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Schizotypische Persönlichkeitsstörung

Von

Andrew Skodol

, MD, University of Arizona College of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2020| Inhalt zuletzt geändert Jan 2020
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Kurzinformationen
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Die schizotypische Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch ein tiefgreifendes Muster von massivem Unbehagen mit engen Beziehungen und der damit einhergehenden eingeschränkten Beziehungsfähigkeit, durch verzerrte Gedankenstränge und Wahrnehmung, und durch exzentrische (merkwürdige) Verhaltensweisen.

  • Personen mit schizotypischer Persönlichkeitsstörung meiden den Austausch mit anderen Menschen, weil sie das Gefühl haben, anders zu sein und nicht dazuzugehören.

  • Ärzte diagnostizieren eine schizotypische Persönlichkeitsstörung anhand der spezifischen Symptome, unter anderem Unbehagen mit engen Beziehungen, verzerrte Gedankenstränge und Wahrnehmung und merkwürdige Verhaltensweisen.

  • Die Behandlung kann Antipsychotika, Antidepressiva und kognitive Verhaltenstherapie umfassen.

Persönlichkeitsstörungen sind langanhaltende, tiefgreifende Muster des Denkens, der Wahrnehmung, der Reaktion und Bezugnahme, die dazu führen, dass die jeweilige Person stark darunter leidet und/oder ihr Lebensalltag beeinträchtigt wird.

Menschen mit schizotypischer Persönlichkeitsstörung sind abgehobener und ihre Gedanken und ihre Sprache sind desorganisierter als bei Menschen anderen Persönlichkeitsstörungen. Allerdings sind Verhaltensweisen und Gedanken nicht so realitätsfern wie bei einer Schizophrenie.

Die schizotypische Persönlichkeitsstörung tritt bei nahezu 4 Prozent der Allgemeinbevölkerung in den USA auf. Möglicherweise kommt sie etwas häufiger bei Männern vor. Die schizotypische Persönlichkeitsstörung lässt sich seltener heilen oder mildern als die meisten anderen Persönlichkeitsstörungen.

Häufig liegen auch andere Störungen vor. Über die Hälfte der Personen mit schizotypischer Persönlichkeitsstörung hatte mindestens einen Schub einer schweren Depression, und 30 bis 50 Prozent davon hatten eine schwere Depression, als ihre schizotypische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde. Diese Menschen leiden häufig auch an einer Substanzgebrauchsstörung.

Ursachen

Man nimmt an, dass die Gene eine wichtige Rolle in der Entwicklung einer schizotypischen Persönlichkeitsstörung spielen. Sie tritt häufiger bei Verwandten ersten Grads (Eltern, Geschwistern und Kindern) von Menschen auf, an einer Schizophrenie oder anderen psychotischen Störung leiden.

Symptome

Auswirkung auf Beziehungen

Menschen mit schizotypischer Persönlichkeitsstörung haben keine engen Freunde oder Vertraute, mit Ausnahme ihrer nächsten Verwandten. Sie fühlen sich im Umgang mit anderen Menschen sehr unwohl. Sie geben sich mit anderen Menschen nur ab, wenn sie müssen, sind aber lieber allein, weil sie das Gefühl haben, anders zu sein und nicht dazuzugehören. Allerdings können sie auch behaupten, dass sie unter dem Mangel an Beziehungen leiden. In sozialen Situationen, besonders neuen, fühlen sie sich sehr unwohl. Dieses Unwohlgefühl lässt auch nicht nach, wenn sie länger in dieser Situation sind.

Menschen mit dieser Störung können übliche soziale Gepflogenheiten ignorieren (z. B. Augenkontakt) und, weil sie die sozialen Signale nicht erkennen, auch mit anderen auf unangemessene oder steife Weise umgehen.

Merkwürdige Gedanken und Verhaltensweisen

Menschen mit schizotypischer Persönlichkeitsstörung haben eine merkwürdige Art zu denken, Dinge wahrzunehmen und zu kommunizieren. Hier einige Beispiele:

  • Beziehungsideen: Menschen mit diesen Ideen denken, dass gewöhnliche Ereignisse eine besondere Bedeutung nur für sie haben.

