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Entbindung

Von

Raul Artal-Mittelmark

, MD, Saint Louis University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2019| Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Quellen zum Thema

Als Geburt wird der Weg des Fötus und der Plazenta (Nachgeburt) aus der Gebärmutter nach draußen bezeichnet.

In der Klinik wird die Frau für die Geburt meist aus dem Vorbereitungs- oder Wehenzimmer in den nur für die Entbindung verwendeten Kreißsaal verlegt. Der werdende Vater, Lebenspartner oder andere Bezugspersonen werden ermuntert, die werdende Mutter zu begleiten. Oder sie kann bereits in einem Privatzimmer liegen, in dem sie von den Geburtswehen über die Entbindung und Erholung bis zur Entlassung verbleibt. Die intravenöse Kanüle wird nicht entfernt.

Steht die Geburt unmittelbar bevor, nimmt die Frau häufig eine halb aufrechte Position (zwischen Liegen und Aufsetzen) ein. Ein Kissen oder eine Lehne kann ihren Rücken stützen. Durch die halb aufrechte Haltung kommt die Schwerkraft zugute: In dieser Position unterstützt die Schwerkraft die Geburt, denn der abwärts gerichtete Druck des Kindes verstärkt die allmähliche Weitung der Scheide und des umliegenden Gewebes, wodurch das Risiko des Anreißens von Gewebe reduziert wird. Zudem werden Rücken und Becken der Frau entlastet. Einige Frauen bevorzugen jedoch eine Entbindung im Liegen. In dieser Lage kann die Entbindung allerdings etwas länger dauern.

Die Geburt des Kindes

Im Verlauf der Geburtswehen untersucht der Arzt bzw. der Geburtshelfer regelmäßig die Scheide und überprüft, wo sich der Kopf des Kindes befindet. Ist der Gebärmutterhals vollständig geöffnet, wird die werdende Mutter dazu aufgefordert, in die Hocke zu gehen und bei jeder Wehe aktiv zu pressen, damit der Kopf des Kindes tiefer ins Becken gleitet und sich die Scheidenöffnung so weit dehnt, dass mehr und mehr vom Kopf herausragt. Die Hebamme kann den Bereich um die Scheidenöffnung herum (Perineum oder Damm) massieren und warme Kompressen auflegen. Diese Techniken können helfen, das Gewebe um die Scheidenöffnung herum langsam zu dehnen und Risse zu verhindern, aber sie erhöhen möglicherweise auch das Infektionsrisiko.

Sobald 3 bis 4 Zentimeter des Köpfchens zu sehen sind, legt der Arzt bzw. die Hebamme während einer Kontraktion eine Hand auf den Kopf des Kindes, um den Durchtritt zu kontrollieren. Wenn der breiteste Teil des Kopfes die Scheidenöffnung durchtreten hat, hilft man Kopf und Kinn heraus, damit das Gewebe der Frau nicht reißt.

Eine Vakuumextraktion kann verwendet werden, um den Kopf des Kindes bei der Geburt zu führen, wenn der Fötus in Not ist oder die Gebärende Schwierigkeiten beim Pressen hat.

Gelegentlich werden Geburtszangen zu demselben Zweck verwendet. Allerdings kommen diese weniger oft zum Einsatz als Vakuumextraktoren.

Unter einer Episiotomie ist ein Schnitt zu verstehen, durch den die Scheidenöffnung erweitert wird, um die Geburt des Kindes zu erleichtern. Sie wird gewöhnlich nicht mehr vorgenommen. Sie wird nur durchgeführt, wenn sich das Gewebe um die Scheidenöffnung herum nicht ausreichend dehnt und dadurch verhindert wird, dass das Kind entbunden wird. Dieses Verfahren verhindert, dass sich das Gewebe überdehnt und sich unregelmäßige Geweberisse bilden. Bei diesem Verfahren spritzt der Arzt ein lokales Anästhetikum, um den Bereich zu betäuben, ehe er zwischen Scheidenöffnung und After (Perineum genannt) einen Schnitt setzt. Wird der Afterschließmuskel (Rektal-Sphinkter) bei einer Episiotomie verletzt oder reißt dieser, verläuft die Heilung problemlos, sofern der Arzt die Wunde sofort näht.

