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Divertikulose im Dickdarm

Von

Joel A. Baum

, MD, Icahn School of Medicine at Mount Sinai;


Rafael Antonio Ching Companioni

, MD

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2020| Inhalt zuletzt geändert Okt 2020
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Divertikulose bedeutet, dass – meist im Dickdarm (Colon) – eine oder mehrere ballonartige Ausstülpungen (Divertikel) vorhanden sind.

  • Die Ursache für Divertikulose ist unbekannt, kann aber mit der Ernährung, einem bewegungsarmen Lebensstil, Übergewicht, Rauchen und der Einnahme bestimmter Arzneimittel zusammenhängen.

  • Es wird angenommen, dass Divertikel durch Krämpfe in der Muskelschicht im Darm entstehen.

  • Divertikel verursachen in der Regel keine Symptome, manchmal entzünden sie sich jedoch oder bluten, wodurch Blut im Stuhl oder eine Blutung aus dem Mastdarm entsteht.

  • Die Diagnose wird normalerweise durch eine Koloskopie oder eine Computertomographie (CT-Scan) bestätigt.

  • Wenn Symptome auftreten, werden eine ballaststoffreiche Ernährung und Füllstoffe verordnet, doch manchmal kommt es zu Blutungen, die eine Koloskopie oder sogar eine Operation erfordern.

Was ist Divertikulose?

Bei einer Divertikulose entstehen vor allem im letzten Abschnitt des Dickdarms (Sigmoid) ballonartige Ausstülpungen (Divertikel). Die meisten Divertikel variieren in ihrem Durchmesser von etwa 0,25 cm bis über 2,5 cm. Aus unbekannten Gründen werden manche Divertikel sehr groß – bis zu 15 Zentimeter im Durchmesser.

Dickdarm mit Divertikeln

Divertikel im Dickdarm Dickdarm Der Dickdarm besteht aus folgenden Abschnitten: Blinddarm und aufsteigender (rechter) Dickdarm Colon transversum (quer liegender Dickdarm) Absteigendes (linkes) Colon Sigmaschlinge bzw. Sigmoid... Erfahren Sie mehr treten auf, wenn ein Defekt in der dicken muskulösen Mittelschicht des Darms vorliegt. Die dünnen inneren Schichten des Darms stülpen sich durch die defekte Stelle und bilden einen kleinen Ballon. Divertikel sorgen in der Regel nicht für Probleme, können sich jedoch entzünden oder bluten.

Divertikel können überall im Dickdarm entstehen, am häufigsten treten sie jedoch im Sigmoid auf, dem untersten Teil des Dickdarms unmittelbar vor dem Mastdarm. Divertikel variieren in ihrem Durchmesser von etwa 0,25 cm bis über 2,5 cm. Sie sind bis zum Alter von 40 Jahren ungewöhnlich, werden danach aber rasch häufiger. Die meisten Menschen ab dem 80. Lebensjahr weisen Divertikel auf. Die seltenen Riesendivertikel haben einen Durchmesser von mind. 4 cm. Riesendivertikel können einzeln auftreten.

Ursachen von Divertikulose im Dickdarm

Die Ursache für Divertikulose ist unbekannt, kann aber mit ballaststoffarmer Ernährung oder dem Verzehr von viel rotem Fleisch, einer bewegungsarmen Lebensweise, Übergewicht, Rauchen und der Anwendung von nichtsteroidalen Antirheumatika Nichtsteroidale Antirheumatika Manchmal wird der Schmerz durch die Behandlung der zugrundeliegenden Störung beseitigt oder minimiert. Ein Gipsverband für ein gebrochenes Bein oder Antibiotika für ein infiziertes Gelenk können... Erfahren Sie mehr (NSAR), Kortikosteroiden oder Opioiden Opioide Opioide sind eine Arzneimittelklasse, die aus dem Schlafmohn (einschließlich synthetischen Varianten davon) gewonnen wird. Es handelt sich um Schmerzmittel mit einem hohen Missbrauchspotenzial... Erfahren Sie mehr zusammenhängen. Weitere mögliche Risikofaktoren sind die familiäre Vorgeschichte und Veränderungen in der Struktur des Dickdarms und der Art und Weise, wie sich Abfallprodukte darin bewegen.

