Lepra

(Hansen-Krankheit; Hansen-Krankheit)

Vollständige Überprüfung: Feb. 2026 VonMichael Croix, MD, University of Rochester Medical Center | Peer-Review durchChristina A. Muzny, MD, MSPH, Division of Infectious Diseases, University of Alabama at Birmingham
Letzte Aktualisierung: Feb. 2026
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Lepra ist eine chronische Infektion, die durch die säurefesten Bakterien Mycobacterium leprae oder den eng verwandten Organismus M. lepromatosis verursacht wird. Diese Organismen haben einen einzigartigen Tropismus für periphere Nerven, die Haut und die Schleimhäute des oberen Respirationstrakts. Es gibt unzählige Symptome, darunter anästhetische polymorphe Hautläsionen und periphere Neuropathie. Die Diagnose wird in erster Linie klinisch gestellt und durch molekulare Tests sowie eine Biopsie bestätigt. Die Behandlung erfolgt typischerweise mit Dapson, Rifampin (Rifampicin) und Clofazimin. Die Patienten sind nach Beginn der Behandlung schnell nicht mehr ansteckend.

M. leprae war bis 2008 die einzige bekannte Ursache der Lepra, als eine zweite Spezies, M. lepromatosis, in Mexiko identifiziert wurde. Zusammen werden diese beiden Organismen als M. leprae-Komplex bezeichnet.

In weiten Teilen der Welt ist Lepra selten. Es handelt sich um eine komplexe, noch wenig erforschte Erkrankung, deren Pathogenese nur schwer zu untersuchen ist.

Obwohl Lepra nicht hoch ansteckend ist (entgegen der landläufigen Meinung), selten zum Tod führt und mit Antibiotika wirksam behandelt werden kann, ist sie weiterhin mit einem erheblichen sozialen Stigma verbunden. Das Missverständnis über die Krankheit liegt wahrscheinlich vor, weil die Lepra vor dem Aufkommen der wirksamen Antibiotikatherapie in den 1940er Jahren unheilbar war. Vor der Einführung einer Therapie wurden Menschen mit dieser Krankheit entstellt und litten oft unter erheblichen Behinderungen, was dazu führte, dass andere sie fürchteten und mieden. Aufgrund dieser sozialen Stigmatisierung ist die psychologische Auswirkung der Lepra oft erheblich.

Epidemiologie der Lepra

Im Jahr 2023 wurden weltweit 182.815 neue Leprafälle gemeldet, wobei die meisten Fälle in Indien, Brasilien und Indonesien auftraten. Von allen Fällen stammten 13,6 % der Patienten aus Nord- und Südamerika, davon > 90 % aus Brasilien (1).

Im Jahr 2024 wurden in den USA 205 neue Fälle gemeldet; fast zwei Drittel davon traten in Florida, Louisiana, Massachusetts, Texas, Hawaii, Kalifornien, New York, Georgia und Illinois auf (2). Die meisten Leprafälle in den Vereinigten Staaten betreffen Menschen, die aus Ländern ausgewandert sind oder in Ländern gearbeitet haben, in denen Lepra verbreitet ist. Die meisten der autochthon erworbenen Fälle in den Vereinigten Staaten betrafen Menschen, die in südlichen Bundesstaaten leben, in denen neungürtige Gürteltiere mit einzigartigen Genotypen von M. leprae vorkommen und die über direkten Kontakt mit Gürteltieren berichteten (3).

Lepra kann in jedem Alter auftreten. Älteres Alter ist ein Risikofaktor, aber die Krankheit tritt am häufigsten bei Menschen im Alter von 5 bis 15 Jahren oder > 30 Jahren auf.

Lepra ist nicht hoch ansteckend, und etwa 95 % der Menschen, die mit M. leprae in Kontakt kommen, erkranken nie an Lepra (4).

Literatur zur Epidemiologie

  1. 1. Pan American Health Organization (PAHO): Leprosy (Hansen disease). Accessed October 29, 2025.

