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Retinaler Zentralarterienverschluss und Arterienastverschluss

(Retinaler Arterienverschluss)

Von

Sonia Mehta

, MD, Vitreoretinal Diseases and Surgery Service, Wills Eye Hospital, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Jan 2017
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Quellen zum Thema

Ein Verschluss der retinalen Zentralarterie tritt auf, wenn diese blockiert wird, in der Regel aufgrund einer Embolie. Dies bewirkt plötzlichen, schmerzlosen, unilateralen und in der Regel schweren Visusverlust. Die Diagnose beruht auf der Anamnese und dem charakteristischen Retinabefund bei der Funduskopie. Eine Verringerung des Augeninnendrucks kann innerhalb der ersten 24 h der Okklusion durchgeführt werden, um eine Entfernung des Embolus zu versuchen. Wenn Patienten innerhalb der ersten paar Stunden nach einer Okklusion eingeliefert werden, katheterisieren einige Zentren die Halsschlagader/Augenarterie und injizieren selektiv Thrombolytika.

Ätiologie

Retinale Arterienokklusion kann durch Embolie oder Thrombose bedingt sein.

Embolie kann folgende Ursachen haben:

  • Atherosklerotische Plaques

  • Endokarditis

  • Fett

  • Vorhofmyxom

Thrombose ist eine weniger häufige Ursache für retinale Arterienokklusion, kann aber zusammen mit systemischer Vaskulitis wie SLE und Riesenzellarteriitis, die eine wichtige Ursache arterieller Okklusion darstellt, die einer unmittelbaren Diagnose und Behandlung bedarf, gesehen werden.

Die Okklusion kann sich auf einen retinalen Arterienast sowie auf die retinale Zentralarterie auswirken.

Neovaskularisation (anomale Gefäßeneubildung) der Retina oder Iris (diabetische Retinopathie) mit sekundärem (neovaskulärem) Glaukom tritt bei etwa 20% der Patienten innerhalb von Wochen bis Monaten nach der Okklusion auf. Die retinale Neovaskularisation kann zu einer Glaskörperblutung führen.

Symptome und Beschwerden

Ein Retinaler Arterienverschluss führt zum plötzlichen, schmerzlosen, schweren Visusverlust oder Gesichtsfelddefekt, in der Regel unilateral.

Auch wenn die Pupille auf direkte Beleuchtung nur schwach reagiert, verengt sie sich sofort, wenn in das andere Auge geleuchtet wird (relativer afferenter Pupillendefekt). In akuten Fällen zeigt die Funduskopie einen blassen, opaken Fundus mit roter Fovea (kirschroter Fleck). Für gewöhnlich sind die Arterien verdünnt und erscheinen zum Teil sogar blutarm. Eine Embolie (z. B. eine Cholesterinembolie, Hollenhorst Plaque genannt) ist manchmal sichtbar. Wenn nur ein Hauptast, aber nicht die ganze Arterie verschlossen ist, beschränken sich die Fundusveränderungen und der Visusverlust auf den entsprechenden Retinasektor.

Patienten mit Riesenzellarteriitis sind 55 Jahre oder älter und können Kopfschmerzen, eine empfindliche und palpabele Schläfenarterie, Kiefer-Claudicatio, Müdigkeit, oder eine Kombination aus diesen haben.

Diagnose

  • Klinische Untersuchung

  • Farb-Fundusphotographie und Fluoreszenzangiographie

Die Diagnose wird vermutet, wenn ein Patient einen akuten, schmerzfreien, schweren Visusverlust aufweist. In der Regel bestätigt eine Funduskopie die Diagnose. Die Fluoreszenzangiographie wird oft durchgeführt und zeigt fehlende Perfusion in der betroffenen Arterie.

Nach der Diagnose sollten eine Doppler-Sonographie der Halsschlagader und eine Echokardiographie zur Ermittlung einer Emboliequelle durchgeführt werden, so dass weitere Embolisation verhindert werden kann.

Wenn Riesenzellarteriitis vermutet wird, sollten sofort ESR, C-reaktives Protein und Thrombozytenzahl getan werden. Diese Tests sind nicht notwendig, wenn eine embolische Plaque in der zentralen Retinaarterie sichtbar ist.

Prognose

Patienten mit Okklusion in einem Arterienast können eine gute bis ausreichende Sehkraft behalten, bei einer Okklusion der Zentralarterie ist der Visusverlust jedoch selbst mit Behandlung oftmals schwerwiegend. Sobald ein retinaler Infarkt auftritt (so schnell wie 90 Minuten nach der Okklusion), ist der Sehverlust permanent.

Wenn eine zugrundeliegende Riesenzellarteriitis diagnostiziert und sofort behandelt wird, kann die Sehkraft des unbeteiligten Auges oft geschützt und etwas Sehkraft im betroffenen Auge wiederhergestellt werden.

Behandlung

  • Manchmal Verringerung des Augeninnendrucks

Wenn der Verschluss innerhalb von 24 h nach dem Auftreten besteht, ist eine umgehende Behandlung erforderlich. Eine Senkung des intraokularen Drucks mit Antiglaukomatosa (z. B. topisches Timolol 0,5%, Acetazolamid 500 mg i.v. oder p.o.), intermittierende Fingermassage des geschlossenen Lids oder Vorderkammer-Parazentese können helfen, den Embolus in einen kleineren Arterienast zu verschieben, so dass sich das Gebiet der Netzhautischämie verkleinert. Einige Zentren versuchen, das blockierende Blutgerinnsel mit Infusionen von Thrombolytika in die Halsschlagader aufzulösen. Die Behandlung des Retinalen Arterienverschlusses verbessert jedoch selten die Sehschärfe. Chirurgische oder Laser-vermittelte Embolektomie ist verfügbar, wird aber selten durchgeführt. Diese Behandlungen erweisen sich manchmal in kleinen Fallserien als wirksam, aber keine kann den Nachweis einer ausreichenden Effektivität antreten.

Tipps und Risiken

  • Bei Patienten, die plötzlichen, schmerzlosen, schweren Verlust des Sehvermögens haben, erwägen Sie Sofortmaßnahmen zur Verringerung des Augeninnendrucks.

Bei einem Verschluss infolge einer Riesenzellarteriitis sollten die Patienten hochdosierte systemische Kortikosteroide erhalten.

Wichtige Punkte

  • Retinale Zentralarterienokklusion oder ein Arterienastverschluss kann durch einen Embolus (z. B. aufgrund von Atherosklerose oder Endokarditis), Thrombose oder Riesenzellarteriitis verursacht werden.

  • Schmerzloser, schwerer Sehverlust betrifft einen Teil oder die Gesamtheit des Sehfeldes.

  • Bestätigen Sie die Diagnose, indem Sie eine Funduskopie durchführen (die typischerweise einen blassen, opaken Fundus mit roter Fovea centralis und arterieller Verminderung zeigt).

  • Führen Sie eine Farb-Fundusphotographie und Fluoreszenzangiographie durch und suchen Sie mithilfe von Doppler-Sonographie und Echokardiographie nach einer Embolie-Ursache.

  • Behandeln Sie wenn möglich sofort mit augeninnendrucksenkenden Medikamenten (z. B. topisches Timolol oder i.v. oder p.o. Acetazolamid), intermittierender Fingermassage über das geschlossene Augenlid oder Vorderkammer-Parazentese.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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