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Retinaler Zentralvenenverschluss und Venenastverschluss

(Retinaler Zentralvenenverschluss)

Von

Sonia Mehta

, MD, Vitreoretinal Diseases and Surgery Service, Wills Eye Hospital, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Jan 2017
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Quellen zum Thema

Ein retinaler Zentralvenenverschluss ist eine Blockade der retinalen Zentralvene durch einen Thrombus. Er verursacht schmerzlosen, leichten bis schweren Sehverlust und tritt in der Regel plötzlich auf. Die Diagnose wird mit der Funduskopie gestellt. Zu den Behandlungen gehören antivaskuläre Gefäßwachstumsfaktor-Medikamente (z. B. Ranibizumab, Pegaptanib, Bevacizumab), intraokulare Injektion eines Dexamethason-Implantats oder Triamcinolon und Laserkoagulation.

Ätiologie

Zu den wesentlichen Risikofaktoren gehören

  • Hypertonie

  • Alter

Zu weiteren Risikofaktoren gehören

  • Glaukome

  • Diabetes

  • Erhöhte Viskosität des Blutes

Okklusion kann auch idiopathisch sein. Ein retinaler Venenverschluss kommt bei jungen Menschen selten vor. Die Okklusion kann einen Ast der retinalen Vene oder die zentrale retinale Vene betreffen.

Neovaskularisation (abnorme Gefäßneubildung) der Retina oder Iris (Diabetische Retinopathie) tritt bei etwa 16% aller Patienten mit retinaler Zentralvenenokklusion auf und kann zu sekundärem (neovaskulärem) Glaukom führen, welches Wochen bis Monate nach der Okklusion auftreten kann. Eine Glaskörperblutung kann durch retinale Neovaskularisationen verursacht werden.

Symptome und Beschwerden

Ein schmerzloser Sehverlust tritt für gewöhnlich plötzlich auf, kann jedoch auch allmählich über einen Zeitraum von Tagen oder Wochen eintreten. Funduskopie zeigt Blutungen auf der Retina, angeschwollene (erweiterte) und gewundene Netzhautvenen, und in der Regel ein erhebliches Netzhautödem. Diese Veränderungen sind in der Regel diffus, wenn die Obstruktion die retinale Zentralvene betrifft, und auf einen Quadranten begrenzt, wenn die Obstruktion nur einen Ast der retinalen Zentralvene betrifft.

Diagnose

  • Funduskopie

  • Farb-Fundusphotographie

  • Fluoreszenzangiographie

  • Optische Kohärenztomographie

Die Diagnose wird bei Patienten mit schmerzlosem Sehverlust vermutet, insbesondere bei denen mit Risikofaktoren. Funduskopie, Farbfotografie und Fluoreszenzangiographie bestätigen die Diagnose. Optische Kohärenztomographie wird eingesetzt, um das Ausmaß des Makulaödems und sein Ansprechen auf die Behandlung zu bestimmen. Patienten mit einer retinalen Zentralvenenokklusion werden auf Hypertonie und Glaukom untersucht und auf Diabetes getestet. Junge Patienten werden auf eine erhöhte Viskosität des Blutes getestet (mit einem Blutbild und falls als notwendig erachtet weiteren koagulierbaren Faktoren).

Prognose

Die meisten Patienten haben einige visuelle Defizite. In leichten Fällen kann es eine spontane Verbesserung zu einer annähernd normalen Sehkraft über einen variablen Zeitraum geben. Die Sehschärfe bei der Erstvorstellung ist ein guter Indikator für den Endvisus. Wenn die Sehschärfe mindestens 20/40 beträgt, wird sie wahrscheinlich gut bleiben, mitunter sogar annähernd normal. Wenn die Sehschärfe schlechter als 20/200 ist, wird sie bei 80% der Patienten auf diesem Niveau bleiben oder sich verschlechtern. Retinaler Zentralvenenverschluss tritt selten erneut auf.

Behandlung

  • Intraokulare Injektion von Antivascular Endothelial Growth Factor- (Anti-VEGF-) Medikamenten, Dexamethason-Implantat und/oder Triamcinolonacetonid für Makulaödeme

  • Fokale Laserkoagulation für einige Fälle des Makulaödems bei retinalem Venenastverschluss

  • Panretinale Laserkoagulation bei Neovaskularisation

Die Behandlung eines Venenastverschlusses bei Patienten mit Makulaödemen, welche die Fovea betreffen, erfolgt für gewöhnlich mit intraokularer Injektion eines Anti-VEGF-Medikamentes (z. B. Ranibizumab, Bevacizumab) oder intraokularer Injektion von Triamcinolon eines Slow-Release-Dexamethason-Implantats. Diese Behandlungen können auch zur Behandlung des zentralen Netzhautvenenverschlusses bei Patienten mit Makulaödem eingesetzt werden. Bei 30–40% der Patienten verbessert sich die Sehschärfe mit diesen Behandlungen deutlich.

Fokale Laserkoagulation kann bei Venenastverschluss mit Makulaödem verwendet werden, ist aber weniger wirksam als die intraokulare Injektion eines Anti-VEGF-Medikaments oder eines Dexamethason-Implantates. Fokale Laserkoagulation ist in der Regel nicht wirksam für die Behandlung von Makulaödemen aufgrund einer retinalen Zentralenvenenokklusion.

Wenn nach einem retinalen Zentralvenen- oder Venenastverschluss Neovaskularisationen in der Retina oder dem vorderen Segment auftreten, sollte sofort eine panretinale Laserkoagulation durchgeführt werden, um Glaskörperhämorrhagie zu verringern und einem Neovaskularisationsglaukom vorzubeugen.

Wichtige Punkte

  • Retinale Venenokklusion beinhaltet Blockade durch einen Thrombus.

  • Die Patienten haben schmerzlosen Sehverlust, der typischerweise plötzlich auftritt, und können Risikofaktoren haben (z. B. höheres Alter, Hypertonie).

  • Die Fundoskopie zeigt charakteristischerweise Makulaödeme mit erweiterten Venen und Blutungen; zusätzliche Tests umfassen eine Farb-Fundusphotographie, eine Floureszenzangiographie und eine optische Kohärenztomographie.

  • Behandeln Sie Patienten mit Makulaödem mit einer intraokularen Injektion eines Anti-VEGF-Medikaments (Ranibizumab, Aflibercept oder Bevacizumab) oder einer intraokularen Injektion eines Dexamethason-Implantats oder Triamcinolons.

  • Fokale Laserphotokoagulation ist in einigen Fällen von Makulaödemen nützlich, welche sekundär nach einer retinalen Venenastokklusion auftreten, und panretinale Laserphotokoagulation sollte bei Neovaskularisationen in der Retina oder dem vorderen Segment erfolgen.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.

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