfallbehandlung (rufen Sie den Notarzt [112 in Deutschland] oder gehen Sie in das nächstgelegene Krankenhaus). Personen, die mit schweren allergischen Reaktionen auf andere Impfstoffe oder per Injektion verabreichte Arzneimittel reagiert haben, sollten das Risiko einer allergischen Reaktion mit ihrem Arzt besprechen und nach dem Erhalt des Impfstoffs beobachtet werden. Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion schließen mit ein:

  • Atembeschwerden

  • Schwellung des Gesichts und des Rachens

  • Ein schneller Herzschlag

  • Ein starker Ausschlag am ganzen Körper

  • Schwindel- und Schwächegefühl

Behandlung

  • Arzneimittel gegen Fieber und Muskelschmerzen

  • Manchmal Remdesivir und/oder Dexamethason

Die meisten Menschen mit COVID-19 brauchen keine Behandlung.

Die Richtlinien der National Institutes of Health (NIH) haben die Anwendung von Remdesivir (ein antiviraler Wirkstoff) und Dexamethason (ein entzündungshemmender Wirkstoff) bei bestimmten Personen mit schwerer Erkrankung empfohlen. Remdesivir ist die einzige Behandlung, die von der US Federal Drug Administration (FDA) für COVID-19 genehmigt wurde, und es ist nur für Patienten zugelassen, die wegen COVID-19 im Krankenhaus behandelt werden. Viele Medikamente werden in klinischen Studien untersucht, aber es gibt nicht genügend Informationen darüber, wie gut sie funktionieren, um ihre Anwendung außerhalb dieser klinischen Studien zu empfehlen. Zahlreiche klinische Studien zu anti-retroviralem Lopinavir/Ritonavir gegen HIV und zu den Malaria-Medikamenten Chloroquin und Hydroxychloroquin haben gezeigt, dass diese Arzneimittel keinen Nutzen bringen. Es gibt auch keine randomisierten klinischen Studien, die den Nutzen des gegen Parasiten gerichteten Wirkstoffs Ivermectin zur Prävention oder Behandlung von COVID-19 dokumentieren.

Patienten, die sich von COVID-19 erholt haben, haben Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus in ihrem Blut. Forscher untersuchen, ob die Transfusion von Blutplasma, das von wieder gesund gewordenen Patienten stammt, die Genesung unterstützen könnte, aber sichere Ergebnisse stehen weiterhin aus. Im Labor angefertigte Antikörper (monoklonale Antikörper) gegen das SARS-CoV-2-Virus werden hergestellt und untersucht. Diese Wirkstoffe stehen immer noch nur im Rahmen einer klinischen Studie zur Verfügung.

Zur Linderung von Fieber und Muskelschmerzen kann Paracetamol oder ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR), wie Ibuprofen, eingenommen werden. Trotz anfänglicher zeitweiliger Bedenken gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass die Anwendung von NSARs eine COVID‑19-Erkrankung verschlimmert. Ebenso gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass COVID-19-Patienten die Einnahme von Arzneimitteln zur Blutdruckregulation, die Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer (ACEI) genannt werden, oder die Einnahme von Angiotensin-Rezeptor-Blockern (ARBs) beenden sollten.

Manche Patienten werden so schwer krank, dass sie künstlich beatmet werden müssen, um ihre Atmung zu unterstützen.

Weitere Informationen

Nahost-Atemwegssyndrom (Middle East Respiratory Syndrome, MERS)

Das Nahost-Atemwegssyndrom ist eine Coronavirusinfektion, die schwere grippeähnliche Symptome verursacht.

Der Viruserreger des Nahost-Atemwegssyndroms (MERS) ist ein ähnliches Coronavirus wie das, welches das schwere akute Atemwegssyndrom (SARS) verursacht.

