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Anämien während einer Schwangerschaft

Von

Lara A. Friel

, MD, PhD, University of Texas Health Medical School at Houston, McGovern Medical School

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2019| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2019
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Eine Anämie tritt bei bis zu einem Drittel der Frauen während des dritten Trimesters auf. Folgendes sind die häufigsten Ursachen für eine Anämie:

(Siehe auch Anämie.)

Eine angeborene Blutarmut (z. B. eine Sichelzellanämie, Hämoglobin-S-C-Krankheit oder manche Thalassämien) erhöht das Risiko von Schwangerschaftsproblemen. Besteht ein erhöhtes Risiko, dass eine Frau aufgrund ihrer Ethnizität oder ihrer Familiengeschichte unter einer dieser Erkrankungen leidet, werden vor der Geburt regelmäßig Bluttests durchgeführt, um etwaige Erkrankungen festzustellen. Unter Umständen werden Chorionzottenbiopsien oder Amniozentesen durchgeführt, um herauszufinden, ob diese Erkrankungen beim Kind vorliegen.

Symptome

Entwickelt sich eine Anämie, transportiert das Blut nicht mehr genügend Sauerstoff. Zunächst verursacht die Anämie keine oder nur leichte Symptome, wie z. B. Erschöpfung, Schwäche und Benommenheit. Betroffene Frauen können blass aussehen. Handelt es sich um eine schwere Anämie, kann es zu einem schnellen, schwachen Puls, Ohnmacht und einem niedrigen Blutdruck kommen.

Bleibt die Anämie bestehen, kann Folgendes auftreten:

  • Die Sauerstoffversorgung des Ungeborenen sinkt, die für normales Wachstum und normale Entwicklung, insbesondere Gehirnentwicklung, erforderlich ist.

  • Schwangere Frauen können unter starker Müdigkeit und Kurzatmigkeit leiden.

  • Das Risiko vorzeitiger Wehen ist erhöht.

Die Blutungen, die normalerweise während der Geburtswehen und der Entbindung auftreten, können die Anämie auf ein gefährliches Maß verschlimmern. Auch erkranken anämische Frauen nach der Entbindung häufiger an Infektionen.

Diagnose

  • Bluttests

Eine Anämie wird gewöhnlich bei der ersten Untersuchung entdeckt, nachdem die Schwangerschaft festgestellt wurde, bei der routinemäßig ein großes Blutbild erstellt wird.

Behandlung

  • Behandlung der Anämie

  • Transfusionen bei schweren Symptomen

Maßnahmen zur Behebung einer Anämie während der Schwangerschaft unterscheiden sich je nach der Ursache (siehe unten).

Ob Bluttransfusionen notwendig sind, hängt davon ab, ob Folgendes auftritt:

  • Symptome wie Benommenheit, Schwäche und Erschöpfung sind schwerwiegend.

  • Die Anämie beeinträchtigt die Atmung oder die Herzfunktion.

Anämie aufgrund eines Eisen- oder Folsäuremangels

Ein Eisenmangel ist in etwa 95 Prozent aller Fälle die Ursache einer Anämie während der Schwangerschaft. Eisenmangelanämie wird in der Regel durch Folgendes verursacht:

  • Ungenügende Aufnahme von Eisen über die Nahrung (besonders bei jugendlichen Mädchen)

  • Menstruation

  • Frühere Schwangerschaft

Gewöhnlich kommt es bei Frauen jeden Monat während der Menstruation regelmäßig zu einem Eisenverlust. Der Eisengehalt, der während der Menstruation verloren geht, entspricht etwa der Menge, welche die Frauen normalerweise im Monat zu sich nehmen. Demnach können die Frauen nicht viel Eisen speichern.

Um rote Blutkörperchen im Fötus zu produzieren, benötigen schwangere Frauen zweimal so viel Eisen wie üblich. Infolgedessen entwickelt sich in der Regel ein Eisenmangel und anschließend eine Anämie.

Auch ein Folat- bzw. Folsäuremangel kann in der Schwangerschaft zu einer Anämie führen. Tritt ein Folsäuremangel auf, besteht ein erhöhtes Risiko, dass es beim Kind zu angeborenen Defekten am Gehirn oder Rückenmark (Neuralrohrdefekt) kommt, z. B. einer Spina bifida.

Bluttests können zur Bestätigung der Diagnose einer Eisenmangel- oder Folsäuremangelanämie dienen.

Eine Anämie kann gewöhnlich durch die Zuführung von Nahrungsergänzungsmitteln mit Eisen und Folsäure verhindert bzw. behandelt werden. Weist die schwangere Frau einen Eisenmangel auf, werden dem Neugeborenen in der Regel Eisenpräparate gegeben. Die Einnahme von Folsäurepräparaten vor und während der Schwangerschaft senkt das Risiko, dass es beim Baby zu einem Neuralrohrdefekt kommt.

Sichelzellanämie

Eine Sichelzellanämie verursacht nicht nur Symptome einer Anämie, sondern erhöht auch die folgenden Risiken während einer Schwangerschaft:

Ein plötzlicher, starker Schmerzanfall (die sogenannte Sichelzellkrise) kann auch während der Schwangerschaft auftreten. Je ausgeprägter die Sichelzellanämie vor der Schwangerschaft war, desto höher ist das Risiko für Gesundheitsprobleme für Mutter und Kind und das Sterberisiko für das Kind während der Schwangerschaft. Fast immer kommt es im Verlauf der Schwangerschaft zu einer Verschlechterung der Sichelzellanämie.

Werden regelmäßig Bluttransfusionen gegeben, besteht bei Frauen mit einer Sichelzellanämie eine geringere Wahrscheinlichkeit, dass eine Sichelzellkrise auftritt. Allerdings erhöht sich das Risiko, dass ihr Körper das übertragene Blut nicht annimmt. Dieser Zustand wird Alloimmunisierung genannt und ist lebensbedrohlich. Transfusionen für die Mutter können das Risiko für den Fötus nicht verringern. Deshalb werden Transfusionen nur vorgenommen, wenn eines der folgenden Probleme eintritt:

  • Die Anämie verursacht Symptome, Herzinsuffizienz oder eine schwere bakterielle Infektion.

  • Ernstzunehmende Probleme wie Blutungen oder eine Blutinfektion (Sepsis) treten während der Wehen und der Entbindung auf.

Kommt es zu einer Sichelzellkrise, erhalten die schwangeren Frauen dieselbe Behandlung wie nicht schwangere Frauen. Sie werden in ein Krankenhaus eingeliefert und erhalten intravenös Flüssigkeiten, Sauerstoff und Arzneimittel zur Schmerzlinderung. Handelt es sich um eine schwere Anämie, werden den Frauen Bluttransfusionen verabreicht.

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