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Kurzinformationen

Übersicht über Schmerzen

Von

The Manual's Editorial Staff

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2019| Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Schmerzen sind ein unangenehmes Gefühl, das Ihrem Körper mitteilt, dass eine Verletzung vorliegen könnte.

Was verursacht Schmerzen?

Verletzungen wie Schnitte, Verbrennungen, Frakturen, Verstauchungen und Blutergüsse aktivieren die Schmerzrezeptoren rund um die verletzte Stelle. Die Schmerzrezeptoren befinden sich an den Enden der langen Nervenfasern. Diese Fasern leiten Schmerzsignale an das Rückenmark. Andere Nerven im Rückenmark leiten die Schmerzsignale dann an Ihr Gehirn weiter. Nur wenn Ihr Gehirn die Schmerzsignale verarbeitet, verspüren Sie tatsächlich Schmerzen.

Manchmal senden Ihre Nerven Schmerzsignale, auch wenn Sie keine Verletzung erlitten haben. Dies kann passieren, wenn die Nerven durch eine Erkrankung wie Diabetes geschädigt (dies wird als diabetische Neuropathie bezeichnet) oder durch eine Verletzung gequetscht oder durchtrennt wurden. Durch Nervenschäden verursachte Schmerzen werden als neuropathische Schmerzen bezeichnet.

Übertragene Schmerzen entstehen dann, wenn Schmerzen aus einem Körperteil in einem anderen Bereich spürbar sind. Zum Beispiel sind die Schmerzen bei einem Herzinfarkt in der Regel in der Brust zu spüren, weil sich das Herz dort befindet. Manchmal verursacht ein Herzinfarkt aber auch Schmerzen im Hals oder im Kiefer, weil Schmerzsignale aus diesen Bereichen über Nerven geleitet werden, die in der Nähe der Nerven aus dem Herzen liegen.

Angst, Depression oder Schlafprobleme können Schmerzen unangenehmer machen, als sie eigentlich sind.

Wie werden Schmerzen ärztlich behandelt?

Der Arzt behandelt zunächst das Problem, das die Schmerzen verursacht. Wenn Sie beispielsweise einen Knochenbruch haben, wird der Knochen gerichtet und ein Gips angelegt.

Der Arzt kann Ihnen auch Medikamente verabreichen, um die Schmerzen zu lindern. Verschiedene Arten von Medikamenten wirken an verschiedenen Orten der Schmerzleitung:

  • Betäubende (anästhetische) Cremes und Gels werden auf die Haut aufgetragen, um die Schmerzrezeptoren zu blockieren

  • Betäubende Spritzen in die Haut oder in der Nähe wichtiger Nerven blockieren die Schmerzsignale in diesen Nerven

  • Betäubende Spritzen um das Rückenmark (wie z. B. eine Epiduralanästhesie bei der Entbindung) blockieren die Schmerzsignale im Rückenmark

  • Schmerztabletten und -spritzen (Analgetika) mit Opioiden, NSAR und anderen nicht opioiden Medikamenten wirken sich auf die Schmerzsignale im ganzen Körper aus

Bei neuropathischen Schmerzen verordnen Ärzte manchmal Antidepressiva oder Antiepileptika. Diese Arzneimittel wirken sich auf die Nervensignale aus und lindern die Schmerzen, auch wenn Sie nicht depressiv sind oder keine Krampfanfälle haben.

Gibt es Schmerzbehandlungen ohne Arzneimittel?

Einige Schmerzbehandlungen kommen ohne Arzneimittel aus.

Bei der transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS) wird ein schwacher elektrischer Strom über ein kleines Klebekissen auf die Haut übertragen. Der Strom kribbelt, fühlt sich aber nicht wie ein Stromschlag an. Die Schmerzen werden nicht ganz beseitigt, aber manchen Menschen kann damit geholfen werden.

Der Arzt kann auch das Rückenmark mit elektrischen Impulsen stimulieren. Er implantiert eine kleine Drahtelektrode um das Rückenmark und sendet Signale aus, welche die Schmerzsignale stören.