  2. 2. Health Resources and Services Administration: National Hansen's Disease (Leprosy) Program. August 2025. Accessed September 17, 2025.

  3. 3. Truman RW, Singh P, Sharma R, et al. Probable zoonotic leprosy in the southern United States. N Engl J Med. 2011;364(17):1626–1633. doi:10.1056/NEJMoa1010536

  4. 4. MedlinePlus [Internet]. Bethesda (MD): National Library of Medicine (US); [updated Jun 24]. Leprosy; [updated 2018 Feb 1; reviewed 2020 Apr 1; cited 2025 Oct 3]; [about 5 p.]. Available from: Leprosy: MedlinePlus Genetic Conditions.

Pathophysiologie der Lepra

Der Mensch ist das wichtigste natürliche Reservoir für M. leprae. Gürteltiere sind eine bestätigte Quelle für die zoonotische Übertragung auf den Menschen, aber es gibt Berichte über M. leprae bei Eichhörnchen auf den Britischen Inseln (1). Natürliche Lepra-Infektionen wurden auch bei nichtmenschlichen Primaten in freier Wildbahn beschrieben (z. B. wildlebende Schimpansen, Rußmangaben, Javaneraffen); es ist jedoch unklar, ob diese zu einer zoonotischen Übertragung auf den Menschen führen. (Siehe auch Mycobacterial Infections in Animals.)

Es wird angenommen, dass Lepra durch Tröpfchen und Sekrete aus der Nase von Mensch zu Mensch übertragen wird. Eine Übertragung scheint nicht durch alltäglichen Kontakt (z. B. durch bloßes Berühren einer infizierten Person) oder kurzzeitigen Kontakt stattzufinden. Menschen, die in Haushalten leben, in denen sie Kontakt zu bekanntermaßen infizierten Personen haben, haben ein etwa doppelt so hohes Risiko, an Lepra zu erkranken (2).

Auch nach dem Kontakt mit den Bakterien entwickeln die meisten Menschen keine Lepra (3); medizinisches Personal arbeitet oft jahrelang mit Leprakranken zusammen, ohne sich anzustecken. Die meisten immunkompetenten Menschen, die mit M. leprae infiziert sind, entwickeln keine Lepra. Menschen, die an Lepra erkranken, weisen möglicherweise eine genetische Veranlagung auf, doch ist diese noch nicht genau geklärt.

M. leprae wächst langsam (Verdopplung innerhalb 2 Wochen). Die übliche Inkubationszeit reicht von einigen Monaten bis zu 20 Jahren (3). Im Falle einer Infektion kann es zu einer hämatogenen Dissemination kommen.

Klassifikation der Lepra

Lepra wird nach Art und Anzahl der betroffenen Hautareale klassifiziert:

  • Paucibazillär: 5 Hautläsionen ohne nachgewiesene Bakterien an Proben aus diesen Gebieten

  • Multibazillär: 6 Hautläsionen, Bakterien wurden an Proben von Hautläsionen erkannt oder beides

Lepra ist auch durch zelluläre Reaktion und klinische Befunde klassifiziert:

  • Tuberkuloid (TT)

  • Lepromatös (LL)

  • Borderline (zwischen TT und LL)

Menschen mit tuberkuloider Lepra besitzen typischerweise eine starke zellvermittelte Antwort, die die Krankheit auf einige Hautläsionen (paucibazillär) begrenzt und die Krankheit verläuft leichter, ist weniger häufig und weniger ansteckend.

Personen mit lepromatöser oder Borderline-Lepra weisen in der Regel eine geringe zellvermittelte Abwehr gegen M. leprae auf und haben eine schwere systemische Infektion mit einer ausgedehnten bakteriellen Infiltration der Haut, Nerven und anderer Organe (z. B. Nase, Hoden, Nieren). Sie haben in der Regel mehr Hautläsionen (multibazillär), und die Krankheit ist ansteckender.

