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Metastatische Knochentumoren

Von

Michael J. Joyce

, MD, Cleveland Clinic Lerner School of Medicine at Case Western Reserve University;


Hakan Ilaslan

, MD, Cleveland Clinic Lerner College of Medicine at Case Western Reserve University

Inhalt zuletzt geändert Dez 2018
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Quellen zum Thema

Jede Krebserkrankung kann in den Knochen metastasieren, allerdings sind Metastasen von Karzinomen am häufigsten, v. a. bei Ursprung in den folgenden Arealen:

Prostatakrebs bei Männern und Brustkrebs bei Frauen sind die häufigsten Krebsformen. Lungenkrebs ist die häufigste Ursache für Krebstod bei beiden Geschlechtern. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung, die in den Knochen metastasiert. Jeder Knochen kann von Metastasen betroffen sein. Eine metastasierende Erkrankung streut üblicherweise nicht in Knochen unterhalb von Unterarm- oder Wadenmitte, wenn sie jedoch an diesen Stellen auftritt, ist sie am häufigsten auf Lungen- oder gelegentlich auf Nierenkrebs zurückzuführen.

Symptome und Beschwerden

Metastasen manifestieren sich als Knochenschmerzen, obwohl sie über lange Zeit asymptomatisch bleiben. Knochenmetastasen können Symptome verursachen, bevor ein Primärtumor vermutet wird, oder treten bei Patienten mit einer bekannten Krebsdiagnose auf.

Diagnose

  • Röntgenaufnahmen

  • Radionuklidszintigraphie zur Identifizierung aller Metastasen

  • Klinische Abklärung und Untersuchung zur Feststellung des Primärtumors (wenn unbekannt)

  • Häufig Biopsie bei unbekanntem Pirmärtumor

Metastatische Knochentumoren sind bei allen Patienten mit unerklärlichen Knochenschmerzen in Betracht zu ziehen, aber vor allem bei Patienten mit:

  • bekannter Krebserkrankung

  • Schmerzen an mehr als einer Stelle

  • Befunden aus bildgebenden Untersuchungen, die Metastasen vermuten lassen

Prostatakrebs ist meist blastisch, Lungenkrebs meist lytisch und Brustkrebs kann blastisch oder lytisch sein.

CT und MRT sind sehr sensitiv für spezifische Metastasen. Wenn allerdings ein Verdacht auf Metastasen besteht, wird in der Regel eine Ganzkörperradionuklidszintigraphie durchgeführt, die nicht ganz so sensitiv ist. Die Knochenszintigraphie ist bei frühen und asymptomatischen Knochenmetastasen sensitiver als Röntgenübersichtsaufnahmen und kann eingesetzt werden, um den gesamten Körper zu untersuchen. Im Szintigramm sichtbare Läsionen werden in der Regel als Metastasen angesehen, wenn der Patient einen bekannten Primärtumor hat. Metastasen sollten bei Patienten vermutet werden, die multiple Läsionen im Knochenszintigramm aufweisen. Obwohl bei Patienten mit bekannter Krebserkrankung oder einer Knochenläsion der Verdacht auf Metastasen besteht, kann es sich bei der Läsion auch nicht um eine Metastase handeln. Daher wird häufig eine Nadelbiopsie der Läsion durchgeführt, um die Diagnose einer Metastase zu bestätigen. Die Ganzkörper-PET-CT wird heute häufig bei einigen Tumoren eingesetzt; sie ist spezifischer für Knochenmetastasen als der Radionuklid-Knochenscan und kann viele extraskelettale Metastasen identifizieren.

