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Meningokokken-Infektionen

Von

Larry M. Bush

, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2020| Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
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Quellen zum Thema

Meningokokken-Infektionen werden durch das BakteriumNeisseria meningitidis hervorgerufen und umfassen Hirnhautentzündung (Meningitis) sowie Sepsis.

  • Übertragen wird die Infektion durch direkten Kontakt mit Nasen- und Rachensekreten.

  • Die Betroffenen verspüren ein allgemeines Krankheitsgefühl und haben je nach infizierter Körperregion weitere, oft schwere Symptome.

  • Die Identifizierung der Bakterien mithilfe einer Probennahme des infizierten Gewebes bestätigt die Diagnose.

  • Eine Impfung kann vor einer Meningokokken-Infektion schützen.

  • Es müssen so schnell wie möglich intravenös Antibiotika und Flüssigkeit verabreicht werden.

Bei mehr als 90 Prozent aller Meningokokken-Infektionen handelt es sich um Folgendes:

  • Meningitis (Hirnhautentzündung): Infektion der Hirn- und Rückenmarkshäute (Meningen)

  • Sepsis: Infektion in der Blutbahn (sogenannte Meningokokkämie, wenn Meningokokken die Erreger sind)

Infektionen der Lunge, der Gelenke, der Augen und des Herzens kommen weniger häufig vor.

In gemäßigten Klimazonen treten die meisten Meningokokken-Infektionen im Winter und Frühling auf. Lokale Krankheitsausbrüche können auftreten, vor allem in Afrika südlich der Sahara zwischen Senegal und Äthiopien. Diese 26 Länder umfassende Gegend wird auch als Meningitisgürtel bezeichnet.

Meningokokken befinden sich bei manchen Menschen im Rachen und in der Nase, ohne irgendwelche Symptome hervorzurufen. Diese Menschen gelten als Träger der Bakterien. Nach Ausbrüchen werden Menschen oft zu Trägern. Gewöhnlich tritt die Infektion jedoch bei Menschen auf, die noch keinen Meningokokken-Erregern ausgesetzt waren, und nicht bei Trägern. Übertragen wird die Infektion durch direkten Kontakt mit den Nasen- und Rachensekreten infizierter Personen (einschließlich Träger).

Am häufigsten betroffene Bevölkerungsgruppe:

Weitere Bevölkerungsgruppen, die häufig betroffen sind:

  • Jugendliche

  • Militärrekruten

  • Hochschulstudenten im ersten Studienjahr, die im Studentenwohnheim leben

  • Reisende in Gegenden, wo Meningokokken-Infektionen weit verbreitet sind

  • Personen mit bestimmten Erkrankungen des Immunsystems

  • Personen, deren Milz entfernt oder beschädigt wurde

  • Patienten, die Eculizumab oder Ravulizumab einnehmen (Medikamente, die eine Komponente des Immunsystems blockieren, das sogenannte Komplementsystem)

  • Mikrobiologen, die mit Meningokokken arbeiten

Meningokokken-Infektionen kommen unter AIDS-Kranken häufiger als in der Allgemeinbevölkerung vor. Ebenfalls zu einem erhöhten Infektionsrisiko beitragen kann es, wenn man sich eine Virusinfektion einfängt, auf engem Raum mit anderen Personen zusammenwohnt, an einer chronischen Erkrankung leidet, raucht oder Zigarettenrauch ausgesetzt ist (Passivrauchen).

Ausbrüche machen nur einen kleinen Teil der Fälle aus und betreffen tendenziell eher Personen, die enge soziale Kontakte haben oder auf engem Raum zusammenwohnen – zum Beispiel in Studentenwohnheimen oder Tagesstätten. Oft sind Personen im Alter von 5 bis 19 Jahren betroffen.

Symptome

Die meisten Betroffenen fühlen sich bei einer Meningokokken-Infektion sehr krank.

Eine Meningitis (Hirnhautentzündung) ruft häufig Fieber, Kopfschmerzen, einen roten Ausschlag und Genickstarre hervor. Sie kann auch Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit verursachen.

Säuglinge haben möglicherweise Probleme bei der Nahrungsaufnahme, schreien nur schwach und sind reizbar und träge.

Eine Blutvergiftung kann einen Ausschlag mit roten oder lilafarbenen Flecken hervorrufen. Bei einer schweren Infektion kann es zu gefährlich niedrigem Blutdruck (Kreislaufschock), einer Blutungsneigung und Fehlfunktionen (Versagen) vieler Organe (wie Nieren und Leber) kommen.

In seltenen Fällen verursacht eine Meningokokken-Infektion eine chronische Erkrankung, die zu leichten, wiederkehrenden Symptomen führt, die zumeist die Gelenke und die Haut betreffen.