Es wird angenommen, dass Divertikel durch Krämpfe in der Muskelschicht im Darm entstehen. Die Muskelkrämpfe erhöhen den Druck im Dickdarm, sodass sich ein Teil der Darmwand an einer Schwachstelle ausstülpt – gewöhnlich dort, wo eine Arterie in die Muskelschicht der Dickdarmwand eindringt. Die Muskelschicht des Sigmoids ist bei Patienten mit Divertikulose häufig verdickt.

Die Ursache von Riesendivertikeln ist nicht geklärt.

Symptome von Divertikulose im Dickdarm

Divertikel sind an sich ungefährlich. In der Regel verursacht die Divertikulose bei den meisten Menschen keine Beschwerden. Bei einigen Personen mit Divertikulose treten jedoch bisweilen unerklärliche schmerzhafte Bauchkrämpfe oder Darmentleerungsstörungen (z. B. Verstopfung) auf.

Komplikationen bei Divertikulose

Komplikationen bei Divertikulose treten häufiger bei Patienten auf, die rauchen, übergewichtig sind, eine HIV-Infektion haben, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) einnehmen oder sich einer Chemotherapie gegen Krebs unterziehen.

Die häufigsten Komplikationen sind:

Divertikulitis Divertikulitis Divertikulitis ist eine Entzündung von einer oder mehreren ballonartigen Ausstülpungen (Divertikel). Eine Infektion kann, muss aber nicht auftreten. Divertikulitis betrifft normalerweise den... Erfahren Sie mehr Divertikulitis ist eine Entzündung mit oder ohne Infektion eines Divertikels, die Bauchschmerzen verursacht und zu einer Eiteransammlung (Abszess) rund um den Entzündungsherd führen kann. Wenn sich ein Loch oder Riss im Divertikel bildet, können Flüssigkeiten und Bakterien in die Bauchhöhle austreten und eine sehr ernste Bauchfellentzündung (Peritonitis) Bauchfellentzündung Bauchschmerzen treten häufig auf und sind oft geringfügig. Starke, schnell auftretende Bauchschmerzen deuten jedoch fast immer auf ein bedeutendes Problem hin. Die Schmerzen können das einzige... Erfahren Sie mehr auslösen.

Divertikel können in den Darm bluten. Diese Blutungen sind schmerzlos, können aber so stark sein, dass Blut durch den Mastdarm ausgeschieden wird (siehe Gastrointestinale Blutung Gastrointestinale Blutung Überall im Verdauungstrakt (Gastrointestinal- bzw. kurz GI-Trakt) vom Mund bis zum After kann eine Blutung auftreten. Blut kann leicht mit bloßem Auge erkennbar sein (offene Blutung) oder in... Erfahren Sie mehr Gastrointestinale Blutung ). Die meisten Blutungen hören spontan wieder auf. Bei manchen Betroffenen muss jedoch eine Endoskopie oder gar eine Operation vorgenommen werden, um die Blutung zu stoppen. Die Blutung kann so stark sein, dass eine Bluttransfusion notwendig ist.

Diagnose einer Divertikulose im Dickdarm

  • Koloskopie oder Computertomographie (CT-Scan)

Der Verdacht auf Divertikulose besteht bei Symptomen wie unerklärlichen schmerzhaften Bauchkrämpfen, Darmentleerungsstörungen oder schmerzlosen Blutungen aus dem Mastdarm vor allem bei älteren Menschen.

