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Sinusknotendysfunktion

(Sick-Sinus-Syndrom)

Von

L. Brent Mitchell

, MD, Libin Cardiovascular Institute of Alberta, University of Calgary

Inhalt zuletzt geändert Sep 2017
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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.

Der Terminus „Sinusknotendysfunktion“ beinhaltet eine Reihe von Ursachen, die zu einer physiologisch abweichenden Vorhoffrequenz führen. Die Symptome sind minimal oder zeigen sich in Form von Schwäche, Belastungsintoleranz, Palpitationen und Synkopen. Die Diagnose ergibt sich aus dem EKG. Symptomatische Patienten benötigen einen Schrittmacher.

Sinusknotendysfunktion beinhaltet

  • Unangemessene Sinusbradykardie

  • Der Wechsel zwischen Bradykardie und Vorhoftachyarrhythmien (Bradykardie-Tachykardie-Syndrom)

  • Sinus-Pause oder Stillstand

  • Sinuatrialer (SA) Exitblock

Die Sinusknotendysfunktion betrifft hauptsächlich ältere Menschen und hierbei v. a. diejenigen mit Herzfunktionsstörungen oder Diabetes mellitus.

Eine Sinuspause ist ein vorübergehendes Aussetzen der Sinusknotenaktivität, die sich im EKG als Fehlen der P-Wellen über Sekunden oder Minuten zeigt. In der Pause übernehmen in der Regel die nachfolgenden Schrittmacher (atrial oder junktional) die Funktion des Sinusknotens und erhalten die Herzfrequenz und Herzfunktion aufrecht. Lange Pausen führen jedoch zu Schwindel und Synkopen.

Beim SA-Block ist der Sinusknoten depolarisiert, die Leitung der Impulse an das Vorhofgewebe jedoch beeinträchtigt.

  • Beim SA-Block I. Grades ist die Impulsleitung des sinuatrialen Knotens bei normalem EKG lediglich verlangsamt.

  • Beim SA-Block II. Grades Typ 1 (Typ Wenckebach) werden die Impulse vor einer Blockierung langsamer weitergeleitet. Im EKG zeigt sich dabei ein P-P-Intervall, das progressiv abnimmt, bis die P-Welle komplett verschwindet. Dadurch entsteht eine Pause und es erscheinen gruppierte Schläge. Die Pause ist kürzer als die Länge von zwei P-P-Zyklen.

  • Beim SA-Block II. Grades Typ 2 (Typ Mobitz) ist die Impulsüberleitung ohne vorherige Verlangsamung blockiert. Dadurch entsteht eine Pause von einer mehrfachen (in der Regel zweifachen) Länge des P-P-Intervalls und es erscheinen gruppierte Schläge.

  • Beim SA-Block III. Grades ist die Überleitung blockiert, die P-Wellen fehlen, das EKG zeigt einen Sinusarrest.

Ätiologie

Die häufigste Ursache einer Sinusknotendysfunktion ist

  • Idiopathische SA-Knoten-Fibrose, die von einer Degeneration der nachfolgenden Bestandteile des Erregungsleitungssystems begleitet sein kann.

Zu den anderen Ursachen zählen Medikamente, ein übermäßiger Vagotonus und viele ischämische, entzündliche und infiltrative Krankheiten.

Symptome und Beschwerden

Viele Patienten mit mit Sinusknoten-Dysfunktion weisen keine Symptome auf. Es können je nach Herzfrequenz jedoch alle Symptome einer Bradykardie oder Tachykardie auftreten.

Diagnose

  • EKG

Ein langsamer unregelmäßiger Puls weist auf die Diagnose einer Sinusknotendysfunktion hin, die durch das EKG, einen Rhythmusstreifen oder ein 24-h-EKG bestätigt wird. Einige Patienten haben ein VHF, die zugrunde liegende Sinusknotendysfunktion zeigt sich erst nach Konversion in einen Sinusrhythmus.

Prognose

Die Prognose von mit Sinusknoten-Dysfunktion ist unterschiedlich. Ohne Behandlung sterben jährlich ca. 2% der Patienten, hauptsächlich an einer der Sinusknotendysfunktion zugrunde liegenden strukturellen Herzkrankheit. Jedes Jahr entwickeln etwa 5% der Patienten VHF mit dem Risiko einer Herzinsuffizienz oder eines Schlaganfalls.

Behandlung

  • Schrittmacher

Die Therapie von Sinusknoten-Dysfunktion besteht aus der Implantation eines Herzschrittmachers. Das Auftreten von Vorhofflimmern ist bei der Implantation eines physiologischen (Vorhofschrittmacher oder Zweikammersystem) statt eines Ventrikelschrittmachers erheblich reduziert. Neuere Zweikammerschrittmacher, die die ventrikuläre Stimulation minimieren, können das Risiko eines Vorhofflimmerns weiter senken. Eine Therapie mit Antiarrhythmika kann nach dem Einsatz eines Schrittmachers zur Prophylaxe paroxysmaler Tachyarrhythmien sinnvoll sein.

Theophyllin und Hydralazin sind eine therapeutische Option zur Erhöhung der Herzfrequenz bei jüngeren gesunden Patienten mit Bradykardie, aber ohne Synkopen.

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