Diagnose

  • Untersuchung und Kultur von Blutproben oder Proben anderer infizierter Gewebe, u. a. der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Entnahme durch Lumbalpunktion)

Vermutet werden Meningokokken-Infektionen bei Vorhandensein typischer Symptome, insbesondere wenn diese während eines Ausbruchs vorkommen.

Zur Bestätigung der Diagnose werden Blutproben oder Proben von infiziertem Gewebe entnommen, oder es wird eine Lumbalpunktion durchgeführt, wobei eine Probe der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) entnommen wird. Die Proben werden unter dem Mikroskop nach entsprechenden Bakterien untersucht. Außerdem werden die Proben ins Labor geschickt, wo zur Identifizierung der Bakterien Kulturen angelegt oder andere Laboruntersuchungen vorgenommen werden.

Mitunter werden Bluttests durchgeführt, um Antikörper gegen die Bakterien oder die sie umhüllenden Kapseln nachzuweisen. Die entsprechenden Ergebnisse müssen jedoch durch eine Kultur bestätigt werden.

Die Bakterien können auch untersucht werden, um zu bestimmen, welche Antibiotika wirksam sind (ein Prozess, der als Resistenzprüfung bezeichnet wird).

Prognose

Insgesamt verlaufen Meningokokken-Infektionen bei 10 bis 15 Prozent der Betroffenen tödlich. Bis zu 40 Prozent der Patienten mit einer schweren Blutvergiftung sterben. Von den Patienten, die überleben, erleiden 10 bis 20 Prozent schwere Komplikationen wie z. B. dauerhaften Hörverlust, kognitive Defizite, Krampfanfälle oder den Verlust von Fingern, Zehen oder ganzen Gliedmaßen infolge von Gangrän.

Vorbeugung

Nach Exposition gegenüber Meningitiserregern

Familienmitglieder, in der Medizin tätiges Personal und andere Menschen, die in engem Kontakt zu Patienten mit einer Meningokokken-Infektion stehen, sollten zur Vorbeugung der Infektion ein Antibiotikum erhalten. Antibiotika können oral oder als Injektion verabreicht werden. Die meisten empfohlenen Antibiotika sind als Einzeldosis oder höchstens in zwei Behandlungsschritten zu verabreichen.

Bei einem Ausbruch werden auch Personen geimpft, die engen Kontakt mit Meningokokken-Infizierten haben. Die Impfung erfolgt ergänzend zur Gabe von Antibiotika.

Impfungen

Für weitere Informationen siehe auch Meningokokken-Impfstoff und die Impfkalender für Kinder und Erwachsene der Centers for Disease Control and Prevention (CDC).

Meningokokken-Impfungen schützen vor spezifischen Serotypen, welche die meisten Meningokokken-Infektionen auslösen: Serotypen A, B, C, W und Y.

In den USA gibt es mehrere Impfstoffe gegen Meningokokken:

  • MenACWY-Impfstoffe: Diese Impfstoffe schützen vor den Meningokokken-Serotypen A, C, W und Y. Sie sind Teil des Standardimpfplans für Kinder und werden bei allen Kindern im Alter von 11 bis 12 Jahren empfohlen, mit einer Auffrischungsimpfung im Alter von 16 Jahren.

  • MPSV4: Dieser Impfstoff wird nur bei bestimmten Menschen über 55 Jahren verabreicht.

  • MenB-Impfstoffe: Diese Impfstoffe schützen vor dem Meningokokken-Serotyp B, einer Art von Meningitis-Bakterien, die bei Ausbrüchen von Hochschulstudenten häufig vorkommen.

Die Meningokokken-Impfung wird auch für Jugendliche und Erwachsene empfohlen, die einem erhöhten Risiko einer Meningokokken-Infektion ausgesetzt sind.

Behandlung

  • In die Vene verabreichte Antibiotika (intravenös)

  • Intravenös verabreichte Flüssigkeit

  • Möglicherweise Kortikosteroide

Die Betroffenen werden gewöhnlich auf die Intensivstation verlegt, wo sie so schnell wie möglich in intravenöser Form Antibiotika und Flüssigkeit verabreicht bekommen. Dies geschieht noch, bevor die Kulturergebnisse zur Identifizierung des ursächlichen Infektionserregers vorliegen. Nach Bestätigung einer Meningokokken-Infektion wird die Antibiotikatherapie auf solche Präparate umgestellt, die gegen die Bakterien am wirksamsten sind, typischerweise Ceftriaxon oder Penicillin. Diese Medikamente werden intravenös verabreicht.

Kindern oder Erwachsenen, die unter Meningitis (Hirnhautentzündung) leiden, werden unter Umständen auch Kortikosteroide verabreicht. Diese können einem Hirnschaden entgegenwirken.

Weitere Informationen

Im Folgenden handelt es sich um Hilfsmittel in englischer Sprache, die nützlich sein könnten. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quellen verantwortlich ist.

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