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Dermatitis herpetiformis

Von

Daniel M. Peraza

, MD, Geisel School of Medicine at Dartmouth University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2019| Inhalt zuletzt geändert Jun 2019
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Dermatitis herpetiformis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich bei Personen mit Zöliakie Gruppen von heftig juckenden, roten Blasen und nesselsuchtähnlichen Schwellungen bilden.

  • Bei Autoimmunerkrankung veranlasst das in den meisten Weizen-, Roggen- und Gersteprodukten vorkommende Gluten das Immunsystem, die Haut anzugreifen.

  • Betroffene bekommen daraufhin rote, juckende Blasen und quaddelartige Schwellungen in unterschiedlichen Bereichen des Körpers.

  • Dermatitis herpetiformis kann durch Untersuchung der Proben unter dem Mikroskop diagnostiziert werden.

  • Erkrankte Personen reagieren in der Regel gut auf eine Behandlung mit Dapson oder Sulfapyridin und auf eine glutenfreie Ernährung.

Dermatitis herpetiformis tritt häufig bei jungen Erwachsenen auf, kann aber auch bei Kindern und älteren Menschen vorkommen. Sie kommt bei Dunkelhäutigen und Asiaten nur selten vor.

Trotz ihres Namens hat Dermatitis herpetiformis nichts mit Herpesviren zu tun. Die Bezeichnung „herpetiformis“ beschreibt lediglich die Art, wie die Blasen sich in Form von Gruppen bilden (ähnlich wie bei einem durch Herpesviren ausgelösten Ausschlag).

Bei einer Person mit Dermatitis herpetiformis aktiviert das in den meisten Weizen-, Roggen- und Gersteprodukten vorkommende Gluten (ein Eiweiß) auf irgendeine Weise das Immunsystem, das dann die Haut angreift und Juckreiz und Ausschlag verursacht. Patienten mit Dermatitis herpetiformis haben die Darmerkrankung Zöliakie, die auf einer Glutenüberempfindlichkeit beruht. Allerdings haben sie möglicherweise nicht die typischen Symptome einer Zöliakie. Bei Personen mit dieser Erkrankung kommen Autoimmunstörungen wie Thyroiditis, systemischer Lupus erythematodes, Sarkoidose, perniziöse Anämie und Diabetes häufiger vor. Menschen mit Dermatitis herpetiformis entwickeln gelegentlich Lymphome im Darmtrakt.

Symptome

Die Blasen und Quaddeln treten gewöhnlich langsam und in erster Linie an den Ellenbogen, den Knien, am Gesäß, am unteren Bereich des Rückens und am Hinterkopf auf. Sie können allerdings auch plötzlich auftreten. Manchmal sind Gesicht und Hals betroffen. Da der Juckreiz sehr intensiv und die Haut zart ist, brechen die Blasen meistens schnell auf und nur wenige bleiben intakt, damit sie der Arzt untersuchen kann. Blasen können sich auch im Mund entwickeln, aber normalerweise verursachen sie dort keine Symptome. Der Juckreiz und das Brennen sind für gewöhnlich heftig.

Jodide und jodhaltige Zubereitungen (wie Kelp- und Seetang-Produkte sowie bestimmte Hautreinigungsmittel) können den Ausschlag verschlimmern. Mitunter wird empfohlen, jodhaltiges Salz zu vermeiden.

Wussten Sie ...

  • Dermatitis herpetiformis hat nichts mit Herpesviren zu tun.

Diagnose

  • Hautbiopsie

Die Diagnose einer Dermatitis herpetiformis erfolgt anhand einer Hautbiopsie, bei der bestimmte Arten und Muster von Antikörpern in den Hautproben nachgewiesen werden.

Alle Patienten mit einer Dermatitis herpetiformis werden auch auf eine Zöliakie untersucht.

Behandlung

  • Glutenfreie Ernährung

  • Dapson und manchmal auch andere Medikamente

Die Blasen verschwinden nicht ohne Behandlung. Patienten werden für gewöhnlich auf eine glutenfreie Ernährung (eine Ernährung, bei der Weizen-, Roggen- und Gersteprodukten gemieden werden) gesetzt, die die wichtigste Behandlung bei Zöliakie darstellt.

Das Medikament Dapson, oral eingenommen, führt fast immer innerhalb von ein bis drei Tagen zu einer Linderung; allerdings muss das Blutbild regelmäßig überprüft werden, da Dapson zu Anämie führen kann. Sulfapyridin (oder alternativ Sulfasalazin) wird ebenfalls oral eingenommen und kann verabreicht werden, falls die Person kein Dapson verträgt. Allerdings kann Sulfapyridin Blutarmut und eine niedrige Anzahl von weißen Blutkörperchen verursachen (wodurch ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht) und dadurch auch eine regelmäßige Überwachung des Blutbildes erfordern.

Ist die Erkrankung medikamentös unter Kontrolle und hat der Patient eine glutenfreie Ernährung eingehalten, kann das Medikament manchmal abgesetzt werden. Bei manchen Patienten ist eine lebenslange Medikamenteneinnahme erforderlich. Bei den meisten Menschen löst eine erneute Belastung durch Gluten (egal wie klein die Menge auch ist) einen neuen Ausbruch aus. Wird eine glutenfreie Ernährung fünf bis zehn Jahre strikt eingehalten, senkt sich dadurch das Risiko von Darmlymphomen.

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