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Thromboembolische Erkrankungen in der Schwangerschaft

Von

Lara A. Friel

, MD, PhD, University of Texas Health Medical School at Houston, McGovern Medical School

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2019| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2019
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Bei thromboembolischen Erkrankungen bilden sich Blutgerinnsel (Thromben) in den Blutgefäßen. Ein Embolus ist ein Blutgerinnsel, das im Blutkreislauf eine Arterie verstopft. In den Vereinigten Staaten sind thromboembolische Erkrankungen eine häufige Todesursache bei schwangeren Frauen.

Das Risiko einer thromboembolischen Erkrankung ist nach der Geburt noch etwa 6 Wochen lang erhöht. Die meisten Komplikationen durch Blutgerinnsel beruhen auf Verletzungen während der Geburt. Das Risiko ist nach einem Kaiserschnitt viel höher als nach einer vaginalen Entbindung.

Blutgerinnsel bilden sich normalerweise in den oberflächlichen Beinvenen als Thrombophlebitis oder den tiefen Beinvenen als tiefe Venenthrombose. Die Symptome sind Schwellungen, Schmerzen und Druckempfindlichkeit. Diese Symptome sind möglicherweise schwierig zu erkennen, da die Schwangerschaft selbst ähnliche Symptome hervorrufen kann. Wie stark die Symptome ausgeprägt sind, hängt nicht vom Schweregrad der Erkrankung ab.

Eine tiefe Venenthrombose kann auch im Becken entstehen. In diesem Fall kann es sein, dass keine Symptome auftreten. Ein Gerinnsel kann von den tiefen Beinvenen oder vom Becken zur Lunge wandern. Dort kann es eine oder mehrere Lungenarterien verstopfen. Eine solche Blockierung, auch Lungenembolie genannt, kann tödlich ausgehen.

Diagnose

  • Doppler-Sonographie zur Untersuchung auf Blutgerinnsel in den Beinen

  • Computertomographie zur Untersuchung auf eine Lungenembolie

Werden bei einer Frau während der Schwangerschaft Symptome festgestellt, die auf ein Blutgerinnsel hindeuten, kann eine Doppler-Ultraschalluntersuchung (zur Überprüfung des Blutflusses) durchgeführt werden, um nach Gerinnseln in den Beinen zu suchen.

Besteht der Verdacht auf eine Lungenembolie, wird eine Computertomographie (CT) zur Bestätigung der Diagnose durchgeführt. Eine CT wird durchgeführt, nachdem ein Kontrastmittel (das auf dem Röntgenbild zu sehen ist) in eine Vene injiziert wurde. Das Kontrastmittel fließt durch die Blutgefäße und stellt diese dar. Dieses Verfahren wird CT-Angiographie genannt. Ihre Durchführung während einer Schwangerschaft ist verhältnismäßig sicher.

Wurde die Diagnose einer Lungenembolie noch nicht bestätigt, ist eine sogenannte pulmonale Angiographie erforderlich (eine Angiographie der Blutgefäße in der Lunge). Für dieses Verfahren nimmt der Arzt einen kleinen Einschnitt vor, normalerweise in der Leistengegend, manchmal aber auch am Arm. Dort wird ein dünner, biegsamer Schlauch (Katheter) eingeführt und über die Blutgefäße bis zu einer Arterie in der Lunge vorgeschoben. Wenn der Katheter angelegt ist, wird ein röntgendichtes Kontrastmittel durch den Katheter injiziert, um die Blutgefäße in der Lunge beim Röntgen sichtbar zu machen.

Nach der Entbindung kann der Arzt einen CT-Scan mit einem Kontrastmittel vornehmen, um Frauen auf Blutgerinnsel im Becken zu untersuchen.

Behandlung

  • Heparin während der Schwangerschaft

  • Warfarin nach der Geburt

Wird ein Blutgerinnsel entdeckt, wird umgehend Heparin (ein Antikoagulans, also ein Medikament, das die Blutgerinnung hemmt) verabreicht. Das Heparin kann intravenös in eine Vene oder subkutan unter die Haut gespritzt werden. Da Heparin die Plazenta nicht passiert, kann es dem Fötus nicht schaden. Die Behandlung wird über 3 bis 6 Monate fortgeführt. Anschließend wird den Frauen über mindestens 6 Wochen nach der Geburt Heparin in geringeren Dosen verabreicht, um zu verhindern, dass sich neue Gerinnsel bilden. Während dieser Zeit besteht weiterhin ein erhöhtes Risiko eines Blutgerinnsels.

Nach der Geburt kann Warfarin anstelle von Heparin verwendet werden, insbesondere wenn die Frauen eine Behandlung über mehr als 6 bis 8 Wochen benötigen. Warfarin kann oral eingenommen werden. Zudem ist das Komplikationsrisiko geringer als bei Heparin, und es kann auch von stillenden Frauen eingenommen werden.

Frauen, bei denen während einer früheren Schwangerschaft Blutgerinnsel aufgetreten sind oder die schon vor der Schwangerschaft unter einer thromboembolischen Erkrankung gelitten haben, kann Heparin während der Schwangerschaft sowie bis zu 6 Wochen nach der Entbindung verabreicht werden, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern.

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