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Agnosie

Von

Juebin Huang

, MD, PhD, Memory Impairment and Neurodegenerative Dementia (MIND) Center, University of Mississippi Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Jul 2017
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Agnosie ist die Unfähigkeit, ein Objekt mithilfe eines oder mehrerer Sinnessysteme zu erkennen. Die Diagnose wird klinisch gestellt, häufig umfasst sie auch neuropsychologische Untersuchungen. Zur Identifizierung der Ursache wird eine Bildgebung des Gehirns (z. B. CT, MRT) veranlasst. Die Prognose hängt von der Art und Ausdehnung der Schädigung und dem Alter des Patienten ab. Es gibt keine spezifische Behandlung, aber Sprach- und Ergotherapie können Patienten helfen, die Störung zu kompensieren.

Agnosien sind selten.

Ätiologie

Agnosia resultiert aus einer Schädigung (z. B. durch Infarkt, Tumor, Abszess oder Trauma) oder einer Degeneration der Hirnareale, die Wahrnehmung, Gedächtnis und Wiedererkennen integrieren (z. B. Alzheimer-Erkrankung, Parkinson-Demenz).

Formen

Verschiedene Hirnläsionen können verschiedene Formen der Agnosie verursachen, die jede Sinnesmodalität umfassen kann. Meist ist nur eine Sinnesmodaltiät betroffen:

  • Hören (auditorische Agnosie - die Unfähigkeit, Objekte durch Geräusche wie z.B. ein klingelndes Telefon zu identifizieren)

  • Geschmack (gustatory Agnosia)

  • Geruch (olfaktorische Agnosie)

  • Berührung (taktile Agnosie)

  • Sicht (visuelle Agnosie)

Andere Formen der Agnosie betreffen sehr spezifische und komplexe Prozesse innerhalb einer Sinnesmodalität.

Prosopagnosie ist die Unfähigkeit der Wiedererkennung wohlbekannter Gesichter, auch von Gesichtern guter Bekannter, oder ansonsten zur Unterscheidung individueller Objekte innerhalb einer Klasse von Objekten, obwohl die Fähigkeit zur Identifikation allgemeiner Merkmale von Gesichtern und Objekten erhalten ist. Die Prosopagnosie ist oft mit einer Schädigung des interfiskalen Lappens verbunden - oft bilateral, insbesondere im Gyrus fusiformis.

Eine Anosognosie ist Mangel an Bewusstsein, dass ein Defizit besteht oder mangelnde Einsicht in ein bestehendes Defizit. Sie kann bei Verletzungen des rechten nichtdominanten Parietallappens vorkommen (die in der Regel aufgrund eines akuten Schlaganfalls oder traumatischer Hirnverletzung entsteht). Es kann sein, dass sich Patienten mit multiplen Beeinträchtigungen einer Beeinträchtigung voll bewusst sind, aber einer anderen nicht. Die Patienten mit Ansognosie leugnen ihre motorischen Defizite, bestehen darauf, dass ihnen nichts fehlt, selbst wenn eine Seite ihres Körpers komplett gelähmt ist. Wenn ihnen der gelähmte Körperteil gezeigt wird, können die Patienten abstreiten, dass er zu ihnen gehört.

Im Zusammenhang damit wird häufig beobachtet, dass die Patienten den motorisch oder sensibel gelähmten Teil des Körpers ignorieren (Hemiunaufmerksamkeit) oder den Raum um sie herum auf dieser Seite nicht wahrnehmen (Hemineglekt). Der Hemineglekt betrifft meist die linke Körperhälfte.

Somatosensorische Agnosie kann auch aus Läsionen im Parietallappen resultieren. Patienten mit somatosensorischer Agnosie haben Schwierigkeiten, ein bekanntes Objekt zu identifizieren (z. B.Schlüssel, Sicherheitsnadel), das in der Hand auf der gegenüberliegenden Seite des Körpers mit dem Schaden platziert wird. Allerdings können sie, wenn sie auf das Objekt schauen ,dieses sofort erkennen und es identifizieren.

Occipitotemporale Läsionen können dazu führen,

  • Eine Unfähigkeit, vertraute Orte (Umwelt agnosia) zu erkennen,

  • Sehstörungen (visuelle Angosie)

  • Farbenblindheit (Achromatopsie)

Rechtsseitige zeitliche Läsionen können zu Folgendem führen,

  • Eine Unfähigkeit, Laute (auditiv agnosia) zu interpretieren

  • Beeinträchtigte Musikwahrnehmung (amusia)

Diagnose

  • Untersuchungen am Krankenbett und neuropsychologische Tests

  • Bildgebung des Gehirns

Am Krankenbett werden die Patienten aufgefordert, gewöhnliche Gegenstände visuell oder durch Berührung oder einen anderen Sinn zu identifizieren. Bei V. a. Hemineglekt werden die Patienten aufgefordert, den gelähmten Teil ihres Körpers oder Objekte in diesem Teil des Gesichtsfelds zu identifizieren.

Die körperliche Untersuchung wird durchgeführt, um primäre Defizite einzelner Sinne festzustellen oder in der Fähigkeit zur Kommunikation, die mit Agnosie-Tests interferieren kann. Beispielsweise können die Patienten bei gestörter leichter Berührung ein Objekt nicht spüren, auch wenn die kortikale Funktion intakt ist. Auch können Aphasien die Äußerung des Patienten überlagern. Eine genaue neuropsychologische Testung kann diskreter ausgeprägte agnostische Phänomene identifizieren.

Eine Bildgebung des Gehirns (z. B. CT oder MRT mit oder ohne angiographische Sequenzen) ist zur Charakterisierung einer zentralen Läsion (z. B. Infarkt, Blutung, Raumforderung) notwendig. Auch muss nach einer Atrophie gesucht werden, was eine degenerative Ursache der Störung nahelegen würde.

Prognose

Die Genesung von einer Agnosie kann beeinflusst werden durch

  • Art, Größe und Lage der Läsionen

  • Grad der Beeinträchtigung

  • Patientenalter

  • Die Wirksamkeit der Therapie

Wenn die Ursache selbstbegrenzt oder reversibel ist, tritt die meiste Erholung innerhalb der ersten 3 Monate ein, aber die Erholung kann sich bis zu einem Jahr in unterschiedlichem Ausmaß fortsetzen.

Behandlung

  • Behandlung der Ursache

  • Sprache oder Ergotherapie

Wenn möglich, wird die Ursache von Agnosie behandelt (z. B. Operation und/oder Antibiotika bei Hirnabszeß, Opration und/oder Strahlentherapie bei Hirntumor).

Rehabilitation mit Logopäden und Ergotherapeuten können Patienten dabei helfen zu lernen, ihre Defizite zu kompensieren.

Wichtige Punkte

  • Agnosien sind selten, können aber jede Wahrnehmung beeinflussen.

  • Agnosien werden diagnostiziert, indem der Patienten gebeten wird, Objekte zu identifizieren oder - bei subtilen Agnosien - , indem neuropsychologische Tests durchgeführt werden.

  • Bildgebung des Gehirns, um die ursächliche Läsion zu charakterisieren.

  • Empfehlen Sie Rehabilitation mit Logopädie und Ergotherapie, um Patienten dabei zu unterstützen, zu lernen, ihre Defizite zu kompensieren.

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