Bei der Akupunktur werden kleine Nadeln in bestimmte Körperteile eingeführt und nach ein paar Minuten wieder entfernt. Die Nadel kann unter schwachen elektrischen Strom gesetzt werden. Diese Nadeln scheinen schmerzlindernd zu wirken, obwohl die Ärzte sich nicht sicher sind, warum dies der Fall ist.

Spezielle Bewusstseinstechniken wie Biofeedback, Entspannungstraining, Atemtechniken und Hypnose können Ihnen ebenfalls helfen, mit Schmerzen umzugehen.

Was sind Opioide?

Opioide sind die stärksten Schmerzmittel. Sie werden als Opioide bezeichnet, weil sie zuerst aus dem im Schlafmohn vorkommenden Opium gewonnen wurden. Manche Opioide stammen immer noch aus Pflanzen, viele werden jedoch im Labor hergestellt. Es gibt viele verschiedene Opioide, darunter Morphin, Oxycodon, Fentanyl und Codein.

Opioide eignen sich gut zur Linderung von sehr starken Schmerzen wie z. B. durch Verbrennungen, Knochenbrüche oder Krebs. Opioide können jedoch schwere Nebenwirkungen haben, sodass Ärzte sie nach Möglichkeit nicht für weniger schwere Probleme einsetzen.

Was sind die Nebenwirkungen von Opioiden?

Opioide machen Sie schläfrig und entspannt. Wenn Sie zu viel einnehmen, kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Starke Verwirrtheit

  • Ohnmacht

  • Aussetzen der Atmung und Tod

Viele Menschen sterben jedes Jahr aufgrund einer versehentlichen Überdosis an Opioiden.

Weitere häufige Nebenwirkungen von Opioiden:

  • Übelkeit (das Gefühl, erbrechen zu müssen)

  • Verstopfung (Stuhl kann nicht ausgeschieden werden)

  • Juckreiz

Machen Opioide abhängig?

Opioide geben einem ein gutes Gefühl. Wenn Sie mit der Einnahme von Opioiden begonnen haben, kann es sehr schwer sein, diese wieder abzusetzen. Das kann zu einem Substanzmissbrauch führen. Das Absetzen dieser Medikamente ist u. a. deshalb so schwer, weil es zu Entzugssymptomen kommt.

Ein Opioidentzug kann bereits dann entstehen, wenn Sie Opioide weniger als eine Woche einnehmen. Die Entzugserscheinungen verschlimmern sich, je länger Sie die Arzneimittel einnehmen. Zu den Symptomen eines Opioidentzugs zählen Folgende:

  • Angst und Nervosität

  • Laufende Nase und tränende Augen

  • Gähnen und Schwitzen

  • Magenkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen

Glücklicherweise ist ein Opioidentzug nicht tödlich.

Zur Minimierung des Risikos einer Abhängigkeitsentwicklung nehmen Ärzte die folgenden Maßnahmen vor:

  • Verordnung von Opioiden nur bei Schmerzen, die nicht anders kontrolliert werden können

  • So kurze Verschreibungsdauer von Opioiden wie möglich

Was sind NSAR?

NSAR sind nicht opioide Schmerzmittel, die mit Aspirin und Ibuprofen verwandt sind. Sie blockieren auch die Entzündung, wenn z. B. ein Gelenk durch Arthritis entzündet ist. Sie sind nicht so stark wie Opioide, aber sehr wirksam.

Was sind die Nebenwirkungen von NSAR?

Im Gegensatz zu Opioiden verursachen NSAR keine Schläfrigkeit und kein Aussetzen der Atmung. NSAR können jedoch die folgenden Nebenwirkungen haben:

  • Reizung des Magens und Bauchschmerzen

  • Erhöhtes Blutungsrisiko, z. B. im Magen oder im Gehirn

  • Flüssigkeitseinlagerungen und Nierenprobleme

  • Einige NSAR können das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko erhöhen.

Gibt es noch andere nicht opioide Schmerzmittel?

Paracetamol ist ein sehr weit verbreitetes nicht opioides Schmerzmittel. Es ist genauso wirksam wie NSAR, reizt aber den Magen nicht und erhöht das Blutungsrisiko nicht. Zu viel Paracetamol kann jedoch Ihre Leber schädigen.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
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