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Brucellose

Von

Larry M. Bush

, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2020| Inhalt zuletzt geändert Feb 2020
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Brucellose ist eine Infektion, die von mehreren Arten der gramnegativen Bakterien der Gattung Brucella verursacht wird und mit Fieber und Symptomen im ganzen Körper einhergeht.

  • Die Ansteckung erfolgt meist durch Kontakt mit infizierten Tieren oder durch Verzehr von unpasteurisierter kontaminierter Milch, anderen Milchprodukten oder von nicht durchgegartem kontaminiertem Fleisch.

  • Die Betroffenen haben in der Regel Fieber, Schüttelfrost, starke Kopfschmerzen, Schmerzen im unteren Rücken, Knochen- und Gelenkschmerzen und andere Symptome im ganzen Körper.

  • Auch ohne Behandlung erholen sich die meisten Erkrankten innerhalb von 2 bis 3 Wochen.

  • Die ärztliche Diagnose stützt sich auf die Ergebnisse von Bluttests und Kulturen.

  • Es werden gleichzeitig zwei Antibiotika verabreicht, um die Chance einer Heilung zu erhöhen.

In den USA, in Kanada und in Europa ist Brucellose eher selten, während sie im Nahen Osten, im Mittelmeerraum, in Mexiko sowie in Mittel- und Südamerika häufiger vorkommt.

Eine Brucellose-Infektion erfolgt meist durch Folgendes:

  • Direkter Kontakt mit infizierten Hoftieren

  • Verzehr von unpasteurisierter verunreinigter Milch, anderen Milchprodukten oder nicht durchgegartem kontaminiertem Fleisch

Auch durch Kontakt mit infizierten Hunden, Rotwild, Elchen, Büffeln oder anderen Tieren oder durch das Einatmen von Schwebstoffen, die Bakterien enthalten, kann eine Ansteckung stattfinden. Selten breitet sich Brucellose durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch aus.

Ein erhöhtes Risiko einer Brucellose-Infektion besteht für Laboranten und Personen, die mit infizierten Tieren oder Tiergewebe zu tun haben, beispielsweise Arbeiter in der fleischverpackenden Industrie, Tierärzte, Landwirte und Viehzüchter.

Das Einatmen weniger Bakterien kann bereits eine Infektion auslösen. Daher könnten die Bakterien auch als biologische Waffen eingesetzt werden.

Symptome

Symptome einer Brucellose zeigen sich ab 5 Tagen bis zu mehreren Monaten nach dem Kontakt mit Bakterien der Gattung Brucella.

Typisch ist Folgendes:

  • Fieber, das monate- und mitunter jahrelang immer wieder auftreten kann

Die Symptome können plötzlich auftreten und Schüttelfrost, Nachtschweiß, starke Kopfschmerzen, Schmerzen im unteren Rücken, Knochen- und Gelenkschmerzen und mitunter Durchfall umfassen. Es kann aber auch sein, dass die Symptome schleichend beginnen, u. a. mit einem leichten Krankheitsgefühl sowie Muskel-, Kopf- und Nackenschmerzen.

Das Fieber kann mehrere Wochen lang an- und abschwellen.

Später kommt es zu Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, starker Verstopfung, Bauch- und Gelenkschmerzen, Schlafstörungen, Schwäche, Reizbarkeit und Depression.

Mitunter entwickelt sich die Infektion auch im Gehirn, in den Gehirn- und Rückenmarkshäuten (Meningen), den Wirbeln, in Röhrenknochen (wie z. B. im Oberschenkelknochen), in Gelenken, Herzklappen oder anderen Organen.

Wenn diese Organe und Gewebe nicht betroffen sind, erholen sich die Betroffenen in der Regel auch ohne Behandlung innerhalb von 2 bis 3 Wochen. Bei einigen bleibt die Infektion allerdings bestehen. In ca. 5 Prozent der Fälle verläuft eine Brucellose tödlich, wobei nomalerweise das Gehirn, die Meningen oder die Herzklappen infiziert sind.

Diagnose

  • Bluttests und Blut- oder andere Gewebekulturen zur Überprüfung auf Bakterien

Der Arzt nimmt eine Blutprobe und schickt sie ins Labor, um eine Kultur anzulegen und die Bakterien so zu identifizieren. Von Knochenmarkproben, die durch eine Aspiration gewonnen werden, und von der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit, die durch eine Lumbalpunktion gewonnen wird, können ebenfalls Kulturen angelegt werden.

Mithilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) können die Bakterien rascher bestimmt werden. Bei dem PCR-Verfahren wird die Menge an bakterieller DNS im Blut oder in sonstigem Gewebe gesteigert.

Meist werden auch Antikörper gegen die Bakterien im Blut gemessen.

Vorbeugung

Um einer Brucellose vorzubeugen, verzichtet man am besten auf den Verzehr von nicht durchgegartem Fleisch oder von unpasteurisierten Milchprodukten. Bei der Pasteurisierung wird Rohmilch kurzzeitig stark erhitzt. Dabei werden etwaige schädliche Bakterien in der Milch abgetötet.

Menschen, die mit Tieren oder Tiergewebe in Kontakt kommen, die infiziert sein könnten, sollten Vorsichtsmaßnahmen ergreifen und beispielsweise eine Schutzbrille sowie Gummihandschuhe tragen.

Die Impfung von Hoftieren (Rinder, Schafe und Ziegen) trägt zur Eindämmung der Erkrankung bei. Es gibt keinen Impfstoff für Menschen.

Behandlung

  • Gabe von zwei Antibiotika gleichzeitig

Es werden gleichzeitig zwei Antibiotika verabreicht, um die Chance einer Heilung zu erhöhen. In der Regel handelt es sich bei dem einen Antibiotikum um Doxycyclin zum Einnehmen. Das zweite Antibiotikum ist Streptomycin oder Gentamicin als tägliche Injektion oder Rifampin oder Ciprofloxacin zum Einnehmen. Kindern kann die Arzneimittelkombination mit Trimethoprim und Sulfamethoxazol (TMP-SMX) plus Rifampin verabreicht werden.

Nach der Behandlung treten die Symptome bei einigen Personen erneut auf. Betroffene werden daher nach der Behandlung ein Jahr lang regelmäßig untersucht und getestet.

Weitere Informationen

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