Wenn ein Verdacht auf Knochenmetastasen besteht, da mehrere lytische Läsionen gefunden werden, kann die Bestimmung des Primärtumors mit der klinischen Abklärung primärer Krebserkrankungen (v. a. konzentriert auf Brust, Prostata und Schilddrüse), einem Röntgenthorax, einer Mammographie und der Messung des PSA-Spiegels beginnen. Ein initiales CT von Thorax, Abdomen und Becken kann ebenfalls den Primärtumor aufdecken. Eine Knochenbiopsie, speziell eine Feinnadel- oder Stanzbiopsie, ist jedoch notwendig, wenn ein metastatischer Tumor vermutet wird und der Primärtumor nicht anderweitig diagnostiziert wurde. Eine Biopsie unter Nutzung immunhistologischer Anfärbung kann Hinweise auf die Art des Primärtumors geben.

Therapie

  • In der Regel Bestrahlungstherapie

  • Chirurgischer Eingriff zur Stabilisierung des Knochens bei Gefahr einer pathologischen Fraktur oder zur Resektion hochgradig erkrankter Knochen (ggf. mit Gelenkrekonstruktion)

  • Kyphoplastie oder Vertebroplastie bei bestimmten schmerzhaften Wirbelkörperfrakturen

Die Behandlung von metastasierenden Knochentumoren ist abhängig von der Art des betroffenen Gewebes (welcher Organgewebetyp). Die Bestrahlung, kombiniert mit ausgewählten chemotherapeutischen oder hormonellen Mitteln, ist die häufigste Therapieform. Der frühe Einsatz von Strahlung (30 Gy) und Bisphosphonate (z. B. Zoledronat, Pamidronat) oder Denosumab verlangsamen die Knochendestruktion. Einige Tumoren sind nach Strahlentherapie eher zu heilen. So sind z. B. blastische Läsionen bei Prostata- und Brustkrebs eher zu heilen als lytische destruktive Läsionen bei Lungenkrebs und Nierenzellkarzinom. Medikamente, die zur Behandlung des Rezeptor-Aktivators "nuclear factor kappa-B ligand" (RANKL) eingesetzt werden, werden auch verwendet, um die Knochendestruktion zu reduzieren.

Wenn eine ausgedehnte Knochendestruktion mit der Folge einer drohenden oder aktuellen pathologischen Fraktur vorliegt, kann eine chirurgische Fixation oder eine Resektion und Rekonstruktion erforderlich sein, um eine Stabilisierung zu ermöglichen und die Morbidität zu minimieren. Wenn der primäre Tumor entfernt wurde und nur eine limitierte Knochenmetastase zurückbleibt (insbesondere wenn die metastatische Läsion 1 Jahr nach dem Primärtumor auftritt), kann die En-bloc-Exzision kombiniert mit Strahlentherapie, Chemotherapie oder beidem in seltenen Fällen zur Heilung führen. Das Einbringen von Methylmethacrylat in die Wirbelsäule (Kyphoplastie oder Vertebroplastie) lindert die Schmerzen und erweitert und stabilisiert Kompressionsfrakturen, die keine Ausdehnung in das epidurale Weichteilgewebe zeigen.

Wichtige Punkte

  • Karzinome der Brust, Lunge, Prostata und Nieren sind die häufigsten Quellen von metastatischen Knochentumoren.

  • Knochenmetastasen sollten vermutet werden bei Patienten mit bekannter Krebserkrankung, wenn die Schmerzen an mehr als einem Ort auftreten, und/oder wenn Befunde bildgebender Untersuchungen auf Metastasen hindeuten.

  • Eine Knochenbiopsie ist erforderlich, wenn der Primärtumor nach der klinischen und radiologischen Abklärung unbekannt ist.

  • Patienten mit bekanntem solidem Organkrebs und begrenzten Knochenläsionen können eine Nadelbiopsie benötigen, um eine Metastasierung zu bestätigen und einen zweiten Primärtumor auszuschließen.

  • Am häufigsten werden Strahlentherapie, Bisphosphonate und RANKL-Inhibitoren eingesetzt, um den Knochenabbau zu verlangsamen.

  • Pathologische Frakturen erfordern einen chirurgischen Eingriff, eine Kyphoplastie oder Vertebroplastie.

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