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Magnetresonanztomographie (MRT) bei neurologischen Erkrankungen

Von

Michael C. Levin

, MD, College of Medicine, University of Saskatchewan

Inhalt zuletzt geändert Jul 2016
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Quellen zum Thema

Die MRT liefert eine bessere Darstellung der neuralen Strukturen als die CT. Dieser Unterschied ist klinisch am signifikantesten, wenn Folgendes sichtbar gemacht wird:

  • Hirnnerven

  • Hirnstammläsionen

  • Abnormalitäten der hinteren Schädelgrube

  • Rückenmark

CT-Bilder dieser Regionen werden oft durch knöcherne Streifenartefakte getrübt. Eine MRT ist besonders wertvoll bei der Identifizierung spinaler Krankheiten (z. B. Tumor, Abszess), die das Rückenmark komprimieren und eine notfallmäßige Intervention erforderlich machen. Ebenso ist die MRT besser geeignet zum Nachweis demyelinisierender Plaques, früher Infarkte und subklinischer Hirnödeme, zerebraler Kontusionen und beginnender transtentorieller Einklemmungen, Anomalien des kraniozervikalen Übergangs und einer Syringomyelie.

Normales MRT des Gehirns (Sagittal)

Die MRT ist kontraindiziert, wenn Patienten

  • Hatten einen Schrittmacher oder Herz- oder Karotis-Stents für < 6 Wochen

  • Ferromagnetische Aneurysma-Clips oder ein andere metallisches Objekt im Körper haben, das sich entweder überhitzen oder dislozieren kann, wenn der Körper einem intensiven magnetischen Feld ausgesetzt ist.

Zur Darstellung entzündlicher, demyelinisierender und neoplastischer Läsionen kann die Signalverstärkung durch paramagnetische i.v.-Kontrastmittel (z. B. Gadolinium) erforderlich sein. Obwohl Gadolinium als viel sicherer angesehen wird als Kontrastmittel, die bei der CT verwendet werden, wurde über nephrogene systemische Fibrose (nephrogene fibrosierende Dermopathie) bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und Azidose berichtet.

Es gibt verschiedene MRT-Techniken; welche gewählt wird, hängt vom spezifischen Gewebe, von der Lokalisation und der vermuteten Störung ab:

  • Die diffusionsgewichtete MRT (DW-MRT) ermöglicht eine schnelle und frühe Erkennung eines ischämischen Insults.

  • Mit der Perfusions-MRT lassen sich Hypoperfusionsareale bei frühem ischämischem Insult erkennen. Bereiche mit benigner Minderdurchblutung können jedoch noch nicht zuverlässig unterschieden werden von solchen mit schädlicher Hypoperfusion, die zu einem Infarkt führt.

  • Die Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) ist eine Erweiterung der DW-MRT, die Bahnen der weißen Substanz 3-dimensional darstellen kann (Traktographie). Sie kann eingesetzt werden, um die Integrität von ZNS-Bahnen zu überwachen, die von Alterung und Krankheit betroffen sind.

  • Die in Forschungszentren verwendete Double Inversion Recovery (DIR) ist anderen MRT-Techniken bei der Erkennung von Demyelinisierung der grauen Substanz überlegen; heute wird eine Demyelinisierung der grauen Substanz bei multipler Sklerose als verbreitet angesehen.

  • Die funktionelle MRT (fMRT) zeigt, welche Hirnregionen durch eine bestimmte kognitive oder motorische Aufgabe aktiviert werden (erkennbar am verstärkten Fluss von sauerstoffreichem Blut); die klinische Anwendung muss jedoch noch genauer definiert werden.

Die MRT-Angiographie (MRA) nutzt die MRT mit oder ohne Kontrastmittel, um zerebrale Gefäße sowie große Arterien und deren Äste in Kopf und Hals darzustellen. Obwohl die MRT die zerebrale Angiographie nicht ersetzt hat, wird sie dann eingesetzt, wenn eine zerebrale Angiographie nicht durchgeführt werden kann (z. B. weil der Patient sich weigert oder erhöhte Risiken hat). Bei der Insultdiagnostik mit MRA wird die Schwere arterieller Stenosen tendenziell eher zu hochgradig dargestellt, aber somit eine Verschlusskrankheit der großen Arterien meist nicht übersehen.

Die MRT-Angiographie kann auch genutzt werden, um die großen Venen und duralen Sinus des Gehirns darzustellen. Die MRA kann eine zerebrale Angiographie in der Diagnose einer Sinusvenenthrombose unnötig machen und ist hilfreich beim Monitoring einer Thrombolyse und bei der Entscheidung über die Dauer der Antikoagulation.

Die MR-Spektroskopie kann Metaboliten des Hirnstoffwechsels regional quantitativ messen und so Tumoren von Abzessen oder Insulten unterscheiden.

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