Divertikel, die keine Symptome verursachen, werden in der Regel zufällig während einer Koloskopie Endoskopie Bei der Endoskopie werden innere Strukturen mit einem biegsamen Beobachtungsschlauch (Endoskop) untersucht. Die Endoskopie kann auch zur Behandlung vieler Erkrankungen angewendet werden, da... Erfahren Sie mehr , einer Videokapselendoskopie Videokapselendoskopie Bei einer Videokapselendoskopie (drahtlose Videoendoskopie) handelt es sich um ein Verfahren, bei dem die untersuchte Person eine batteriebetriebene Kapsel schluckt. Die Kapsel enthält eine... Erfahren Sie mehr , eines Bariumeinlaufs Barium-Röntgenuntersuchungen des Verdauungstrakts Röntgenuntersuchungen dienen oft zur Beurteilung von Verdauungsproblemen. Bei üblichen, einfachen Röntgenaufnahmen ist keine besondere Vorbereitung notwendig ( Einfache Röntgenuntersuchungen)... Erfahren Sie mehr , eines CT-Scans Computertomographie und Magnetresonanztomographie des Verdauungstrakts Computertomographie (CT – Computertomographie (CT)) und Magnetresonanztomographie (MRT – Magnetresonanztomographie (MRT)) sind gute Werkzeuge zur Beurteilung der Größe und Lokalisation von Bauchorganen... Erfahren Sie mehr oder einer Magnetresonanztomographie (MRT Computertomographie und Magnetresonanztomographie des Verdauungstrakts Computertomographie (CT – Computertomographie (CT)) und Magnetresonanztomographie (MRT – Magnetresonanztomographie (MRT)) sind gute Werkzeuge zur Beurteilung der Größe und Lokalisation von Bauchorganen... Erfahren Sie mehr ) entdeckt. Die Diagnose einer Divertikulose wird normalerweise anhand der Untersuchung des Dickdarms mit einem biegsamen Beobachtungsschlauch (Koloskopie) oder manchmal anhand eines CT-Scans des Bauchraums bestätigt. Bei starken Bauchschmerzen wird die CT-Methode in der Regel bevorzugt, um ein Platzen des entzündeten Darms zu verhindern.

Behandlung von Divertikulose im Dickdarm

  • Keine Behandlung für Betroffene ohne Symptome

  • Ernährungsumstellung bei Patienten mit Symptomen

  • Behandlung der Blutung

Von Divertikeln betroffene Personen, die keine Symptome aufweisen, brauchen weder eine Behandlung noch eine Ernährungsumstellung.

Die Behandlung einer Divertikulose, die Symptome verursacht, zielt darauf ab, die Darmkrämpfe zu reduzieren, was am besten durch eine ballaststoffreiche Ernährung (Gemüse, Obst, Vollkornprodukte) und ausreichende Flüssigkeitszufuhr erreicht wird. Mehr Masse im Dickdarm verringert die Krämpfe, wodurch wiederum der Druck auf die Wand des Dickdarms sinkt. Wenn eine ballaststoffreiche Ernährung allein nicht wirksam ist, kann sie täglich mit nicht wasserlöslicher, unverdaulicher Weizenkleie oder mit einem Füllstoff wie Flohsamen oder Methylzellulose ergänzt werden. Menschen mit Verstopfung können auch Abführmittel erhalten, die die Masse im Dickdarm erhöhen.

Die meisten Blutungen stoppen ohne Behandlung. Wenn dies nicht der Fall ist, führen Ärzte häufig eine Koloskopie durch, um den blutenden Bereich zu ermitteln und mit Klemmen, Hitze, einem Laser oder durch Injektion eines Medikaments zu verkleben (koagulieren). Als alternative Maßnahme können Ärzte die Blutung auch mit einer Angiographie stoppen. Bei dieser Maßnahme wird ein Katheter in die Arterie eingeführt, die zu dem blutenden Divertikel führt, worauf ein Material zur Embolisation oder das Medikament Vasopressin injiziert wird, um die Durchblutung des betroffenen Divertikels zu reduzieren. Bei wiederkehrenden Blutungen oder, wenn die Ursache der Blutung nicht gefunden wird, kann in seltenen Fällen eine operative Entfernung des Dickdarms oder eines großen Teils davon erforderlich sein (eine sogenannte Kolektomie).

Eine Operation ist möglicherweise auch bei Riesendivertikeln erforderlich, da sich diese leicht infizieren und dann aufplatzen.

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