In beiden Klassifizierungen bestimmt die Art der Lepra:

  • Langzeitprognose

  • Wahrscheinliche Komplikationen

  • Dauer der antibiotischen Behandlung

Literatur zur Pathophysiologie

  1. 1. Ploemacher T, Faber WR, Menke H, Rutten V, Pieters T. Reservoirs and transmission routes of leprosy; A systematic review. PLoS Negl Trop Dis. 2020;14(4):e0008276. Published 2020 Apr 27. doi:10.1371/journal.pntd.0008276

  2. 2. Fine PE, Sterne JA, Pönnighaus JM, et al. Household and dwelling contact as risk factors for leprosy in northern Malawi. Am J Epidemiol. 1997;146(1):91-102. doi:10.1093/oxfordjournals.aje.a009195

  3. 3. MedlinePlus [Internet]. Bethesda (MD): National Library of Medicine (US); [updated Jun 24]. Leprosy; [updated 2018 Feb 1; reviewed 2020 Apr 1; cited 2025 Oct 3]; [about 5 p.]. Available from: Leprosy: MedlinePlus Genetic Conditions.

Symptome und Anzeichen von Lepra

Die Symptome von Lepra beginnen in der Regel nicht vor > 1 Jahr nach der Infektion. Einmal aufgetreten, schreiten die Symptome langsam voran

Manifestationen der Lepra
Tuberkuloide Lepra

Dieses Foto zeigt Hautläsionen, die aus hypopigmentierten Makula mit darüberliegender Taubheit aufgrund von Nervenschäden bestehen.

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CNRI/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Lepromatöse Lepra

Das Foto zeigt Hautläsionen, die aus symmetrischen Knötchen und Hautverdickungen bestehen. Die Augenbrauen fehlen.

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ST MARY'S HOSPITAL MEDICAL SCHOOL/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Borderline-Lepra

Dieses Foto zeigt Merkmale einer Borderline-Lepra, die im Erscheinungsbild überwiegend tuberkuloid ist.

Dieses Foto zeigt Merkmale einer Borderline-Lepra, die im Erscheinungsbild überwiegend tuberkuloid ist.

Photo courtesy of Karen McKoy, MD.

Lepra betrifft vor allem die Haut und die peripheren Nerven. Die Beteiligung der Nerven verursacht sensible und motorische Ausfälle an den Stellen, die von den betroffenen Nerven versorgt werden.

  • Tuberkuloide Lepra: Die Hautläsionen bestehen aus einer oder wenigen hypästhetischen Makulae mit scharf abgegrenzten, erhabenen Rändern. Das Exanthem geht wie bei allen Lepraformen nicht mit einem Pruritus einher. Die von diesem Ausschlag betroffen Bereiche sind aufgrund der Schädigung der darunter liegenden peripheren Nerven, die palpatorische vergrößert sein können, taub.

  • Lepromatöse Lepra: Ein Großteil der Haut und viele Bereiche des Körpers, einschließlich der Nieren, Nase und Hoden, können betroffen sein. Patienten haben Hautmakulae, Papeln, Knoten oder Plaques, die oft symmetrisch sind. Die periphere Nervenschädigung ist schwerer als bei tuberkuloider Lepra, mit mehreren Bereichen von Sensibilitätsverlust; verschiedene Muskelgruppen können ausfallen. Patienten können eine Gynäkomastie entwickeln oder verlieren Wimpern und Augenbrauen.

  • Borderline Lepra: Symptome sowohl der tuberkuloiden als auch der lepromatösen Lepra sind vorhanden. Ohne Behandlung kann die Borderline-Lepra weniger schwer und mehr wie die tuberkuloide Form verlaufen, oder sie kann sich verschlimmern und mehr wie die lepromatöse Form entwickeln.

Komplikationen der Lepra

Die schwerwiegendsten Komplikationen ergeben sich aus der peripheren Nervenläsion, die eine Verschlechterung des Tastsinns und eine entsprechende Unfähigkeit, Schmerz und Temperatur zu fühlen verursacht. Patienten können sich unbemerkt schwerst verbrennen, schneiden oder anderweitig verletzen. Wiederholte Schäden können zum Verlust von Fingern führen. Die Muskelschwäche kann zu charakteristischen Fehlhaltungen führen (z. B. Krallenstellung des 4. und 5. Fingers durch Beteiligung des Nervus ulnaris, Fußheberschwäche durch Beteiligung des N. peroneus).