Das MERS-Virus wurde erstmals 2012 in Jordanien und Saudi-Arabien identifiziert. Bis Anfang 2018 gab es 2.220 bestätigte MERS-Erkrankungsfälle und 790 Todesfälle. Die meisten davon traten in Saudi-Arabien auf, wo laufend neue Fälle verzeichnet werden. Auch in Ländern außerhalb des Nahen Ostens wie Frankreich, Deutschland, Italien, Tunesien und Großbritannien kam es zu Erkrankungsfällen, aber dabei waren Reisende in den Nahen Osten oder Personen, die von Berufs wegen im Nahen Osten tätig sind, betroffen.

Ein Ausbruch des MERS-Coronavirus trat von Mai bis Juli 2015 in Südkorea auf, nachdem ein südkoreanischer Mann aus dem Nahen Osten zurückgekehrt war. Dieser Ausbruch umfasste mehr als 180 Fälle und 36 Todesfälle. Die meisten von Mensch zu Mensch übertragenen Erkrankungen traten in Gesundheitseinrichtungen auf.

Im Mai 2014 wurden in den USA zwei Fälle bestätigt. Beide waren medizinische Fachkräfte, die vor Kurzem aus dem Persischen Golf zurückgekehrt waren. Seit Mai 2014 gab es keine MERS-Fälle mehr in den Vereinigten Staaten.

In mehreren Ländern (einschließlich Ägypten, Oman, Katar und Saudi-Arabien) wird vermutet, dass Dromedare die primäre Infektionsquelle für Menschen darstellen, aber wie das Virus von den Tieren auf den Menschen übertragen wird, ist nicht bekannt.

Die Infektion ist häufiger bei männlichen Personen und stärker ausgeprägt bei älteren Menschen und bei Patienten mit chronischer Basiserkrankung wie etwa Diabetes oder einer Herz- oder Nierenkrankheit. Bei ungefähr einem Drittel der Infizierten verlief die Infektion tödlich.

Das MERS-Virus verbreitet sich durch engen Kontakt mit MERS-Patienten oder durch Tröpfchen in der Luft, die von einer infizierten Person ausgehustet oder ausgeniest wurden. Eine Ansteckungsgefahr besteht vermutlich erst bei Auftreten von Symptomen. Die meisten Erkrankungsfälle nach direktem Personenkontakt traten unter medizinischem Fachpersonal auf.

Die ersten Symptome treten gewöhnlich etwa 5 Tage nach der Infizierung auf (es muss jedoch mit einer Zeitspanne von 2 bis 14 Tagen gerechnet werden). Die meisten Infizierten haben Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und Husten. Etwa ein Drittel leidet an Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen.

Diagnose

  • Tests von Flüssigkeitsproben aus den Atemwegen

  • Bluttests

MERS wird bei Personen mit einer Infektion der unteren Atemwege vermutet, die in eine Gegend gereist sind oder dort wohnhaft sind, wo sie mit dem Virus in Kontakt gekommen sein könnten, oder kürzlich engen Kontakt mit einer möglicherweise an MERS erkrankten Person hatten.

Zur Diagnosestellung wird zu unterschiedlichen Zeitpunkten eine Flüssigkeitsprobe an mehreren Stellen der Atemwege entnommen und auf das Virus getestet. Es werden auch Bluttests zum Nachweis des Virus oder von Antikörpern dagegen durchgeführt. Bei allen Personen, die engen Kontakt mit einer möglicherweise an MERS erkrankten Person hatten, werden Bluttests durchgeführt.

Behandlung

  • Arzneimittel gegen Fieber und Muskelschmerzen

  • Isolation

Gegen MERS gibt es keine spezifische Behandlung. Zur Linderung von Fieber und Muskelschmerzen wird Paracetamol oder ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) wie Ibuprofen verabreicht.

Es werden Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus getroffen. Die betroffene Person wird beispielsweise in einem Raum isoliert, der mit einer Lüftungsanlage zur Reduzierung der Verbreitung der Mikroorganismen in der Luft ausgestattet ist. Jeder, der das Zimmer betritt, muss eine spezielle Maske, Augenschutz, einen Kittel, eine Haube und Handschuhe tragen. Die Türen zu dem Raum sollten geschlossen bleiben, wenn niemand das Zimmer betritt oder verlässt, was so wenige Male wie möglich geschehen sollte.

