Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

Lädt...

Divertikulose im Dickdarm

Von

Joel A. Baum

, MD, Icahn School of Medicine at Mount Sinai;


Rafael Antonio Ching Companioni

, MD, Icahn School of Medicine, Elmhurst Hospital Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2019| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2019
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Kurzinformationen
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Quellen zum Thema

Divertikulose bedeutet, dass – meist im Dickdarm (Colon) – eine oder mehrere ballonartige Ausstülpungen (Divertikel) vorhanden sind.

  • Es wird angenommen, dass Divertikel durch Krämpfe in der Muskelschicht im Darm entstehen.

  • Divertikel verursachen in der Regel keine Symptome, manchmal entzünden sie sich jedoch oder bluten, wodurch Blut im Stuhl oder eine Blutung aus dem Mastdarm entsteht.

  • Die Diagnose wird normalerweise durch eine Koloskopie, einen Bariumeinlauf, eine Computertomographie (CT-Scan) oder eine Video-Kapselendoskopie bestätigt.

  • Eine ballaststoffreiche Ernährung und Füllstoffe werden verabreicht, doch manchmal kommt es zu Blutungen, die eine Koloskopie oder sogar eine Operation erfordern.

Was ist Divertikulose?

Bei einer Divertikulose entstehen vor allem im letzten Abschnitt des Dickdarms (Sigmoid) ballonartige Ausstülpungen (Divertikel). Die meisten Divertikel variieren in ihrem Durchmesser von etwa 0,25 cm bis über 2,5 cm. Aus unbekannten Gründen werden manche Divertikel sehr groß – bis zu 15 Zentimeter im Durchmesser. Diese werden als Riesendivertikel bezeichnet.

Was ist Divertikulose?

Divertikel im Dickdarm treten auf, wenn ein Defekt in der dicken muskulösen Mittelschicht des Darms vorliegt. Die dünnen inneren Schichten des Darms stülpen sich durch die defekte Stelle und bilden einen kleinen Ballon. Divertikel sorgen in der Regel nicht für Probleme, können sich jedoch entzünden oder bluten.

Divertikel können überall im Dickdarm entstehen, am häufigsten treten sie jedoch im Sigmoid auf, dem untersten Teil des Dickdarms unmittelbar vor dem Mastdarm. Divertikel variieren in ihrem Durchmesser von etwa 0,25 cm bis über 2,5 cm. Sie sind bis zum Alter von 40 Jahren ungewöhnlich, werden danach aber rasch häufiger. Die meisten Menschen ab dem 80. Lebensjahr weisen sehr viele Divertikel auf. Die seltenen Riesendivertikel haben einen Durchmesser von mind. 4 cm. Riesendivertikel können einzeln auftreten.

Ursachen

Es wird angenommen, dass Divertikel durch Krämpfe in der Muskelschicht im Darm entstehen. Die Ursache dieser Darmkrämpfe ist nicht bekannt, kann aber mit ballaststoffarmer Ernährung oder dem Verzehr von viel rotem Fleisch zusammenhängen. Die Muskelkrämpfe erhöhen den Druck im Dickdarm, sodass sich ein Teil der Darmwand an einer Schwachstelle ausstülpt – gewöhnlich dort, wo eine Arterie in die Muskelschicht der Dickdarmwand eindringt. Die Muskelschicht des Sigmoids ist bei Patienten mit Divertikulose häufig verdickt.

Die Ursache von Riesendivertikeln ist nicht geklärt.

Symptome

Divertikel sind an sich ungefährlich. In der Regel verursacht die Divertikulose bei den meisten Menschen keine Beschwerden. Bei einigen Personen mit Divertikulose treten jedoch unerklärliche schmerzhafte Bauchkrämpfe oder Darmentleerungsstörungen auf.

Komplikationen bei Divertikulose

Komplikationen mit Divertikulose treten häufiger bei Personen auf, die rauchen, übergewichtig sind, sich ballaststoffarm ernähren oder nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) einnehmen.

