Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

Lädt...

Neurogene Arthropathie

(Charcot-Gelenke; neuropathische Arthropathie)

Von

Apostolos Kontzias

, MD, Stony Brook University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2019| Inhalt zuletzt geändert Feb 2019
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen

Die neurogene Arthropathie (Charcot-Gelenke) wird durch eine oft sehr schnell fortschreitende Zerstörung der Gelenke hervorgerufen. Da die Betroffenen keine Schmerzen verspüren, bemerken sie die ersten Anzeichen der Gelenkschäden nicht und schädigen ihre Gelenke fortwährend weiter.

  • Die neurogene Arthropathie entsteht durch eine zugrunde liegende Erkrankung wie Diabetes oder ein Schlaganfall, wodurch die Nerven betroffen sind.

  • Patienten entwickeln eine neurogene Arthropathie, weil sie Verletzungen der Gelenke nicht spüren können.

  • Typische Symptome sind Steifheit, Flüssigkeit und Schmerzen in den Gelenken.

  • Die Diagnose wird auf Basis von Röntgenuntersuchungen gestellt.

  • Die Behandlung der zugrunde liegenden Nervenstörung, die Stabilisierung von Gelenken und Frakturen sowie manchmal eine Operation können helfen.

Alle Gelenke können betroffen sein, je nachdem, welcher Nerv geschädigt ist. Am häufigsten betroffen sind:

  • Hand- und Fußgelenke

  • Fußgelenke bei Diabetikern

Die Erkrankung tritt meist nur in einem Gelenk auf und selten in mehr als zwei oder drei Gelenken.

Ursachen

Wenn bestimmte Nerven geschädigt sind, führt dies zu einer Schmerzunempfindlichkeit. Diese Nerven können durch zahlreiche Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Rückenmarkerkrankungen (z. B. Verletzungen und flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Rückenmark bzw. Syringomyelie) und Syphilis geschädigt werden. Die häufigsten Ursachen sind:

In solchen Fällen spüren die Betroffenen den Schmerz in dem betroffenen Gelenk nicht mehr, und kleinere Verletzungen und sogar Brüche bleiben unbemerkt. Es kann Jahre dauern, bis der Schaden im Gelenk so groß ist, dass es nicht mehr funktioniert. Dann kann die Krankheit jedoch so rasch fortschreiten, dass das Gelenk innerhalb weniger Monate vollständig zerstört wird.

Symptome

Im frühen Stadium ähnelt eine neurogene Arthropathie einer Osteoarthrose, da die Gelenke versteifen und sich Flüssigkeit ansammelt. Das häufigste Frühsymptom sind Schmerzen. Da die Schmerzempfindlichkeit deutlich beeinträchtigt ist, verspüren die Betroffenen trotz der immensen Schädigungen nur geringe Schmerzen. Schreitet die Krankheit rasch fort, können jedoch starke Gelenkschmerzen auftreten. Das Gelenk ist dann gewöhnlich durch Flüssigkeitsansammlungen und Knochenwucherungen angeschwollen. Durch mehrfache Frakturen und Überdehnung der Bänder wird es instabil, sodass lose Knochenteile und Knorpel verrutschen. Eventuell schwimmen Knochensplitter in der Gelenkflüssigkeit und verursachen bei Bewegung des Gelenks laute, mahlende Geräusche. Das Gelenk fühlt sich an wie ein „Sack Knochen“.

Bei den unterschiedlichen Gelenken liegen unterschiedliche Erkrankungen zugrunde. Eine unbehandelte Syphilis z. B. greift die Knie- und Hüftgelenke an und Diabetes mellitus Füße und Knöchel. Syringomyelie befällt normalerweise die Gelenke der Wirbelsäule und der oberen Gliedmaßen, vor allem an Ellenbogen und Schulter.

Selten kann es zu einer zweiten Arthritis kommen, die durch Bakterien verursacht wird (siehe infektiöse Arthritis). Diese kann mit oder ohne die für eine infektiöse Arthritis typischen Begleiterscheinungen wie Fieber oder allgemeines Unwohlsein auftreten. Diabetiker sind hiervon am häufigsten betroffen.

Strukturen wie Blutgefäße, Nerven und das Rückenmark können durch Knochenwucherungen eingequetscht werden.

Diagnose

  • Röntgenaufnahmen

Bei einer neurologischen Erkrankung sowie den typischen Symptomen einer Gelenkerkrankung liegt die Vermutung nahe, dass es sich um neurogene Arthropathie handelt.

Der Gelenkschaden ist auf dem Röntgenbild zu erkennen; meist ist er mit Kalziumablagerungen und Knochenwucherungen bzw. Knochendeformierungen verbunden.

Vorbeugung

  • Vermeidung von Verletzungen und Verwendung von Schutzvorrichtungen, beispielsweise von Schienen und Spezialstiefeln

Manchmal lässt sich einer neurogenen Arthropathie vorbeugen, indem sorgsam auf die Füße geachtet und Verletzungen vermieden werden.

Schienen und Spezialschuhe können anfällige Gelenke ebenfalls schützen.

Behandlung

  • Behandlung der zugrundeliegenden Nervenerkrankung

  • Chirurgische Gelenkreparatur oder chirurgischer Gelenkersatz

Die Behandlung der neurologischen Grunderkrankung kann die Gelenkzerstörung verlangsamen oder den Zustand sogar bessern. Durch Ruhigstellung schmerzloser Frakturen und Stabilisierung der instabilen Gelenke kann die Schädigung aufgehalten oder auf ein Minimum beschränkt werden.

Hüft- und Kniegelenke können in einem chirurgischen Eingriff repariert oder ausgetauscht werden. Doch künstliche Gelenke lockern sich oft und verschieben sich schnell.

Weitere Informationen

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Was ist Gicht?
Video
Was ist Gicht?
3D-Modelle
Alle anzeigen
Karpaltunnelsyndrom
3D-Modell
Karpaltunnelsyndrom

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN