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Clonorchiasis

(Chinesischer oder orientalischer Leberegel)

Von

Richard D. Pearson

, MD, University of Virginia School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Mai 2018
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Quellen zum Thema

Clonorchiasis ist eine Infektion mit dem Leberegel Clonorchis sinensis. Eine Infektion wird durch den Verzehr von nichtdurchgegartem Süßwasserfisch erworben. Die Symptome können aus Fieber, Schüttelfrost, epigastrischen Schmerzen, weicher Lebervergrößerung, Diarrhö und leichtem Ikterus bestehen. Die Diagnose wird durch den Nachweis von Eiern im Stuhl oder Duodenalsaft gestellt. Die Therapie erfolgt mit Praziquantel oder Albendazol.

Egel sind parasitäre flache Würmer, die verschiedene Teile des Körpers infizieren (z. B. Blutgefäße, den Gastrointestinaltrakt, Lunge, Leber), abhängig von der Art.

Clonorchis ist im Fernen Osten endemisch, insbesondere in Korea, Japan, Taiwan und Südchina, und Infektionen treten an anderer Stelle bei Einwanderern und Menschen auf, die rohen oder nicht gekochten Fisch aus endemischen Gebieten essen.

Pathophysiologie

Adulte Formen von C. sinensis leben in den Gallengängen. Die Eier werden mit dem Stuhl ausgeschieden und von Wasserschnecken aufgenommen. Infizierte Wasserschnecken setzen daraufhin Zerkarien (frei schwimmende Larven) frei, die eine Vielzahl von Süßwasserfischen infizieren können. Menschen infizieren sich durch den Verzehr von rohem, nicht durchgebratenem, getrocknetem, gesalzenem oder eingelegtem Fisch, der Zysten mit Metazerkarien enthält (Ruhe-oder Reifestadium). Metazerkarien werden in das Duodenum freigesetzt, gelangen durch die Papilla Vateri in den Gallengang und wandern in die kleineren intrahepatischen Gänge (oder gelegentlich in die Gallenblase und Pankreasgänge), wo sie innerhalb von ca. 1 Monat zu adulten Tieren heranreifen. Die Erwachsenen können 20 Jahre leben und wachsen, um 3–5 mm bis zu 10–25 mm.

Symptome und Beschwerden

Leichte Trematodeninfektionen sind in der Regel asymptomatisch. In der akuten Phase können schwerere Infektionen Fieber, Schüttelfrost, epigastrische Schmerzen, weiche Hepatomegalie, leichten Ikterus und Eosinophilie hervorrufen. Später kann es auch zu einer Diarrhö kommen.

Chronische Cholangitis bei schweren Infektionen kann zu einer Atrophie des Leberparenchyms und einer Portalfibrose führen. Falls eine Ansammlung von Egeln das Gallengangssystem obstruiert, kann es auch zu einem Ikterus kommen.

Weitere Komplikationen sind z. B. eine eitrige Cholangitis, Cholelithiasis, Pankreatitis und, im Spätstadium, ein Cholangiokarzinom (Gallengangkrebs[1]). Vietnam-Veteranen, die ein Cholangiokarzinom entwickeln, sind möglicherweise mit C. sinensis oder Opisthorchis viverrini infiziert worden während sie in Südostasien dienten (2).

Symptome und Hinweise

  • 1. Xia J, Jiang SC, Peng HJ: Association between liver fluke infection and hepatobiliary pathological changes: A systematic review and meta-analysis. PLoS One 10 (7):e0132673, 2015. doi: 10.1371/journal.pone.0132673. eCollection 2015.

  • 2. U.S. Department of Veterans Affairs: Bile Duct Cancer (Cholangiocarcinoma) and Liver Fluke Infection. Aufgerufen am 13/04/18.

Diagnose

  • Die mikroskopische Untersuchung des Stuhls

Die Diagnose von Clonorchiose wird durch den Nachweis von Eiern im Stuhl oder Duodenalsaft gestellt. Die Eier sind schwierig von denen von Opisthorchis zu unterscheiden. Gelegentlich wird die Diagnose durch die Identifizierung erwachsener Egel in chirurgischen Proben gestellt oder indem eine perkutane transhepatische Cholangiographie durchgeführt wird.

Weitere Untersuchungen sind nicht diagnoseweisend, können aber auffällig sein; alkalische Phosphatase, Bilirubin und Eosinophile können erhöht sein.

Eine Abdomenleeraufnahme zeigt gelegentlich intrahepatische Kalzifikationen. Eine Sonographie, CT, MRT, endoskopische retrograde Cholangiopankreatikografie oder Cholangiographie der Leber kann Gangunregelmäßigkeiten und Hinweise auf eine Narbenbildung sichtbar machen.

Therapie

  • Praziquantel oder Albendazol

Die Behandlung der Klonorchiasis erfolgt mit einer der folgenden Methoden:

  • Praziquantel 25 mg/kg p.o. 3-mal täglich für 2 Tage

  • Albendazol 10 mg/kg p.o. einmal täglich für 7 Tage

Eine biliäre Obstruktion kann einen chirurgischen Eingriff erfordern.

Die Prävention beinhaltet das gründliche Kochen von Süßwasserfischen aus endemischen Gewässern und diese nicht roh, gebeizt oder in Wein getränkt zu essen.

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