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Generalisierte Angststörung (GAS)

Von

John W. Barnhill

, MD, Weill Cornell Medical College and New York Presbyterian Hospital

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2018| Inhalt zuletzt geändert Okt 2018
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Kurzinformationen
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Unter generalisierter Angststörung versteht man übermäßige Nervosität und Beunruhigung in Bezug auf viele Aktivitäten oder Ereignisse. Die Betroffenen leiden in einem Zeitraum von 6 Monaten sehr häufig an Angstgefühlen.

  • Die Patienten sind ängstlich und machen sich wegen aller möglichen Aspekte, Aufgaben und Situationen Sorgen.

  • Damit diese Störung diagnostiziert werden kann, müssen verschiedene andere Symptome (z. B. die Neigung zur Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Muskelverspannungen) neben den Angstgefühlen vorhanden sein.

  • Die Behandlung setzt sich aus einer Kombination von Medikamenten (normalerweise Anxiolytika und manchmal Antidepressiva) und Psychotherapie zusammen.

Die generalisierte Angststörung ist eine häufige Erscheinungsform der Angststörung. Während eines zwölfmonatigen Zeitraums leiden 3 Prozent der Erwachsenen darunter. Bei Frauen ist die Wahrscheinlichkeit dieser Störung doppelt so groß wie bei Männern. Sie beginnt oft in der Kindheit oder Jugend (siehe generalisierte Angststörung bei Kindern), kann aber in jedem Alter einsetzen.

Bei den meisten Patienten schwankt die Störung, wobei sie sich zeitweise verschlimmert (vor allem in stressvollen Zeiten), und dauert mehrere Jahre an.

Symptome

Menschen mit generalisierten Angststörungen sind fortwährend besorgt oder bekümmert und haben Schwierigkeiten, diese Gefühle zu kontrollieren. Die Schwere, Häufigkeit oder Dauer der Sorgen ist größer, als es die Situation rechtfertigt.

Die Sorgen sind allgemeiner Natur und können viele Themen einschließen, die von Zeit zu Zeit wechseln. Zu den üblichen Ängsten gehören die Sorgen über die Arbeit und familiäre Pflichten, Geld, Gesundheit, Sicherheit, Autoreparaturen und Hausarbeiten.

Diagnose

  • Ärztliche Beurteilung auf der Basis spezifischer Kriterien

Für die ärztliche Diagnose einer generalisierten Angststörung muss der Betroffene Sorge und Angst empfinden, die

  • unverhältnismäßig ist

  • verschiedene Aktivitäten und Ereignisse betrifft

  • in einem Zeitraum von 6 Monaten an sehr vielen Tagen auftritt

Zudem muss der Betroffene mindestens 3 der folgenden Symptome aufweisen:

  • Unruhe oder Anspannung bzw. Gereiztheit

  • Neigung zur Ermüdung

  • Konzentrationsschwierigkeiten

  • Reizbarkeit

  • Muskelverspannungen

  • Schlafstörungen

Bevor die Diagnose einer generalisierten Angststörung gestellt wird, wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Es können Blut- oder andere Tests durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Symptome nicht durch eine körperliche Erkrankung oder die Anwendung von Medikamenten/Drogen verursacht werden.

Behandlung

  • Eine Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Behandlung

Diese Störung ist am häufig mit einer Kombination aus einer Form von Psychotherapie und einer medikamentösen Behandlung in den Griff zu bekommen. Die Psychotherapie kann die Grundursachen von Angstgefühlen ansprechen und Methoden zur Bewältigung bieten.

Einige Antidepressiva, insbesondere selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (wie Escitalopram) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (wie Venlafaxin) sind bei generalisierten Angststörungen wirksam. Mit diesen Antidepressiva dauert es normalerweise einige Wochen, bis die Angstgefühle abnehmen. Deshalb erhalten manche Patienten anfangs ein Benzodiazepin zusammen mit dem Antidepressivum. Benzodiazepine sind Anxiolytika, welche die Angstgefühle schnell lindern, in der Regel sofort. Da Benzodiazepine bei längerer Anwendung zu Arzneimittelabhängigkeit ( Angstlösende und beruhigende Medikamente) führen können, werden diese Medikamente normalerweise nur für eine relativ kurze Dauer verabreicht. Sobald das Antidepressivum und die Psychotherapie ihre Wirkung zeigen, wird die Dosis des Benzodiazepins langsam reduziert und dann ganz abgesetzt. Benzodiazepine dürfen nicht abrupt abgesetzt werden.

Buspiron, ein weiteres Anxiolytikum, ist bei manchen Patienten mit generalisierten Angststörungen wirksam. Dessen Einnahme führt nicht zu Arzneimittelabhängigkeit. Buspiron benötigt jedoch mindestens 2 Wochen, um zu wirken.

Kräuterprodukte, wie Kava und Baldrian können angstlösende Wirkungen haben, auch wenn es zu deren Wirksamkeit und Sicherheit bei der Behandlung von Angststörungen wie der generalisierten Angststörung weiterer Studien bedarf.

Es hat sich gezeigt, dass eine kognitive Verhaltenstherapie bei generalisierten Angststörungen nützlich ist. Im Rahmen dieser Therapie lernen die Betroffenen Folgendes:

  • Verzerrte Gedanken zu erkennen

  • Verzerrtes Denken zu kontrollieren

  • Ihr Verhalten entsprechend anzupassen

Auch Entspannungsübungen, Yoga, Meditation, Sport und Biofeedback-Techniken können in gewisser Weise hilfreich sein ( Arten von Komplementär- und Alternativmedizin : Körper-Geist-Techniken).

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