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Spezifische phobische Störungen

Von

John W. Barnhill

, MD, Weill Cornell Medical College and New York Presbyterian Hospital

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2018| Inhalt zuletzt geändert Okt 2018
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Quellen zum Thema

Spezifische phobische Störungen sind anhaltende irrationale, intensive Ängste vor bestimmten Situationen, Umständen oder Objekten.

  • Das durch eine Phobie hervorgerufene Angstgefühl kann den Alltag beeinträchtigen, da Betroffene bestimmte Aktivitäten und Situationen meiden.

  • Die Diagnose wird gewöhnlich aufgrund offensichtlicher Symptome getroffen.

  • Die Behandlung besteht in der Regel aus einer Konfrontationstherapie.

Spezifische Phobien sind häufig Angststörungen die etwa 8 Prozent der Erwachsenen in einem Zeitraum von 12 Monaten betreffen. Die häufigsten spezifischen Phobien umfassen die Angst vor Tieren (Zoophobie), Höhenangst (Akrophobie) und die Angst vor Gewitter (Astraphobie oder Brontophobie). Mindestens 5 Prozent aller Menschen fürchten sich mehr oder weniger ausgeprägt vor Blut, Spritzen oder Verletzungen. Menschen mit einer spezifischen Phobie haben häufig 2 oder mehr Phobien. Personen, die an einer spezifischen Phobie leiden, meiden bestimmte Situationen oder Gegenstände, die bei ihnen Angst und Furcht auslösen, oder sie ertragen sie unter großen Qualen, was manchmal zu einer Panikattacke führen kann. Sie erkennen jedoch, dass ihre Angst übertrieben ist, und wissen, dass sie ein Problem haben.

Einige spezifische Phobien verursachen kaum Probleme. So fällt es beispielsweise einem Stadtbewohner, der sich vor Schlangen fürchtet, nicht schwer, diesen aus dem Weg zu gehen. Andere spezifische Phobien beeinträchtigen die Funktionsfähigkeit in hohem Maß. Ein Stadtbewohner, beispielsweise, der Angst vor Fahrstühlen hat, kann diesen oft begegnen und deshalb regelmäßig vor der schwierigen Wahl zwischen Folgendem stehen: eine wichtige Arbeitssituation vermeiden und Treppen steigen oder die Fahrt im Fahrstuhl mit großem Unbehagen aushalten.

Tabelle
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Einige häufige Phobien*

Phobie

Definition

Akrophobie

Höhenangst

Amathophobie

Angst vor Staub

Astraphobie

Angst vor Donner und Blitzen

Aviophobie

Flugangst

Belonephobie

Angst vor Nadeln oder anderen scharfen Gegenständen

Brontophobie

Angst vor Donner

Klaustrophobie

Angst vor engen oder geschlossenen Räumen

Eurotophobie

Angst vor den weiblichen Genitalien

Gephyrophobie

Angst vorm Überqueren von Brücken

Hydrophobie

Angst vor Wasser

Odontiatophobie

Angst vorm Zahnarzt

Phartophobie

Angst vor Blähungen in der Öffentlichkeit

Phasmophobie

Angst vor Gespenstern

Phobophobie

Angst vor Angstgefühlen oder davor, eine Phobie zu entwickeln

Spargarophobie

Angst vor Spargel

Triskaidekaphobie

Angst vor allem, was mit der Zahl 13 zu tun hat

Trypanophobie

Angst vor Injektionen

Zoophobie

Angst vor Tieren (gewöhnlich Spinnen, Schlangen und Mäuse)

*Es gibt über 500 eingetragene Phobien, die auf der Internetseite Phobia List vermerkt sind. Die meisten davon sind äußerst selten.

Diagnose

  • Ärztliche Beurteilung auf der Basis spezifischer Kriterien

Eine spezifische Phobie wird diagnostiziert, wenn die Betroffenen Furcht oder Ängste empfinden, die wie folgt charakterisiert sind:

  • Sie sind intensiv und bestehen seit mindestens 6 Monaten

  • Sie betreffen eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Objekt

  • Sie treten unmittelbar bei Konfrontation mit der Situation oder dem Objekt auf

  • Sie führen zur Vermeidung von Situationen oder Gegenständen

  • Sie stehen in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr

  • Sie führen zu großem Stress oder beeinträchtigen die Funktionsfähigkeit erheblich

Zudem schließen Ärzte andere psychische Störungen aus, die zu ähnlichen Symptomen führen können, wie beispielsweise Agoraphobie, soziale Angststörung oder eine Belastungsstörung.

Behandlung

  • Konfrontationstherapie

Einige Personen kommen auch ohne Behandlung gut zurecht, weil die Situation oder das Objekt, vor der/dem sie sich fürchten, leicht zu vermeiden ist. Ein Beispiel sind Fledermäuse und Höhlen. Bei Situationen oder Objekten (z. B. Gewitter), mit denen der Betroffene häufig in Berührung kommt, ist oft eine Behandlung erforderlich.

Die Konfrontationstherapie, eine Art der Psychotherapie, ist die Behandlung der Wahl. Bei der Konfrontationstherapie wird der Patient schrittweise und wiederholt – in seiner Vorstellung oder manchmal auch in Wirklichkeit – mit dem konfrontiert, was seine Angst auslöst. Den Patienten werden auch Entspannungs- und/oder Atemtechniken beigebracht, die vor und während der Belastung verwendet werden. Eine Konfrontationstherapie wird wiederholt, bis die Patienten mit der angstauslösenden Situation sehr gut klarkommen. Ein Therapeut kann sicherstellen, dass die Therapie richtig durchgeführt wird. Die Betroffenen können sie jedoch auch allein durchführen.

Eine Konfrontationstherapie hilft bei mehr als 90 Prozent der Betroffenen, die diese konsequent durchführen. Sie ist fast immer die einzige Behandlung, die bei spezifischen Phobien erforderlich ist. Sogar bei Phobien gegen Blut und Spritzen funktioniert eine Expositionstherapie. Zum Beispiel können solche Menschen die Exposition beginnen, indem sie nur die Arztpraxis besuchen (oder vielleicht nur daran vorbeigehen). Am nächsten Tag (oder der nächsten Woche) sitzen sie vielleicht bereits in einem Untersuchungszimmer, ohne dass ihnen Blut entnommen wird. Der nächste Schritt könnte dazu führen, dass eine Nadel in die Nähe ihrer Haut gehalten wird. Die Belastung kann schnell oder langsam zunehmen, aber letztendlich sollte der Patient in der Lage sein, sich Blut abnehmen zu lassen.

Eine medikamentöse Behandlung ist bei bestimmten Phobien weniger wirksam. Eine Ausnahme ist die Anwendung von Benzodiazepinen (angstlösende Medikamente) für einige spezifische Phobien. Menschen mit Flugangst können zum Beispiel vor dem Boarding ein Benzodiazepin verwenden. Das Benzodiazepin allein beseitigt die Angst nicht, aber die Person kann nun fliegen.

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