Komplikationen der Lepra (Hände)
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Dieses Foto zeigt die schwere Verstümmelung und Degeneration von Fingern bei einem Leprapatienten.

CDC

Papeln und Knötchen können besonders im Gesicht entstellend sein.

Andere Bereiche des Körpers können betroffen sein:

  • Augen: Iritis kann zu einem Glaukom führen, und eine korneale Sensibilitätsstörung kann zu Narbenbildung und Erblindung führen.

  • Nase: Schäden an der Nasenschleimhaut können zu chronischer Verstopfung der Nase und Nasenbluten führen und, wenn unbehandelt, Erosion und Zusammenbruch der Nasenscheidewand.

  • Füße: Plantare Ulzera mit Sekundärinfektion sind eine der Hauptursachen für Morbidität und machen das Gehen schmerzhaft.

  • Nieren: Zu einer Amyloidose mit konsekutiver Nierenerkrankung kann es bei einer lepromatösen Lepra kommen.

  • Sexuelle Funktion: Männer mit lepromatöser Lepra können an erektiler Dysfunktion und Unfruchtbarkeit leiden. Durch die Infektion kann es zur Reduktion derTestosteron- und Spermienproduktion in den Hoden kommen.

Lepröse Reaktionen

Im Laufe einer unbehandelten oder aber auch bei einer behandelten Lepra, kann es dazu kommen, dass das Immunsystem charakteristische Entzündungsreaktionen erzeugt. Es werden zwei Formen unterschieden:

Typ-1 Lepra-Reaktionen entstehen durch einen spontanen Anstieg der zellvermittelten Immunität. Diese Reaktionen können zu Fieber und unter Therapie verstärkter (= sog. "paradoxer") Entzündung der bereits bestehenden Haut- und peripheren Nervenläsionen führen, was Schwellungen der Haut, einem Erythem und Empfindlichkeit sowie weitere Verschlechterung Nervenfunktion verursacht. Diese Reaktionen tragen - vor allem wenn nicht frühzeitig zusätzlich antiinflammatorisch oder immunsuppressiv behandelt wird - erheblich zu weiteren Nervenschäden bei. Da diese Ausdruck der (an sich wünschenswerten) gesteigerten Immunantwort unter antimykobakterieller Therapie sind, werden diese Reaktionen wegen der damit verbundenen klinischen Verschlechterung als Umkehr-Reaktion bezeichnet.

Typ-2-Lepra-Reaktionen (Erythema nodosum leprosum oder ENL) sind systemische Entzündungsreaktionen, die einer Vaskulitis oder Pannikulitis entsprechen und wahrscheinlich einer zirkulierenden Immunkomplexablagerung und/oder erhöhten T-Helfer-Zellfunktion entspringen. Sie sind seltener geworden seit das immunmodulatorische Clofazimin in das Therapieschema aufgenommen wurde. Patienten können erythematöse und schmerzhaften Papeln oder Nodulae bekommen, die Pusteln bilden und ulzerieren können und zu Fieber, Neuritis, Lymphadenitis, Orchitis, Arthritis (insbesondere der großen Gelenke, meist der Knie) und zu Glomerulonephritis führen können. Eine Hämolyse oder Knochenmarksuppression kann zu einer Anämie und eine begleitende Hepatitis zu leichten Veränderungen der Lebertestbefunde führen.

Diagnose der Lepra

  • Die mikroskopische Untersuchung von Biopsien der Haut

  • Serologie und molekulare Techniken

Die Diagnose von Lepra erfolgt in den USA oft verzögert, weil Ärzte nicht mit den klinischen Manifestationen vertraut sind.

