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Pfortaderthrombose

Von

Whitney Jackson

, MD, University of Colorado School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2020| Inhalt zuletzt geändert Mai 2020
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Bei einer Pfortaderthrombose handelt es sich um eine Verstopfung oder Verengung der Pfortader (des Blutgefäßes, das die Leber mit Blut aus dem Darm versorgt) durch ein Blutgerinnsel.

  • Die meisten Betroffenen haben keine Symptome, doch bei einigen kann es zu einer Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle, zu einer vergrößerten Milz und/oder zu starken Blutungen in der Speiseröhre kommen.

  • Durch eine Doppler-Sonographie lässt sich die Diagnose in der Regel bestätigen.

  • Die Ursache wird nach Möglichkeit behandelt, auf die Thrombose zurückzuführende Probleme werden behandelt, und Arzneimittel können zur Auflösung des Gerinnsels oder vorbeugend eingesetzt werden, damit sich das Gerinnsel nicht vergrößert oder erneut bildet.

Da die Pfortader verengt oder verstopft ist, steigt der Blutdruck in ihr. Dieser erhöhte Druck (portale Hypertonie Portale Hypertonie Portale Hypertonie ist ein auffälliger Bluthochdruck in der Pfortader (der großen Vene, die Blut vom Darm zur Leber bringt) und ihren Kapillargebieten. Zirrhose (Vernarbungen, welche... Erfahren Sie mehr ) führt zu einer Vergrößerung der Milz (Splenomegalie). Er führt überdies zu verkrümmten und erweiterten Venen (Krampfadern) in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen Gastrointestinale Blutung Überall im Verdauungstrakt (Gastrointestinal- bzw. kurz GI-Trakt) vom Mund bis zum After kann eine Blutung auftreten. Blut kann leicht mit bloßem Auge erkennbar sein (offene Blutung) oder in... Erfahren Sie mehr Gastrointestinale Blutung ) und oft auch im Magen (Magenvarizen). Bei diesen Venen kann es zu starken Blutungen kommen.

Eine Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum (sog. Aszites Aszites Bei Bauchwassersucht (Aszites) sammelt sich proteinhaltige (aszitische) Flüssigkeit in der Bauchhöhle an. Viele Erkrankungen können zu Aszites führen; die häufigste ist allerdings... Erfahren Sie mehr ) entsteht eher selten, kann jedoch vorkommen, wenn betroffene Patienten auch an einer Leberstauung oder einem sonstigen Leberschaden wie z. B. einer schweren Vernarbung der Leber (Zirrhose Leberzirrhose Die Zirrhose ist eine weit verbreitete Störung der inneren Struktur der Leber. Sie entsteht, wenn große Mengen des normalen Lebergewebes dauerhaft durch nicht funktionierendes Narbengewebe... Erfahren Sie mehr Leberzirrhose ) leiden oder wenn intravenös große Mengen an Flüssigkeit gegen starke Blutungen aus geplatzten Krampfadern in der Speiseröhre oder im Magen verabreicht werden. Wenn es bei Patienten mit einer Zirrhose zu einer Pfortaderthrombose kommt, verschlechtert sich ihr Zustand schnell.

Ursachen der Pfortaderthrombose

Etwa 25 Prozent der Erwachsenen, die an Zirrhose Leberzirrhose Die Zirrhose ist eine weit verbreitete Störung der inneren Struktur der Leber. Sie entsteht, wenn große Mengen des normalen Lebergewebes dauerhaft durch nicht funktionierendes Narbengewebe... Erfahren Sie mehr Leberzirrhose leiden, weisen auch eine Pfortaderthrombose auf, weil der Blutfluss durch die schwer vernarbte Leber in der Regel verlangsamt ist. Ein langsamer Blutfluss erhöht das Risiko eines Gerinnsels. Jegliche Störungen, die mit einem erhöhten Risiko auf Blutgerinnsel verbunden sind, können eine Pfortaderthrombose verursachen.

Die Häufigkeit der Ursachen unterscheidet sich je nach Altersgruppe:

Oft wird die Verstopfung durch mehrere Beschwerden gleichzeitig verursacht. In etwa einem Drittel der Fälle ist die Ursache unbekannt.

Symptome der Pfortaderthrombose

Die meisten Menschen weisen keine Symptome auf.

Bei manchen Patienten entstehen die Probleme infolge einer portalen Hypertonie allmählich. Krampfadern, die sich in der Speiseröhre oder im Magen bilden, können platzen und bisweilen stark bluten. In solchen Fällen erbrechen die Betroffenen Blut. Dieses Blut kann auch den Verdauungstrakt durchlaufen und für schwarzen, teerigen und übelriechenden Stuhl (sog. Meläna) sorgen.

Diagnose der Pfortaderthrombose

Ein Verdacht auf Pfortaderthrombose wird bei Patienten gehegt, die eine Kombination der folgenden Symptome aufweisen:

  • Blutungen aus Krampfadern in der Speiseröhre oder im Magen

  • Vergrößerte Milz

  • Beschwerden, die das Risiko einer Pfortaderthrombose erhöhen (z. B. eine Infektion der Nabelschnur bei Neugeborenen oder eine akute Appendizitis bei älteren Kindern)

Behandlung der Pfortaderthrombose

  • Medikamente (zum Auflösen oder zur Vorbeugung von Blutgerinnseln)

  • Behandlung der Ursache und der Komplikationen einer Verstopfung

Wenn ein Blutgerinnsel die Vene plötzlich verstopft, wird gelegentlich ein Arzneimittel eingesetzt, das Blutgerinnsel auflöst (z. B. ein Gewebe-Plasminogenaktivator). Die Wirksamkeit dieser Behandlungsweise (Thrombolyse) ist ungeklärt.

Wenn die Störung allmählich entstanden ist, wird bisweilen langfristig ein Gerinnungshemmer wie Heparin eingesetzt, um zu verhindern, dass sich Blutgerinnsel erneut bilden oder größer werden. Diese Antikoagulanzien lösen bestehende Gerinnsel nicht auf.

Bei Neugeborenen und Kindern wird die Ursache (meistens eine entzündete Nabelschnur oder eine akute Appendizitis) behandelt.

  • Üblicherweise werden Gummibänder über einen flexiblen Betrachtungstubus (Endoskop) durch den Mund in die Speiseröhre eingeführt. Mit diesen Gummibändern werden dann die Krampfadern abgebunden.

  • Antihypertensiva wie Betablocker und Nitrate senken den Blutdruck in der Pfortader und verhindern so Blutungen in der Speiseröhre.

  • Das Arzneimittel Octreotid, das die Durchblutung der Leber und dadurch auch den Blutdruck im Bauchraum senkt, kann intravenös verabreicht werden, um Blutungen zu stillen.

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