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Schizoide Persönlichkeitsstörung

Von

Andrew Skodol

, MD, University of Arizona College of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2020| Inhalt zuletzt geändert Jan 2020
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Kurzinformationen
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Eine schizoide Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch ein tiefgreifendes Muster der Distanzierung von und allgemeinem Desinteresse an Beziehungen, was sich in Beziehungen durch einen Mangel an Gefühlsäußerungen ausdrückt.

  • Menschen mit schizoider Persönlichkeitsstörung scheinen kein Interesse an engen Beziehungen mit anderen zu haben und bleiben lieber allein.

  • Ärzte stellen die Diagnose einer schizoiden Persönlichkeitsstörung anhand der spezifischen Symptome, unter anderem Distanzierung von und Desinteresse an sozialen Beziehungen und Gefühlsarmut.

  • Die kognitive Verhaltenstherapie, die sich auf das Erlernen von sozialen Kompetenzen konzentriert, kann Menschen mit dieser Störung dabei helfen, sich zu ändern.

Persönlichkeitsstörungen sind langanhaltende, tiefgreifende Muster des Denkens, der Wahrnehmung, der Reaktion und Bezugnahme, die dazu führen, dass die jeweilige Person stark darunter leidet und/oder ihr Lebensalltag beeinträchtigt wird.

Menschen mit schizoider Persönlichkeitsstörung haben Probleme, sich ernsthaft mit anderen in Beziehung zu setzen.

Die schizoide Persönlichkeitsstörung tritt bei ungefähr 3 bis 5 Prozent der Allgemeinbevölkerung in den USA auf. Sie tritt leicht häufiger bei Männern auf.

Häufig liegen auch andere Störungen vor. Bis zur Hälfte der Menschen mit schizoider Persönlichkeitsstörung leiden auch mindestens an einem Schub einer schweren Depression. Häufig haben sie noch andere Persönlichkeitsstörungen. Am häufigsten ist Folgendes:

Ursachen

Man nimmt an, dass die Gene eine Rolle in der Entwicklung einer schizoiden Persönlichkeitsstörung spielen. Diese Störung kann bei Menschen häufiger vorkommen, die Familienmitglieder mit Schizophrenie oder schizotypischer Persönlichkeitsstörung haben.

Bezugspersonen, die gefühlskalt, vernachlässigend und gleichgültig während der Kindheit waren, können zur Entwicklung einer schizoiden Persönlichkeitsstörung beigetragen haben. Solche Bezugspersonen können die Gefühle des Kindes verstärkt haben, dass sich Beziehungen mit anderen nicht lohnen.

Symptome

Anderen gegenüber gleichgültig sein

Menschen mit schizoider Persönlichkeitsstörung scheinen kein Bedürfnis nach engen Beziehungen mit anderen zu haben, auch nicht mit Verwandten. Sie haben keine engen Freunde, mit Ausnahme eines nahestehenden Verwandten (z. B. ein Elternteil oder Geschwister). Sie gehen nicht auf Partnersuche und heiraten selten. Weil sie gerne mit sich allein sind, nehmen sie auch eher Aktivitäten und Hobbies wahr, bei denen sie sich nicht anderen auseinandersetzen müssen (z. B. Computerspiele).

Sie haben kaum sexuellen Verkehr mit anderen, wenn sie überhaupt daran interessiert sind. Sie scheinen auch weniger Freude an sensorischen und körperlichen Erfahrungen zu haben (wie am Strand entlanggehen).

Menschen mit schizoider Persönlichkeitsstörung scheinen sich nicht daran zu stören, was andere von ihnen denken – gleich, ob dies gute oder schlechte Gedanken sind. Sie wirken distanziert und in sich gekehrt. Sie erkennen soziale Signale nicht und können daher als gesellschaftsunfähig wirken.

