Sporotrichose ist eine Infektion, die durch den Pilz Sporothrix verursacht wird.
Zu dieser Infektion kommt es, wenn der Pilz über kleine Schnittwunden und Kratzer in der Haut oder über Bisse oder Kratzer von infizierten Katzen in den Körper gelangt.
Normalerweise werden die Haut und die umliegenden Lymphknoten infiziert, was zu Pusteln und offenen Wunden auf der Haut und geschwollenen Lymphknoten führt.
Selten werden die Lunge, die Gelenke oder andere Körperteile infiziert.
Zur Diagnose werden eine Kultur und die Identifizierung des Pilzes in einer Probe des infizierten Gewebes benötigt.
Bei den meisten Infektionen wird Itraconazol eingesetzt, aber für schwere, großflächige Infektionen wird Amphotericin B benötigt.
(Siehe auch Übersicht über Pilzinfektionen.)
Sporothrix-Pilze kommen typischerweise auf Rosensträuchern, Berberitzen, Torfmoos, Heu und anderen Mulcharten vor. Im Gegensatz zu vielen anderen Pilzinfektionen werden die Sporothrix-Pilze für gewöhnlich nicht eingeatmet, sondern dringen durch kleine Schnittwunden und Kratzer in der Haut in den Körper ein. Am häufigsten treten Infektionen damit bei Landwirten, Gärtnern, Landschaftsgärtnern und Holzindustriearbeitern auf.
Manchmal werden Menschen von Katzen infiziert, insbesondere in Lateinamerika. Katzen, die mit Sporothrix infiziert sind, können den Pilz durch Kratzer und Bisse auf den Menschen übertragen. Menschen können sich auch infizieren, wenn sie Kontakt mit Hautgeschwüren bei infizierten Katzen haben. (Siehe auch Pilzinfektionen bei Katzen.)
Sporotrichose befällt hauptsächlich die Haut und nahe gelegene lymphatische Gefäße. In sehr seltenen Fällen entwickelt sich eine Lungenentzündung, nachdem die Patienten die vom Pilz gebildeten Sporen eingeatmet haben.
Ebenfalls sehr selten werden Knochen, Gelenke, die Geschlechtsorgane, Leber, Nieren, Milz oder das Gehirn infiziert, in der Regel bei Personen mit geschwächtem Immunsystem wie etwa bei Personen mit fortgeschrittener HIV-Infektion (auch AIDS genannt).
Symptome einer Sporotrichose
Bei der Sporotrichose beginnt eine Infektion der Haut typischerweise an einem Arm oder einer Hand, kann aber überall am Körper auftreten. Eine kleine Beule kann auf der Haut oder eine größere unter der Haut entstehen (Knoten). Jede dieser Beulen kann langsam größer werden und sich zu einer wunden Stelle (Geschwür) entwickeln.
Sporotrichose bricht als kleines Knötchen aus, das sich langsam vergrößert und eine offene Wunde bildet.
In den folgenden Tagen oder Wochen breitet sich die Infektion über die Lymphbahnen des infizierten Bereichs bis zu den Lymphknoten aus, wobei sich entlang des Verlaufs mehr Knötchen bilden. Ohne Behandlung rötet sich die darüber liegende Haut und kann später absterben, was manchmal zu Eiteransammlungen (Abszessen) und offenen Wunden führt. Eiter aus den Lymphknoten und/oder den entzündeten Lymphbahnen kann durch die Haut dringen und zu einer Öffnung führen, durch die das infizierte Material abläuft. Eine Sporotrichose kann sich verschlimmern, wenn sich eine andere Infektion entwickelt, die durch Bakterien verursacht wird. Selbst in diesem Stadium haben die Betroffenen wenig oder keine Schmerzen und in der Regel keine anderen Symptome.
Sporotrichose ist nur bei Menschen tödlich, die eine bakterielle Infektion entwickeln, welche zu einer schweren Infektion im Blut (Sepsis) führt.
Unbehandelt kann sich die Sporotrichose über die Lymphbahnen des betroffenen Bereichs ausbreiten und im Verlauf Rötungen, offene Wunden oder Eitertaschen (Abszesse) auf der Haut bilden.
In diesem Bild haben sich die offenen Geschwüre mit anderen Bakterien infiziert, was zu einer ausgedehnten Infektion der Haut führte.
In seltenen Fällen infiziert die Sporotrichose die Haut oder Lymphknoten nicht, sondern breitet sich im ganzen Körper aus und infiziert die Gelenke und manchmal die Knochen, Geschlechtsorgane, Leber, Nieren, Milz oder das Gehirn. Gelenkinfektionen verursachen Schwellungen und machen Bewegungen schmerzhaft. Solche Infektionen sind lebensgefährlich und treten häufiger bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem auf. Eine Lungenentzündung ist ebenfalls selten. Die Betroffenen können leichte Schmerzen im Brustkorb verspüren und an Husten leiden. Eine Lungenentzündung tritt am häufigsten bei Patienten mit einer anderen Lungenerkrankung wie einem Emphysem auf.
Diagnose von Sporotrichose
Kulturen aus Proben von infiziertem Gewebe
Polymerase-Kettenreaktion-Test (PCR-Test)
Die charakteristischen Knötchen und Geschwüre können einen Arzt auf den Verdacht einer Sporotrichose bringen, insbesondere, wenn der Patient dem Pilz ausgesetzt war (z. B. Gärtner, Landschaftsgärtner und Förster).
Die Diagnose wird bestätigt durch das Züchten (Kultivieren) und die Identifizierung von Sporothrix in infizierten Gewebeproben.
Anhand von Proben des infizierten Gewebes kann ein Test zur Identifizierung des genetischen Materials (der DNA) des Pilzes, wie ein PCR-Test, durchgeführt werden. Der Test mit der PCR-Methode ist dazu bestimmt, eine Vielzahl an Genkopien zwecks einer einfacheren Erkennung des Pilzes zu bilden.
Behandlung von Sporotrichose
Antimykotika
Menschen, bei denen Haut und Lymphknoten infiziert sind, werden mit Itraconazol zum Einnehmen behandelt.
Wenn die Infektion schwerwiegend und ausgedehnt ist, wird Amphotericin B intravenös verabreicht, bis die Symptome abklingen. Anschließend werden die Patienten auf Itraconazol umgestellt. Die Behandlung dauert insgesamt ein Jahr.
Nachdem die Infektion unter Kontrolle gebracht wurde, müssen Menschen mit fortgeschrittener HIV-Infektion möglicherweise ihr Leben lang Itraconazol einnehmen. Itraconazol hilft dabei, ein Wiederauftreten der Sporotrichose zu verhindern, solange das Immunsystem geschwächt ist.