  • Magische Denkinhalte: Die Betroffenen denken, sie hätten die magische Kontrolle über andere. Sie können beispielsweise denken, dass sie andere Menschen dazu bringen, ganz gewöhnliche Dinge zu tun (z. B. den Hund füttern) oder, dass sie mit magischen Ritualen Unglück verhindern können (z. B. indem sie sich 3 Mal die Hände waschen, eine Krankheit vermeiden).

  • Paranoia: Die Betroffenen sind argwöhnend und misstrauisch und denken fälschlicherweise, dass andere Personen darauf aus sind, ihnen zu schaden.

  • Paranormale Kräfte: Die Betroffenen glauben, sie haben paranormale Kräfte, mit denen sie Ereignisse vorhersehen können, bevor sie tatsächlich geschehen und die Gedanken anderer lesen können.

Sie können eine merkwürdige Sprache verwenden. Die Sprache kann übertrieben abstrakt oder konkret sein oder merkwürdige Phrasen enthalten oder Phrasen oder Wörter auf merkwürdige Weise verwenden. Sie ziehen sich häufig merkwürdig an und sehen ungepflegt aus (sie tragen z. B. schlechtsitzende oder schmutzige Kleider) und legen ein merkwürdiges Gebaren an den Tag.

Realitätsempfinden

Bei Menschen mit schizotypischer Persönlichkeitsstörung können die Wahrnehmungen (was sie sehen, hören oder fühlen) verzerrt sein. Sie können zum Beispiel eine Stimme hören, die ihren Namen flüstert.

Diagnose

  • Ärztliche Beurteilung auf der Basis spezifischer Kriterien

Ärzte diagnostizieren in der Regel eine Persönlichkeitsstörung, anhand der Kriterien aus dem Diagnostischen und Statistischen Handbuch für psychische Erkrankungen(Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition), Fünfte Ausgabe (DSM-5), das von der American Psychiatric Association veröffentlicht wurde.

Damit Ärzte die Diagnose einer schizotypischen Persönlichkeitsstörung stellen können, müssen die Betroffenen sich in engen Beziehungen massiv unwohl fühlen, nur wenige enge Beziehungen pflegen und eigentümliche Denk- und Verhaltensweisen an den Tag legen. Sie müssen zudem mindestens der fünf Merkmale aufweisen:

  • Beziehungsideen

  • Merkwürdige Glaubensansichten oder magische Denkinhalte

  • Verzerrte Wahrnehmungen

  • Merkwürdige Gedanken- und Sprechweisen

  • Argwöhnende und paranoide Gedanken

  • Unangemessene Gefühlsäußerungen oder Gefühlsarmut

  • Skurriles, exzentrisches oder merkwürdiges Verhalten und/oder Erscheinung

  • Fehlen enger Freunde oder Vertrauter, außer die nächsten Verwandten

  • Übertriebene Angst in sozialen Situationen, die sich mit der Zeit nicht bessert und hauptsächlich mit paranoiden Gedanken verknüpft ist

Außerdem müssen die Symptome bereits früh in der Kindheit begonnen haben.

Ärzte müssen eine schizotypische Persönlichkeitsstörung von einer Schizophrenie unterscheiden können, die ähnlich ist, aber mit viel ausgeprägteren Symptomen.

Behandlung

  • Antipsychotika und Antidepressiva

  • Kognitive Verhaltenstherapie

Die Allgemeinen Behandlungsgrundlagen einer schizotypischen Persönlichkeitsstörung sind ähnlich wie bei allen anderen Persönlichkeitsstörungen.

Die wichtigste Therapie für eine schizotypische Persönlichkeitsstörung sind Medikamente. Antipsychotika (die zur Behandlung von Schizophrenie verwendet werden) lösen die Angst und andere Symptome. Neuere Antidepressiva (zweiten Generation) können bei Menschen mit schizotypischer Persönlichkeitsstörung ebenfalls die Angst lösen helfen.

Eine kognitive Verhaltenstherapie, die sich auf das Erlernen von sozialen Kompetenzen und dem Umgang mit der Angst konzentriert, kann ebenfalls von Nutzen sein. Solch eine Therapie kann den Betroffenen auch bewusst machen, wie ihr eigenes Verhalten auf andere wirkt.

Ärzte versuchen eine emotionale, fördernde und unterstützende Beziehung mit Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung aufzubauen, damit diese lernen, Beziehungen mit anderen auf angemessenere Weise einzugehen.

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