Begrenzte Äußerung von Gefühlen

Menschen mit schizoider Persönlichkeitsstörung reagieren selten (z. B. indem sie lächeln oder nicken) oder zeigen selten Gefühle in Gesellschaft anderer. Sie haben Schwierigkeiten, Ihren Ärger zum Ausdruck zu bringen, selbst, wenn sie provoziert werden. Sie reagieren nicht angemessen auf wichtige Ereignisse im Leben und können passiv auf Veränderungen der Umstände reagieren. In der Folge scheint ihr Leben auch ziellos zu sein.

In seltenen Fällen, wenn diese Menschen sich dazu überwinden können, sich zu öffnen, geben sie zu, dass sie leiden, besonders im gesellschaftlichen Austausch.

Beharrlichkeit der Symptome

Die Symptome einer schizoiden Persönlichkeitsstörung ändern sich, im Gegensatz zu anderen Persönlichkeitsstörungen, tendenziell nicht mit der Zeit.

Diagnose

  • Ärztliche Beurteilung auf der Basis spezifischer Kriterien

Ärzte diagnostizieren in der Regel eine Persönlichkeitsstörung, anhand der Kriterien aus dem Diagnostischen und Statistischen Handbuch für psychische Erkrankungen(Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition), Fünfte Ausgabe (DSM-5), das von der American Psychiatric Association veröffentlicht wurde.

Damit Ärzte die Diagnose einer schizoiden Persönlichkeitsstörung stellen können, müssen die Betroffenen in tiefgreifender Weise distanziert und allgemein desinteressiert im Umgang mit anderen sein und im zwischenmenschlichen Austausch nur in begrenztem Maß Gefühle äußern, was sich in mindestens vier der folgenden Handlungen ausdrückt:

  • Sie möchten keine engen Beziehungen und fühlen sie in ihnen auch nicht wohl, einschließlich Beziehungen mit Familienmitgliedern.

  • Sie bevorzugen vor allem Aktivitäten im Alleingang.

  • Sie haben wenig bis gar kein Interesse an sexuellem Austausch mit einer anderen Person.

  • Nur sehr wenige Aktivitäten machen ihnen Freude, wenn überhaupt.

  • Sie haben keine engen Freunde oder Vertraute, mit Ausnahme vielleicht eines nahestehenden Verwandten.

  • Sie scheinen gegenüber Lob und Kritik anderer erhaben.

  • Sie sind gefühlskalt und distanziert und drücken keine Gefühle als Reaktion auf Ereignisse oder Interaktionen mit anderen aus.

Außerdem müssen die Symptome bereits früh in der Kindheit begonnen haben.

Behandlung

  • Kognitive Verhaltenstherapie, die sich auf soziale Kompetenzen konzentriert

Die Behandlung im Allgemeinen einer schizoiden Persönlichkeitsstörung ist ähnlich wie bei allen anderen Persönlichkeitsstörungen.

Weil Menschen mit schizoider Persönlichkeitsstörung so argwöhnisch und misstrauisch sind, haben Ärzte häufig Probleme, eine kooperative Beziehung in gegenseitigem Respekt mit ihnen aufzubauen. Um eine Beziehung aufbauen und dadurch die Betroffenen zur Teilnahme an der Behandlung animieren zu können, versuchen Ärzte Themen anzuschneiden, für die sich Menschen interessieren, die Aktivitäten bevorzugen, die sie allein ausführen können (z. B. Briefmarken sammeln).

Es liegen nur wenig Informationen über die Wirkung einer Psychotherapie oder medikamentösen Behandlung bei einer schizoiden Persönlichkeitsstörung vor.

Die kognitive Verhaltenstherapie, die sich auf das Erlernen von sozialen Kompetenzen konzentriert, kann den Betroffenen dabei helfen, sich zu ändern. Die Betroffenen können zum Beispiel lernen, wie sie soziale Signale (verbale und nonverbale, wie Gesichtsausdruck und Körpersprache) erkennen können.

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