Lepra wird anhand des Vorhandenseins von Hautläsionen und peripherer Neuropathie vermutet und durch eine mikroskopische Untersuchung von Biopsieproben bestätigt. Mycobacterium leprae und M. lepromatosis wachsen nicht auf künstlichen Kulturmedien. Biopsieproben sollten von den zentrifugal fortschreitenden Grenzen tuberkuloider Läsionen gewonnen werden oder, bei lepromatöser Lepra, von Knötchen oder Plaques.

Serologische Tests, einschließlich der Untersuchung auf Serum-IgM-Antikörper gegen M. leprae, sind spezifisch, aber wenig sensitiv (nur bei zwei Dritteln der Patienten mit tuberkuloider Lepra vorhanden). Der diagnostische Nutzen bleibt weiter auf endemische Gebieten beschränkt, da solche Antikörper auch bei asymptomatischen Infektionen vorhanden sein können.

Molekulare Verfahren wie die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) können die Diagnose unterstützen und gewinnen insbesondere bei Patienten mit atypischem oder im Frühstadium befindlichem Krankheitsverlauf zunehmend an Bedeutung (1). 

Diagnosehinweis

  1. 1. Mungroo MR, Khan NA, Siddiqui R. Mycobacterium leprae: Pathogenesis, diagnosis, and treatment options. Microb Pathog. 2020;149:104475. doi:10.1016/j.micpath.2020.104475

Behandlung der Lepra

  • Langfristige Kombinationstherapien mit Dapson, Rifampin (Rifampicin) und Clofazimin

Die antimykobakterielle und immunmodulatorische Therapie können das Fortschreiten der Lepra stoppen, aber Nervenschäden oder Missbildungen nicht rückgängig machen. So sind Früherkennung und Behandlung von entscheidender Bedeutung.

Aufgrund von Antibiotikaresistenz werden Kombinationstherapien angewendet. Die ausgewählten Medikamente hängen von der Art der Lepra ab; multibazilläre Lepra erfordert intensivere Therapien und eine längere Behandlungsdauer als paucibazilläre Lepra.

Beratung über Diagnose und Behandlung erhalten Sie beim National Hansen’s Disease (Leprosy) Program der Health Resources and Services Administration (oder telefonisch unter 1-800-642-2477). Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Standardtherapien unterscheiden sich etwas von denen in den Vereinigten Staaten (1).

Medikamente gegen Lepra

Dapson ist relativ preiswert und in der Regel sicher einzunehmen. Die Nebenwirkungen beinhalten eine Hämolyse und Anämie (die gewöhnlicherweise leicht sind); und eine allergische Dermatose (die schwer verlaufen kann); selten tritt ein Dapsonsyndrom (exfoliative Dermatitis, hohes Fieber, mononukleoseartiges Differenzialblutbild) auf.

Rifampicin, ist in erster Linie bakterizid bei M. leprae und ist noch effektiver als Dapson. Sie ist kostenlos von der WHO erhältlich (2). Die Nebenwirkungen umfassen Hepatotoxizität, influenzaartige Syndrome und selten auch eine Thrombozytopenie und Nierenversagen.

Clofazimin ist extrem sicher. Die wichtigste unerwünschte Wirkung ist eine reversible Pigmentierung der Haut, aber es kann Monate dauern, bis die Verfärbung zurückgeht. Clofazimin kann in den Vereinigten Staaten nur über die Health Resources and Services Administration bezogen werden (3).

Minocyclin ist ein Tetracyclin-Antibiotikum mit nachgewiesener bakterizider Aktivität gegen M. leprae.

Moxifloxacin ist ein Fluorchinolon mit starker bakterizider Aktivität gegen M. leprae; die Wirksamkeit ist vergleichbar mit der von Rifampicin.

Multibazilläre Lepra

Die Standardtherapie der Weltgesundheitsorganisation umfasst Dapson, Rifampicin und Clofazimin. Die WHO stellt diese Medikamente weltweit allen Lepra-Patienten kostenlos zur Verfügung (2). Menschen mit Lepra in den Vereinigten Staaten können Lepra-Medikamente ebenfalls kostenfrei erhalten; einige Substanzen wie Clofazimin erfordern jedoch vor der Verordnung zusätzliche logistische Abklärungen seitens des medizinischen Fachpersonals (siehe auch National Hansen’s Disease (Leprosy) Program).

