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Dünndarmtumoren

Von

Elliot M. Livstone

, MD, Sarasota Memorial Hospital, Sarasota, FL

Inhalt zuletzt geändert Okt 2017
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Dünndarmtumoren machen 1–5% aller Tumoren des Gastrointestinaltrakts aus. Das Dünndarmkarzinom ist schätzungsweise für 10.190 Fälle und etwa 1.390 Todesfälle in den USA jährlich (1) verantwortlich.

Benigne Tumoren sind Leiomyome, Lipome, Neurofibrome und Fibrome. Alle diese können abdominale Blähungen, Schmerzen, Blutungen, Diarrhö und – wenn sich eine Obstruktion entwickelt – Erbrechen verursachen. Polypen treten nicht so häufig auf wie im Kolon.

Das Adenokarzinom, ein maligner Tumor, ist selten. Üblicherweise entsteht es im Duodenum oder proximalen Jejunum und verursacht minimale Beschwerden. Bei Patienten mit Morbus Crohn, der den Dünndarm betrifft, tendieren die Tumore dazu, distal und in umgangenen oder entzündeten Darmschlingen vorzugehen.

Primär maligne Lymphome, die im Ileum auftreten, können ein langes, versteiftes Segment verursachen. Dünndarm-Lymphome können bei langjährig unbehandelter Zölliakie entstehen.

Karzinoidtumoren treten am häufigsten im Dünndarm, insbesondere im Ileum, und im Blinddarm auf; an diesen Stellen können größere Läsionen bösartig werden. In 50% der Fälle treten multiple Tumoren auf. Von den Tumoren > 2 cm im Durchmesser sind zum Zeitpunkt der Operation 80% lokal oder hepatisch metastasiert. Etwa 30% der Dünndarmkarzinoide verursachen Obstruktion, Schmerzen, Blutungen oder ein Karzinoidsyndrom. Die Therapie von Karzinoidtumoren ist eine operative Resektion; es können wiederholte Operationen erforderlich sein.

Das Kaposi-Sarkom, zuerst als eine Krankheit älterer jüdischer und italienischer Männer beschrieben, tritt in einer aggressiven Form bei Afrikanern, Organspendeempfängern und AIDS-Patienten auf, die zu 40–60% einen Befall des GIT haben. Die Läsionen können überall im GIT auftreten, finden sich aber üblicherweise im Magen, Dünndarm oder distalen Kolon. Gastrointestinale Läsionen sind meist asymptomatisch, aber Blutungen, Diarrhö, Proteinverlustenteropathie und Invagination können auftreten. Die Therapie des Kaposi-Sarkoms hängt vom Zelltyp, von der Lokalisation und dem Ausmaß der Krankheit ab.

Allgemeiner Hinweis

Diagnose

  • Enteroklyse

  • Gelegentlich Endoskopie oder Kapselvideoendoskopie

Die Enteroklyse (Anm. d. Übers.: Doppelkontrast-Röntgen-Untersuchung des Dünndarms), ggf. CT-Enteroklyse ist wahrscheinlich die häufigste Untersuchung für Raumforderungen im Dünndarmbereich. Eine Dünndarmendoskopie mittels Enteroskop kann benutzt werden, um Tumoren darzustellen und zu biopsieren. Eine Videokapselendoskopie kann dabei helfen, Dünndarmläsionen, v. a. Blutungsquellen, zu identifizieren; dabei überträgt eine geschluckte Kapsel 2 Bilder/s an einen externen Rekorder. Die Originalkapsel ist im Magen oder Kolon nicht verwendbar, da sie sich in diesen größeren Hohlorganen überschlägt. Eine Kolonkapselkamera mit besserer Optik und Beleuchtung zur Verwendung in größeren Hohlorganen befindet sich in der Entwickung.

Therapie

  • Chirurgische Resektion

Die Behandlung von Tumoren des Dünndarms besteht in der Resektion. Elektrokauterisierung, Thermokoagulation oder Laser-Phototherapie während der Enteroskopie oder Operation können Alternativen zur Resektion sein.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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