Die häufigsten Komplikationen sind:

Divertikulitis ist eine Entzündung und/oder Infektion eines Divertikels, die Bauchschmerzen verursacht und zu einer Eiteransammlung (Abszess) rund um den Entzündungsherd führen kann. Wenn sich ein Loch oder Riss im Divertikel bildet, können Flüssigkeiten und Bakterien in die Bauchhöhle austreten und eine sehr ernste Bauchfellentzündung (Peritonitis) auslösen.

Divertikel können in den Darm bluten. Diese Blutungen sind schmerzlos, können aber so stark sein, dass Blut durch den Mastdarm ausgeschieden wird (siehe Gastrointestinale Blutung). Die meisten Blutungen hören spontan wieder auf. Bei manchen Betroffenen muss jedoch eine Endoskopie oder gar eine Operation vorgenommen werden, um die Blutung zu stoppen. Die Blutung kann so stark sein, dass eine Bluttransfusion notwendig ist.

Diagnose

  • Koloskopie, Video-Kapselendoskopie oder Computertomographie (CT-Scan)

Der Verdacht auf Divertikulose besteht bei Symptomen wie unerklärlichen schmerzhaften Bauchkrämpfen, Darmentleerungsstörungen oder schmerzlosen Blutungen aus dem Mastdarm vor allem bei älteren Menschen.

Die Diagnose einer Divertikulose wird normalerweise anhand der Untersuchung des Dickdarms mit einem biegsamen Beobachtungsschlauch (Koloskopie) oder manchmal anhand eines CT-Scans des Bauchraums bestätigt. Bei starken Bauchschmerzen wird die CT-Methode in der Regel bevorzugt, um ein Platzen des entzündeten Darms zu verhindern.

Wenn Blut im Stuhl vorkommt, ist eine Koloskopie meistens die beste Methode, um die Ursache der Blutung festzustellen. Bei Menschen, die von starken Blutungen betroffen sind, kann zur Bestimmung der Ursache jedoch auch eine CT-Angiographie oder eine Radionuklid-Angiographie nach der Injektion von radioaktiven roten Blutkörperchen in eine Vene (intravenös) notwendig sein.

Behandlung

  • Umstellung der Ernährung

  • Behandlung der Blutung

Die Behandlung einer Divertikulose, die Symptome verursacht, zielt darauf ab, die Darmkrämpfe zu reduzieren, was am besten durch eine ballaststoffreiche Ernährung (Gemüse, Obst, Vollkornprodukte) und ausreichende Flüssigkeitszufuhr erreicht wird. Mehr Masse im Dickdarm verringert die Krämpfe, wodurch wiederum der Druck auf die Wand des Dickdarms sinkt. Wenn eine ballaststoffreiche Ernährung allein nicht wirksam ist, kann sie täglich mit nicht wasserlöslicher, unverdaulicher Weizenkleie oder mit einem Füllstoff wie Flohsamen oder Methylzellulose ergänzt werden.

Die meisten Blutungen stoppen ohne Behandlung. Wenn dies nicht der Fall ist, führen Ärzte häufig eine Koloskopie durch, um den blutenden Bereich zu ermitteln und mit Klemmen, Hitze, einem Laser oder durch Injektion eines Medikaments zu verkleben (koagulieren). Als alternative Maßnahme können Ärzte die Blutung auch mit einer Angiographie stoppen. Bei dieser Maßnahme wird ein Katheter in die Arterie eingeführt, die zu dem blutenden Divertikel führt, worauf ein Material zur Embolisation oder das Medikament Vasopressin injiziert wird, um die Durchblutung des betroffenen Divertikels zu reduzieren. Bei wiederkehrenden Blutungen oder, wenn die Ursache der Blutung nicht gefunden wird, kann in seltenen Fällen eine operative Entfernung des Dickdarms oder eines großen Teils davon erforderlich sein (eine sogenannte Kolektomie).

Eine Operation ist möglicherweise auch bei Riesendivertikeln erforderlich, da sich diese leicht infizieren und dann aufplatzen.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Bariumschluck: Fluoroskopie
Video
Bariumschluck: Fluoroskopie
Die Durchleuchtung (ein kontinuierliches Röntgenverfahren) kommt zum Einsatz, um die Speiseröhre...
3D-Modelle
Alle anzeigen
Der Dünndarm: Abschnitt mit voller Dicke
3D-Modell
Der Dünndarm: Abschnitt mit voller Dicke

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN