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Offener Ductus arteriosus

Von

Jeanne Marie Baffa

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2019| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2019
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Quellen zum Thema

Beim offenen Ductus arteriosus (ODA) schließt sich das Blutgefäß zwischen der Pulmonalarterie und der Aorta (der Ductus arteriosus) nicht, wie es dies normalerweise kurz nach der Geburt tun sollte.

  • Ein offener Ductus arteriosus ist ein angeborener Herzfehler, der auftritt, wenn sich die normale Verbindung zwischen Pulmonalarterie und Aorta beim Fötus nach der Geburt nicht schließt.

  • Häufig gibt es keine Symptome und die Diagnose wird aufgrund eines Herzgeräusches vermutet, das beim Abhören mit dem Stethoskop zu hören ist.

  • Frühgeborene sind besonders anfällig für einen offenen Ductus arteriosus. Sie haben mit größerer Wahrscheinlichkeit Symptome, einschließlich Atembeschwerden (insbesondere beim Füttern)

  • Eine Behandlung mit Ibuprofen oder Indomethacin kann den ODA häufig schließen, vor allem bei Frühgeborenen. Wenn er durch Medikamente nicht zuheilt, kann eine Operation erforderlich sein.

  • Bei reifen Neugeborenen ist eine medikamentöse Behandlung weniger wahrscheinlich wirksam, besonders weil diese Säuglinge meistens schon etwas älter sind, wenn die Diagnose ODA gestellt wird. Außer bei Symptomen wird hier die operative Behandlung häufig verschoben, weil der ODA sich bei diesen Säuglingen in den meisten Fällen von allein schließt.

Der Ductus arteriosus ist ein Blutgefäß beim Fötus, das die zwei großen Arterien, die aus dem Herzen führen, verbindet, die Pulmonalarterie und die Aorta (siehe Normaler Blutkreislauf beim Fötus). Der Ductus (Gang) stellt eine Abkürzung dar, über die das Blut die noch nicht funktionstüchtigen Lungen des Fötus umgehen und direkt von der Pulmonalarterie zur Aorta und nach außen in den Körper des Fötus fließen kann. Bei einem Fötus enthält das zum Herzen fließende Blut bereits Sauerstoff, der von der Mutter über die Plazenta geliefert wird. Dies ermöglicht, dass eine Durchmischung von venösem und arteriellem Blut keinen Einfluss darauf hat, wie viel Sauerstoff durch den Körper gepumpt wird, da sie beide Sauerstoff enthalten. Dies ändert sich nach der Geburt. Wenn die Nabelschnur durchtrennt wird, ist die Plazenta (und damit der Kreislauf der Mutter) nicht mehr mit dem Kreislaufsystem des Neugeborenen verbunden und der gesamte Sauerstoff des Neugeborenen kommt aus der Lunge. Der Ductus wird daher nicht mehr benötigt und schließt sich normalerweise innerhalb der ersten Lebenstage. Im Mutterleib und während der ersten Lebenstage ist der Ductus offen. Offener Ductus arteriosus bedeutet, dass der Ductus offenbleibt. Wenn der Ductus nach der Geburt offen bleibt, fließt das Blut durch den Ductus und es entwickelt sich ein Links-Rechts-Shunt. Das heißt, dass etwas Blut aus der Aorta, das in den Lungen bereits Sauerstoff aufgenommen hat, durch den Ductus und in die Pulmonalarterie zurückfließt, wodurch zusätzliches Blut zurück in die Lunge gelangt.

Ein mäßiger oder großer offener Ductus arteriosus verursacht auch Lungenhochdruck und dieser kann schließlich die Blutgefäße der Lunge schädigen. Ein offener Ductus erhöht auch das Risiko für eine schwere Herzinfektion, Endokarditis.

Offener Ductus arteriosus: Nicht geschlossene Öffnung

Ductus arteriosus ist ein Blutgefäß, das die Pulmonalarterie und die Aorta miteinander verbindet. Beim Fötus ermöglicht diese Verbindung, dass Blut an der Lunge vorbeifließt. Der Fötus atmet noch keine Luft, daher muss das Blut nicht durch die Lunge geleitet werden, um mit Sauerstoff angereichert zu werden. Nach der Geburt muss das Blut in der Lunge mit Sauerstoff angereichert werden, und normalerweise schließt sich der Ductus arteriosus recht schnell, üblicherweise innerhalb von wenigen Tagen bis 2 Wochen.