Reisende in den Nahen Osten sollten die Website für Reiseempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) konsultieren (siehe WHO World-travel advice on MERS-CoV for pilgrimages).

Schweres akutes respiratorisches Syndrom (SARS)

Das schwere akute respiratorische Syndrom ist eine Coronavirusinfektion, die grippeähnliche Symptome verursacht.

  • Seit 2004 wurden weltweit keine Fälle mehr registriert.

  • Die Symptome von SARS gleichen denen anderer häufigerer viraler Atemwegsinfektionen (z. B. Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Muskelschmerzen), sind aber stärker ausgeprägt.

  • SARS wird nur vermutet, wenn der Patient einer infizierten Person ausgesetzt gewesen sein könnte.

  • Wenn ein Arzt SARS vermutet, dann empfiehlt er die Isolation der Person in einem Raum, der mit einer Lüftungsanlage – zur Reduzierung der Verbreitung der Mikroorganismen in der Luft – ausgestattet ist.

Es wurde Ende des Jahres 2002 erstmals in China festgestellt. Es kam zu einem weltweiten Ausbruch mit mehr als 8000 Erkrankungsfällen, auch in den USA und Kanada, und mit mehr als 800 Todesfällen bis Mitte 2003. Seit 2004 wurden keine neuen Fälle mehr gemeldet, sodass SARS (die Krankheit, nicht das Virus) als ausgerottet gilt.

Als unmittelbare Übertragungsquelle gelten Schleichkatzen, die an Lebendtiermärkten als Delikatesse zum menschlichen Verzehr verkauft wurden. Es ist nicht klar, wie sich die Schleichkatzen infiziert haben, aber Fledermäuse werden als Reservoirwirt des SARS-Virus in der Natur angesehen werden.

SARS wird von einem Coronavirus verursacht. SARS ist weitaus gravierender als die meisten anderen Coronavirus-Infektionen, die in der Regel nur erkältungsartige Symptome auslösen. Das Nahost-Atemwegssyndrom (MERS) ist jedoch eine weitere schwere Krankheit, die ebenfalls von einem Coronavirus verursacht wird.

SARS verbreitet sich von Mensch zu Mensch durch engen Kontakt mit infizierten Personen oder durch Tröpfchen in der Luft aus, die von einer infizierten Person ausgehustet oder ausgeniest wurden.

Symptome

Die Symptome von SARS gleichen denen anderer häufigerer viraler Atemwegsinfektionen, sind aber stärker ausgeprägt. Dazu zählen Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Muskelschmerzen, danach folgt ein trockener Husten und mitunter Atembeschwerden.

Die meisten Patienten erholten sich innerhalb von 1 bis 2 Wochen. Einige hatten jedoch schwere Atembeschwerden und etwa 10 Prozent starben an der Infektion.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Tests zur Identifizierung des Virus

SARS wird nur diagnostiziert, wenn Menschen in Kontakt mit einer infizierten Person gekommen sein könnten und Fieber zusammen mit Husten oder Atembeschwerden haben.

Es gibt Tests zur Identifizierung des Virus.

Behandlung

  • Isolation

  • Bei Bedarf Sauerstoffgabe

  • Mitunter ein mechanisches Beatmungsgerät zur Unterstützung der Atmung

Wenn ein Arzt SARS vermutet, dann empfiehlt er die Isolation der Person in einem Raum, der mit einer Lüftungsanlage – zur Reduzierung der Verbreitung der Mikroorganismen in der Luft – ausgestattet ist. Bei dem ersten und einzigen Ausbruch von SARS haben solche Isolationsmaßnahmen verhindert, dass das Virus übertragen wurde, und letztendlich zur Eliminierung der Krankheit beigetragen.

Menschen mit leichten Symptomen benötigen keine spezifische Behandlung. Bei mittelschweren Atemschwierigkeiten ist unter Umständen die Zufuhr von Sauerstoff notwendig. Patienten mit ernsten Atembeschwerden können eine mechanische Beatmung benötigen.

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