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Gehirnerschütterung

Von

James E. Wilberger

, MD, Drexel University College of Medicine;


Gordon Mao

, MD, Johns Hopkins University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2019| Inhalt zuletzt geändert Dez 2019
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Kurzinformationen

Eine Gehirnerschütterung ist eine Veränderung der geistigen Funktionsfähigkeit oder des Bewusstseins, die durch eine Verletzung verursacht wurde. Eine Gehirnerschütterung kann zu Bewusstseinsverlust führen, kann ohne offensichtlichen Schaden an der Hirnstruktur auftreten und weniger als 6 Stunden andauern.

Bei Gehirnerschütterungen ist auf den Bildgebungstests wie etwa einer Computertomographie (CT) oder einer Magnetresonanztomographie (MRT) keinerlei Schädigung des Gehirns erkennbar. Trotzdem sind Gehirnzellen zeitweilig verletzt oder funktionsunfähig. Die Person hat vorübergehende Symptome einer Funktionsstörung des Gehirns.

Symptome einer Gehirnerschütterung können unter anderem sein:

  • Vorübergehende Verwirrtheit: Benommen oder betäubt wirken und/oder langsam antworten

  • Gedächtnisverlust: Nicht in der Lage sein, sich an die Ereignisse kurz vor oder nach der Verletzung zu erinnern

  • Doppeltsehen

  • Lichtempfindlichkeit

  • Schwindel, schwerfällige Bewegungen und Probleme mit dem Gleichgewicht

  • Kopfschmerzen

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Manchmal „Klingeln” in den Ohren (Tinnitus)

  • Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns

Das Bewusstsein kann über kurze Zeit verloren sein, selten über mehr als 15 Minuten. Manche Menschen sind sich vielleicht nicht bewusst, dass sie eine Gehirnerschütterung hatten.

Posttraumatische Syndrome bezeichnen bestimmte Syndrome, die manchmal bis zu einigen Wochen nach der Gehirnerschütterung eintreten können. Diese Symptome können sich einstellen:

  • Kopfschmerzen

  • Schlafschwierigkeiten

  • Erschöpfung

  • Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis

  • Konzentrationsschwierigkeiten

  • Licht- oder Geräuschempfindlichkeit

  • Persönlichkeitsstörungen, z. B. Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen

In der Woche nach einer Gehirnerschütterung sind posttraumatische Symptome häufig und lösen sich im Allgemeinen in der zweiten Woche auf. Manchmal bleiben die Symptome aber Monate lang oder, selten, jahrelang weiter bestehen. Bei Betroffenen, die schon eine Gehirnerschütterung erlitten haben, ist offenbar auch das Risiko einer zweiten Gehirnerschütterung höher, insbesondere wenn die neue Gehirnerschütterung eintritt, bevor die Symptome der ersten vollständig abgeklungen sind.

Um eine Gehirnerschütterung zu diagnostizieren, müssen die Ärzte sicherstellen, dass die Hirnstrukturen nicht geschädigt wurden. Es kann notwendig sein, ein CT, ein MRT oder beide zu machen. Wenn es keine strukturellen Hirnschäden gibt, müssen nur die Symptome behandelt werden.

Bei einer Gehirnerschütterung wird Paracetamol gegen den Schmerz verabreicht. Aspirin oder andere nichtsteroidale Schmerzmittel (NSAR) sollten nicht eingenommen werden, weil sie die Blutstillung behindern und zu einem Ausbluten aus geschädigten Blutgefäßen beitragen. Ruhe ist das beste Heilmittel bei einer Gehirnerschütterung.

Die Behandlung eines posttraumatischen Syndroms hängt von der Schwere der Symptome ab. Wichtig sind Ruhe und ständige Beobachtung. Wenn die Symptome sich verschlimmern, sollten Betroffene mit einer Gehirnerschütterung zum Arzt oder ins Krankenhaus zur Untersuchung gebracht werden.

Patienten, die emotionale Probleme zeigen, benötigen eine Psychotherapie.

Die Betroffenen sollten nach einer Gehirnerschütterung eine sportliche Betätigung erst dann wieder aufnehmen, wenn alle gesundheitlichen Folgen ausgeräumt und die ärztliche Behandlung abgeschlossen ist.

Wiederholte Gehirnerschütterungen können das Risiko eines Betroffenen für Demenz, Parkinson-Krankheit und eine Depression später im Leben erhöhen.

Weitere Informationen

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