Nach dem Durchtreten des Kopfes wird der Körper des Kindes seitlich gedreht, damit die Schultern leichter nacheinander austreten können. Nachdem die erste Schulter des Kindes draußen ist, rutscht der Rest des Körpers gewöhnlich leicht heraus. Anschließend werden Schleim und Flüssigkeit aus Nase, Mund und Rachen des Kindes abgesaugt. Die Nabelschnur wird mit Klammern abgebunden und durchtrennt. Dieses Verfahren ist schmerzlos. (Eine Klammer wird am Stumpf der Nabelschnur in der Nähe des Bauchnabels des Babys angebracht, bis die Nabelschnur verschlossen ist, gewöhnlich innerhalb von 24 Stunden). Danach wird das Kind abgetrocknet, in eine leichte Decke gehüllt und der Mutter auf den Bauch oder in ein vorgewärmtes Säuglingsbett gelegt.

Abgang der Plazenta

Nach der Geburt des Kindes prüft der Arzt oder der Geburtshelfer durch leichtes Abtasten des Bauchs der Frau, ob sich die Gebärmutter noch zusammenzieht. Normalerweise löst sich die Plazenta nach der Geburt innerhalb von 3 bis 10 Minuten von der Gebärmutter, worauf es zu einer kräftigen Blutung kommt. Gewöhnlich kann die Frau die Nachgeburt selbstständig austreiben. Aber in vielen Kliniken wird der Frau Oxytocin (intravenös oder intramuskulär) verabreicht, sobald das Baby geboren wurde. Der Unterleib der Gebärenden wird in regelmäßigen Abständen massiert, damit sich die Gebärmutter zusammenzieht. Ist die Frau dazu nicht in der Lage, muss der Geburtshelfer insbesondere bei einer starken Blutung kräftigen Druck auf ihren Bauch ausüben, damit sich die Plazenta von der Gebärmutter löst und herauskommt. Wurde die Plazenta nicht innerhalb von 45 bis 60 Minuten nach der Geburt ausgestoßen, kann der Arzt bzw. der Geburtshelfer eine Hand in die Gebärmutter einführen, um die Plazenta von der Gebärmutter zu trennen und zu entfernen. Für dieses Verfahren sind Schmerzmittel oder Narkose erforderlich.

Nachdem die Plazenta entfernt wurde, wird sie auf ihre Vollständigkeit untersucht. In der Gebärmutter verbleibende Bestandteile verhindern eine Kontraktion der Gebärmutter. Kontraktionen sind wichtig, um weitere Blutungen im Bereich, wo die Plazenta mit der Gebärmutter verbunden war, zu verhindern. Bleiben Reste in der Gebärmutter zurück, können nach der Geburt Blutungen, unter Umständen sogar starke Blutungen entstehen. Infektionen der Gebärmutter sind auch möglich. Ist die Plazenta unvollständig, kann der Arzt bzw. der Geburtshelfer die übrigen Bestandteile mit der Hand entfernen. In manchem Fällen müssen die Bestandteile chirurgisch entfernt werden.

Nach der Entbindung

Der Arzt näht jegliche Geweberisse der Genitalorgane sowie den Dammschnitt, wenn eine Episiotomie durchgeführt wurde.

Die Mutter wird anschließend in den Erholungsraum gebracht oder verbleibt im LDRP. Bedarf das Kind keiner weiteren medizinischen Versorgung, kann es meist bei der Mutter bleiben. Um die Mutter-Kind-Vater/Partner-Bindung zu festigen, dürfen diese häufig zunächst eine Stunde oder auch länger an einem warmen, privaten Ort miteinander verbringen. Viele Frauen möchten ihr Kind möglichst rasch nach der Geburt zum ersten Mal stillen.

Später wird es vermutlich auf die Säuglingsstation gebracht. In vielen Kliniken kann die Frau das Kind auf Wunsch im Zimmer behalten (Rooming-in). Alle Kliniken mit LDRP erfordern dies. Beim Rooming-in wird das Kind gewöhnlich auf Wunsch gefüttert und der Mutter wird gezeigt, wie sie sich um ihr Kind kümmern kann, bevor sie das Krankenhaus verlässt. Wenn die Frau Ruhe benötigt, kann sie das Kind auf die Säuglingsstation bringen lassen.

Da die meisten Komplikationen, insbesondere Blutungen, innerhalb von 24 Stunden nach der Entbindung auftreten, werden Mutter und Kind während dieser Zeit von den Krankenschwestern und Ärzten sorgfältig beobachtet.

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