Laut WHO sollte bei Erwachsenen mit multibazillärer Erkrankung das folgende Behandlungsschema angewendet werden:

  • Rifampicin 600 mg oral einmal monatlich und Clofazimin 300 mg oral einmal monatlich (unter ärztlicher Aufsicht)

  • Dapson 100 mg einmal täglich oral plus Clofazimin 50 mg einmal täglich oral (ohne ärztliche Überwachung) (1)

Diese Behandlung wird für 12 Monate fortgesetzt.

In den Vereinigten Staaten besteht das Therapieschema für 24 Monate aus Rifampicin 600 mg oral einmal im Monat, Moxifloxacin 400 mg oral einmal im Monat und Minocyclin 100 mg oral einmal im Monat. Clarithromycin 500 mg oral einmal monatlich oder Levofloxacin 500 mg oral einmal monatlich können anstelle eines dieser Medikamente eingesetzt werden (3).

Paucibazilläre Lepra

Laut WHO sollte bei Erwachsenen mit einer paucibazillären Erkrankung das folgende Behandlungsschema angewendet werden:

  • Rifampicin 600 mg oral einmal monatlich und Clofazimin 300 mg oral einmal monatlich (unter ärztlicher Aufsicht)

  • Dapson 100 mg oral einmal täglich plus Clofazimin 50 mg oral einmal täglich (ohne Aufsicht) (1)

Diese Behandlung wird für 6 Monate fortgesetzt.

In den Vereinigten Staaten besteht das Therapieschema für 12 Monate aus Rifampicin 600 mg oral einmal im Monat, Moxifloxacin 400 mg oral einmal im Monat und Minocyclin 100 mg oral einmal im Monat. Clarithromycin 500 mg oral einmal monatlich oder Levofloxacin 500 mg oral einmal monatlich können anstelle eines dieser Medikamente eingesetzt werden (3).

Lepröse Reaktionen

Patientinnen und Patienten mit Typ‑1‑Leprareaktionen (außer bei leichter Hautentzündung) erhalten initial hoch dosiertes Prednison 40 bis 60 mg oral einmal täglich für 5 Tage, gefolgt von niedrigen Erhaltungsdosen (oft nur 10 bis 15 mg einmal täglich) über 6 Monate (3). Geringfügige Hautentzündungen müssen nicht behandelt werden.

In den Vereinigten Staaten kann eine niedrig dosierte Methotrexat-Therapie mit 7,5 mg bis 10 mg oral einmal wöchentlich über einen Zeitraum von 6 Monaten eingeleitet werden, um die Glukokortikoid-Dosis zu minimieren (4). Vor der erneuten Beurteilung des Patienten kann für einen Zeitraum von 3 Monaten zusätzlich eine niedrig dosierte Prednison-Gabe von 1 bis 2,5 mg einmal täglich oral verabreicht werden (5). Cyclosporin kann eine sinnvolle Zweitlinienbehandlung bei schweren Typ-1-Reaktionen bei Patienten sein, die nicht auf Glukokortikoide ansprechen oder diese nicht einnehmen können.

Reaktionen vom Typ 2 werden auch als Erythema-nodosum-leprosum-Reaktionen bezeichnet. Erste und zweite Episoden von Erythema nodosum leprosum können, wenn sie leicht sind, mit Aspirin oder, wenn sie schwerwiegend sind, mit einer Woche Prednison 40 bis 60 mg oral einmal pro Tag plus antimikrobielle Mittel behandelt werden.

In den Vereinigten Staaten ist die Behandlung milder Typ-2-Reaktionen ähnlich wie bei Typ-1-Reaktionen (3). Bei rezidivierenden oder schweren Fällen ist Thalidomid in einer Dosierung von 100 bis 300 mg einmal täglich oral das Mittel der Wahl. Nebenwirkungen sind eine leichte Verstopfung, diskrete Leukopenie und Sedierung, sowie periphere Polyneuropathie bei längerer oder wiederholter Anwendung. Wegen dessen Teratogenität sollte Thalidomid nicht Frauen gegeben werden, die schwanger sind oder werden könnten.

