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Postpartale Infektionen der Gebärmutter

(Infections of the Uterus After Delivery)

Von

Julie S. Moldenhauer

, MD, Children's Hospital of Philadelphia

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2020| Inhalt zuletzt geändert Mai 2020
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Infektionen, die nach der Geburt eines Babys entstehen (Wochenbettinfektionen), gehen in der Regel von der Gebärmutter aus.

  • Bakterien können die Gebärmutter und umliegende Bereiche kurz nach der Geburt infizieren.

  • Solche Infektionen verursachen gewöhnlich Schmerzen im Unterbauch, Fieber und einen übelriechenden Ausfluss.

  • Die Diagnose stützt sich auf die Symptome und die Ergebnisse der körperlichen Untersuchung.

  • Die Infektion kann meistens mit Antibiotika behandelt werden.

Nach der Entbindung kann es zu einer Infektion der Gebärmutter kommen, wenn die Membranen, die den Fötus enthalten (Fruchtblase), infiziert sind (sog. Chorioamnionitis).

Zu den Gebärmutterinfektionen gehören:

  • Infektion der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis)

  • Infektion der Gebärmuttermuskulatur (Myometritis)

  • Infektion des umliegenden Gewebes der Gebärmutter (Parametritis)

Ursachen

Nach der Entbindung können Bakterien aus der normalen Scheidenflora Infektionen auslösen. Zu den Bedingungen, die eine Frau für eine Infektion anfälliger machen, gehören unter anderem:

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Gebärmutterinfektion entwickelt, ist vorwiegend von der Art der Entbindung abhängig:

  • Normale vaginale Entbindungen: 1 bis 3 %

  • Kaiserschnitte, die geplant und vor Einsatz der Geburtswehen ausgeführt wurden: 5 bis 15 %

  • Kaiserschnitte, die nicht geplant und nach Einsatz der Geburtswehen ausgeführt wurden: 15 bis 20 %

Symptome

Zu den Symptomen der Gebärmutterinfektion gehören üblicherweise Unterbauch- und Unterleibsschmerzen, Fieber (gewöhnlich innerhalb von 1 bis 3 Tagen nach der Geburt), Blässe, Schüttelfrost, ein allgemeines Krankheitsgefühl oder Gefühl des Unwohlseins und häufig auch Kopfschmerzen und Appetitverlust. Oftmals wird eine hohe Herzfrequenz festgestellt. Die Gebärmutter ist geschwollen, empfindlich und weich. Meist wird ein übelriechender Wochenfluss beobachtet, dessen Menge variiert. Der Ausfluss kann Blut enthalten oder nicht. Mitunter ist das einzige Symptom ein leichtes Fieber.

Wenn das Gewebe um die Gebärmutter infiziert ist, kommt es zu Schwellungen, die erhebliche Beschwerden verursachen können. Die Frauen leiden gewöhnlich unter starken Schmerzen und hohem Fieber.

Einige ernstzunehmende Komplikationen können auftreten. Dieser Fall tritt jedoch nicht oft ein. Hierzu zählen folgende:

  • Entzündungen des Bauchfells (Peritonitis)

  • Blutgerinnsel in den Beckenvenen (Beckenthrombophlebitis)

  • Ein Blutgerinnsel wird in die Lunge geschwemmt und blockiert dort eine Arterie (Lungenembolie)

  • Eine hohe Konzentration von Giftstoffen (Toxine) im Blut, die von dem bakteriellen Erreger produziert wurden und zu einer Sepsis (einer Infektion, die sich im gesamten Körper ausbreitet) oder einem septischen Schock führen können

  • Ein Eiterbeutel (Abszess) im Becken

Bei einer Sepsis und einem septischen Schock fällt der Blutdruck massiv ab und das Herz beginnt zu rasen. Schwere Nierenschäden und sogar der Tod können die Folge sein. Diese Komplikationen treten nur selten auf, nicht zuletzt aufgrund der schnellen Behandlung, die umgehend nach der Diagnose von Wochenbettfieber erfolgt.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

Gewöhnlich wird die Diagnose einer Infektion der Gebärmutter aufgrund der Befunde bei der körperlichen Untersuchung gestellt. Zuweilen wird eine Infektion diagnostiziert, wenn die Frau in den ersten 24 Stunden nach der Entbindung Fieber hat und keine andere Ursache festgestellt wird.

Meistens entnehmen die Ärzte eine Urinprobe, untersuchen sie (Urinanalyse) und senden sie dann zur Kultivierung ein, um Bakterien nachzuweisen. Urintests können dabei helfen, Harnwegsinfektionen festzustellen.

Andere Tests sind selten erforderlich, können aber das Anlegen einer Kultur von einer Gewebeprobe aus der Gebärmutterschleimhaut sowie bildgebende Verfahren, gewöhnlich eine Computertomographie des Bauchraums, umfassen.

Behandlung

  • Intravenöse Antibiotika

Ist die Gebärmutter infiziert, werden den Frauen gewöhnlich intravenös Antibiotika verabreicht (in der Regel Clindamycin plus Gentamycin), bis sie mindestens 48 Stunden lang kein Fieber mehr hatten. Danach müssen die meisten Frauen keine Antibiotika einnehmen.

Vor einem Kaiserschnitt verabreichen die Ärzte den Frauen gegebenenfalls kurz vor der Operation Antibiotika. Durch eine solche Behandlung können Infektionen der Gebärmutter und des umliegenden Gewebes verhindert werden.

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