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Rehabilitation nach einer Rückenmarkverletzung

Von

Alex Moroz

, MD, New York University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2017| Inhalt zuletzt geändert Jul 2017
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Die Genesung nach einer Rückenmarkverletzung hängt von der Stelle (Höhe) und dem Grad der Verletzung ab. Je höher die Verletzung lokalisiert ist, desto größer die körperliche Beeinträchtigung und die Notwendigkeit von Rehabilitationsmaßnahmen. Eine Verletzung auf Brusthöhe oder tiefer verursacht eine Schwäche oder Lähmung in den Beinen, d. h. eine Querschnittslähmung (Paraplegie). Eine Verletzung auf Höhe des Halses verursacht eine Schwäche oder Lähmung aller Gliedmaßen, d. h. eine Tetraplegie (Quadriplegie). Bei sehr hochgradigen Halsverletzungen sind unter Umständen auch die Muskeln betroffen, die die Atmung steuern, so dass ein Beatmungsgerät erforderlich ist. Zudem ist die Empfindung unterhalb der Verletzungsebene beeinträchtigt und in der Regel geht die Kontrolle über die Blasen- und Darmfunktion verloren.

Die zwei wichtigsten Aspekte bei der Pflege von Menschen mit Tetraplegie oder Querschnittslähmung sind:

  • Druckgeschwüren vorbeugen: Um Druckgeschwüren vorzubeugen, muss der Patient regelmäßig gedreht oder ein Spezialbett bzw. Spezialbettwäsche verwendet werden. Bei Patienten, die im Rollstuhl sitzen, wird ein spezielles, mit Wasser, Luft oder Gel gefülltes Polster verwendet, um den Druck auf Stellen zu reduzieren, die zur Bildung von Geschwüren neigen.

  • Gelenkigkeit (Bewegungsumfang) erhalten: Um die Gelenkigkeit aufrechtzuerhalten und Spastiken vorzubeugen, muss der Patient bzw. der Betreuer die Gelenke regelmäßig im Bereich ihres Bewegungsumfangs bewegen. Wärme, Massage und bestimmte Arzneimittel können auch angewandt werden.

Auch werden Maßnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass sich die Muskeln verkürzen (Kontraktionen).

Personen mit Querschnittslähmung können selbständig leben. Übungen zur Vergrößerung des Bewegungsumfangs und Stärkung der Arm- und Handmuskulatur ermöglichen den Betroffenen, einen Rollstuhl zu benutzen und damit vom Bett in den Rollstuhl bzw. vom Rollstuhl auf die Toilette oder in den Autositz zu gelangen. Sie können viele tägliche Aktivitäten allein meistern und unter Umständen auch ihren Beruf wiederaufnehmen. Einige querschnittsgelähmte Personen können mit Hilfsmitteln auch Autofahren.

Patienten mit Tetraplegie können einen motorisierten Rollstuhl benutzen, um sich eigenständig zu bewegen, müssen aber manuell oder mit mechanischer Hilfe in den Rollstuhl gehoben werden. Einige Tetraplegiepatienten können ihre Finger oder Hände leicht bewegen und dadurch einen motorisierten Rollstuhl mit Handschalter bedienen. Falls Hände und Arme vollständig gelähmt sind, können Tetraplegiepatienten ein Spezialgerät benutzen, mit dem sie den motorisierten Rollstuhl mit dem Kinn oder sogar mit der Atmung steuern können. Diese Methoden erfordern jedoch sehr intensives Training. Die meisten Tetraplegiepatienten brauchen eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung.

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