Literatur zur Behandlung

  1. 1. World Health Organization (WHO). Guidelines for the diagnosis, treatment and prevention of leprosy. 2018. Accessed August 26, 2025.

  2. 2. WHO. Leprosy (Hansen disease). Accessed October 3, 2025.

  3. 3. Health Resources and Services Administration. National Hansen's Disease (Leprosy) Program. August 2025. Accessed September 17, 2025.

  4. 4. Perez-Molina JA, Arce-Garcia O, Chamorro-Tojeiro S, et al. Use of methotrexate for leprosy reactions. Experience of a referral center and systematic review of the literature. Travel Med Infect Dis. 2020;37:101670. doi:10.1016/j.tmaid.2020.101670

  5. 5. Jesus JB, Sena CBC, Macchi BM, do Nascimento JLM. Cyclosporin A as an Alternative Neuroimmune Strategy to Control Neurites and Recover Neuronal Tissues in Leprosy. Neuroimmunomodulation. 2022;29(1):15-20. doi:10.1159/000517993

Prävention von Lepra

Weil Lepra nicht sehr ansteckend ist, ist die Gefahr der Ausbreitung gering. Nur die unbehandelte lepromatöse Form ist ansteckend, aber auch dann breitet sich die Infektion nicht leicht aus. Allerdings sollten Haushaltskontakte (insbesondere Kinder) der Leprapatienten auf die Entwicklung von Symptomen und Zeichen der Lepra überwacht werden. Sobald die Therapie begonnen hat, kann sich Lepra nicht ausbreiten.

Die beste Prävention ist:

  • Vermeidung des Kontakts mit Körperflüssigkeiten (einschließlich respiratorischer Tröpfchen) von infizierten Personen sowie mit dem Ausschlag.

Der Bacille-Calmette-Guérin-Impfstoff (BCG-Impfstoff), der zur Vorbeugung von Tuberkulose (TB) eingesetzt wird, bietet einen gewissen Schutz gegen andere mykobakterielle Infektionen als TB, wie z. B. Lepra, wird jedoch oft nicht primär für diesen Zweck verwendet.

Die WHO empfiehlt eine Einzeldosis Rifampicin als präventive Behandlung für Personen im Alter von ≥ 2 Jahren, die Kontaktpersonen von Lepra-Patienten sind (1). Diese Behandlung wird nur durchgeführt, wenn Lepra und Tuberkulose ausgeschlossen wurden und keine anderen Kontraindikationen vorliegen.

Hinweis zur Prävention

  1. 1. World Health Organization (WHO). Guidelines for the diagnosis, treatment and prevention of leprosy. 2018. Accessed August 26, 2025.

Wichtige Punkte

  • Lepra ist eine chronische Infektion, die in der Regel durch die säurebeständigen Bakterien Mycobacterium leprae verursacht wird.

  • Lepra ist bei unbehandelten Patienten nicht sehr ansteckend und überhaupt nicht ansteckend, sobald die Behandlung beginnt.

  • Lepra betrifft vor allem die Haut und die peripheren Nerven.

  • Die schwerwiegendsten Komplikationen resultieren aus dem Verlust des Tastsinns sowie des Schmerz- und Temperaturempfindens; aus Muskelschwäche, die zu Missbildungen führen kann; und aus entstellenden Läsionen der Haut und der Nasenschleimhaut.

  • Entzündungsreaktionen, die Leprareaktionen genannt werden, können auftreten und erfordern eine Behandlung mit Glukokortikoiden.

  • Diagnose basierend auf molekularen Methoden oder Biopsie; M. leprae und M. lepromatosis können nicht in Kultur angezüchtet werden.

  • Die Behandlung umfasst typischerweise eine Kombinationstherapie mit Dapson, Rifampicin und Clofazimin.

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