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Beatmungsgeräte

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The Manual's Editorial Staff

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2018| Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
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Die künstliche Beatmung funktioniert wie die natürliche Atmung. Sie führt Luft in die Lungen und aus den Lungen wieder heraus. Manchmal muss Ihre Atmung mit einem Beatmungsgerät unterstützt werden.

Was ist ein Beatmungsgerät?

  • Ein Beatmungsgerät ist eine Maschine, die für Sie atmet – der Prozess wird als mechanische Beatmung bezeichnet

  • Ein Beatmungsgerät presst mithilfe von Druck Luft in Ihre Lungen

  • In der Regel wird die Luft mit reiner Sauerstoffzufuhr vermischt, damit sie mehr Sauerstoff enthält als die Raumluft

  • Die Ärzte setzen das Beatmungsgerät ein, um zu kontrollieren, wie oft sie einen Atemzug erhalten und wie viel Luft Sie bekommen

  • Ein Beatmungsgerät kann die Atmung entweder ganz für Sie übernehmen oder Sie nur dabei unterstützen

Warum benötigt man ein Beatmungsgerät?

Sie benötigen ein Beatmungsgerät, wenn:

  • Sie nicht atmen können

  • Ihre Atmung zu flach ist

Es gibt viele Gründe, warum Sie nicht atmen können oder zu flach atmen, unter anderem:

Wie funktioniert ein Beatmungsgerät?

Es gibt 2 Hauptverfahren, wie Beatmungsgeräte Luft in Ihre Lungen transportieren:

  • Durch einen Plastikschlauch in Ihre Luftröhre (als „invasive Beatmung“ bezeichnet, weil der Schlauch „in Ihren Körper eindringt“)

  • Durch eine eng anliegende Gesichtsmaske (sogenannte „nichtinvasive Beatmung“)

Invasive Beatmung wird für Patienten verwendet, die die größte Unterstützung bei der Atmung benötigen. Der Schlauch kann in die Luftröhre eingeführt werden, über:

  • Ihren Mund (am häufigsten)

  • Ihre Nase

  • Eine kleine Öffnung am Hals (als Tracheotomie bezeichnet)

Sie erhalten eine Tracheotomie, wenn Sie länger als ein paar Tage künstlich beatmet werden müssen. Ein Tracheotomieschlauch wird in Ihre Luftröhre unterhalb Ihres Kehlkopfs eingeführt. Auf diese Weise drückt die Röhre nicht auf Ihre Stimmbänder, was sie beschädigen kann.

Ein Schlauch in der Nase oder im Rachen ist unangenehm, daher erhalten Sie Medikamente in die Venen, damit Sie entspannt und beschwerdefrei sind.

Nichtinvasive Beatmung wird verwendet, wenn Sie wach sind und relativ selbstständig atmen, aber etwas Unterstützung benötigen. Wenn Sie bewusstlos oder sehr schwach sind, funktioniert die nichtinvasive Beatmung nicht. Das liegt daran, dass Ihre Zunge in Ihren Rachen zurückfällt und den Weg der Luft aus einer Maske in Ihre Lungen blockiert.

Bei sowohl invasiver als auch nichtinvasiver Beatmung programmieren die Ärzte das Beatmungsgerät so, dass Sie die richtige Menge an Sauerstoff und die richtige Anzahl von Atemzügen erhalten. Das Beatmungsgerät kann erkennen, ob Sie bis zu einem gewissen Grad selbstständig atmen können und passt sich entsprechend an, um Sie bei der Atmung nur zu unterstützen.

Welche Probleme können mit einem Beatmungsgerät auftreten?

Zu den Problemen, die Sie durch ein Beatmungsgerät haben können, zählen:

  • Eine kollabierte Lunge (Pneumothorax) durch zu viel Druck in Ihrer Lunge

  • Lungeninfektion (Pneumonie), weil der Schlauch in Ihrer Luftröhre Keime eindringen lässt

  • Blutungen und Vernarbungen in der Luftröhre, da ein Schlauch, der lange in Ihrer Luftröhre liegt, zu Reizungen führt

  • Lungenschäden, weil die Lunge geschädigt wird, wenn sie lange Zeit einen hohen Sauerstoffanteil erhält

Sie können nicht essen, während Sie an ein Beatmungsgerät angeschlossen sind. Wenn Sie länger als ein paar Tage an ein Beatmungsgerät angeschlossen sind, müssen Sie über eine Magensonde ernährt werden.

Werde ich Probleme haben, vom Beatmungsgerät wieder wegzukommen?

Sie haben vielleicht gehört, dass manche Menschen Probleme haben, von einem Beatmungsgerät wieder wegzukommen. Dafür gibt es 2 mögliche Gründe:

  • Das ursprüngliche Problem hat sich nicht gebessert

  • Die Atemmuskulatur wurde schwächer, weil sie solange nicht verwendet wurde

Im Idealfall benötigen Sie ein Beatmungsgerät nur kurz, bis Ihr Problem wieder verschwunden ist. So lässt beispielsweise eine Überdosierung nach oder Behandlungen stoppen einen Asthmaanfall. Manche Probleme gehen jedoch nicht weg. So kann zum Beispiel jemand, der einen Hirnschaden aufgrund eines Schlaganfalls oder einer schweren Verletzung hat, nie wieder soweit genesen, dass er vom Beatmungsgerät loskommt.

Wenn Sie über einen längeren Zeitraum künstlich beatmet werden, können Ihre Atemmuskeln schwach werden. In diesem Fall bauen die Ärzte Ihre Muskeln auf, indem sie Sie täglich ein wenig selbstständig atmen lassen. Ihre Atmung wird allmählich stärker und irgendwann benötigen Sie das Beatmungsgerät nicht mehr.

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