Beim offenen Ductus arteriosus schließt sich diese Verbindung nicht, sodass ein Teil des mit Sauerstoff angereicherten Blutes, das für den Körper gedacht ist, wieder zur Lunge zurückfließt. Hierdurch kann eine Überlastung der Lungengefäße entstehen und der Körper Sauerstoffmangel erleiden.

Offener Ductus arteriosus: Nicht geschlossene Öffnung

Symptome

Ein kleiner offener Ductus arteriosus ruft oft keine Symptome hervor. Wenn ein ODA größer ist, kann eine schnelle oder mühsame Atmung auftreten, insbesondere bei Frühgeborenen mit unreifer Lunge. Der Blutdruck kann niedrig sein. Manche Säuglinge haben Probleme beim Füttern und eine schlechte Wachstumsrate.

Diagnose

  • Echokardiographie

Wenn beim Abhören mit dem Stethoskop bestimmte Herzgeräusche bemerkbar sind, entsteht der Verdacht auf einen offenen Ductus. Verengte oder undichte Herzklappen und abnorme Herzstrukturen rufen Turbulenzen im Blutfluss hervor, die die Herzgeräusche verursachen. Bei älteren Kindern wurde das Herzgeräusch als Waschmaschinengeräusch beschrieben. Bei Frühgeborenen ist das Herzgeräusch weniger eindeutig.

Eine Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens) bestätigt die Diagnose.

Die Ärzte beginnen typischerweise mit einem Elektrokardiogramm (EKG) und einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs. Diese können normal sein oder ein vergrößertes Herz zeigen.

Behandlung

  • Medikamente zum Verschluss des Ductus

  • Manchmal wird ein Stopfen oder anderes spezielles Gerät durch einen Katheter eingesetzt oder es wird operiert.

Indomethazin oder Ibuprofen kann für den Verschluss eines ODA verabreicht werden. Am effektivsten ist die Behandlung, wenn diese Medikamente in den ersten 10 Lebenstagen gegeben werden. Sie wirken besser bei Frühgeborenen als bei reifen Neugeborenen. Es können mehrere Dosen verabreicht werden. Wenn sich der ODA nach mehreren Dosen nicht schließt, kann operiert werden, wenn die Anzeichen darauf hindeuten, dass der ODA die Lunge und das Herz schädigt.

Bei reifen Neugeborenen und Säuglingen ohne Symptome geben die Ärzte dem ODA gegebenenfalls Zeit, sich zu schließen, bevor sie eine Behandlung vorschlagen.

Wenn ein ODA nach Ende des 1. Lebensjahres des Säuglings weiterhin offen ist, ist es extrem unwahrscheinlich, dass er sich von allein schließt. Zu diesem Zeitpunkt empfehlen die Ärzte meistens ein Verfahren zum Verschluss des ODA, sodass das Risiko für eine Endokarditis ausgeschlossen werden kann.

In den meisten Fällen verschließen die Ärzte den offenen Ductus arteriosus durch Einsatz eines kleinen Geräts oder einer kleinen Spirale (Coil) während der Herzkatheterisierung. Bei diesem Verfahren wird das Verschlussgerät an die Spitze eines langen dünnen Schlauchs (Katheter) gesetzt. Der Katheter wird dann durch die große Vene im oberen Bein des Kindes vorgeschoben. Der Katheter wird vorsichtig durch das Blutgefäß geschoben, bis er das Herz erreicht, und dann etwas weiter bis die Spitze mit dem Gerät beim Ductus ist. Sobald das Gerät an der richtigen Stelle platziert ist, wird es aufgespannt, um den Ductus zu verschließen.

Hin und wieder, insbesondere wenn der Ductus ungewöhnlich groß ist, verschließen die Ärzte diesen bei einer Operation.

Manche Kinder müssen vor dem Zahnarztbesuch und bestimmten Operationen (etwa der Atemwege) Antibiotika einnehmen. Diese Antibiotika werden benutzt, um schweren Herzinfektionen vorzubeugen, Endokarditis genannt.

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