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Auswirkungen des Älterwerdens auf das Immunsystem

Von

Peter J. Delves

, PhD, University College London, London, UK

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Apr 2020| Inhalt zuletzt geändert Apr 2020
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Das Immunsystem verteidigt den Körper gegen fremde oder gefährliche Eindringlinge. Zu diesen Eindringlingen zählen:

  • Mikroorganismen (häufig Keime genannt, wie Bakterien, Viren und Pilze)

  • Parasiten (wie Würmer)

  • Krebszellen

  • Transplantierte Organe und Gewebe

Das Immunsystem verändert sich im Verlauf des Lebens. (Siehe auch Übersicht über das Immunsystem.)

Neugeborene

Bei der Geburt ist die erworbene (spezifische) Immunität noch nicht voll entwickelt. Neugeborene verfügen jedoch über eine Reihe von Antikörpern, die während der Schwangerschaft die mütterliche Plazenta passiert haben. Diese Antikörper schützen die Neugeborenen so lange vor Infektionen, bis ihr eigenes Immunsystem vollständig entwickelt ist. Gestillte Säuglinge nehmen darüber hinaus Antikörper mit der Muttermilch auf.

Ältere Menschen

Mit zunehmendem Alter verliert das Immunsystem immer mehr an Wirksamkeit:

  • Das Immunsystem kann nicht mehr so gut „selbst‟ von „nicht selbst‟ unterscheiden (d. h., um fremde Antigene zu identifizieren). Infolgedessen treten Autoimmunerkrankungen im Alter häufiger auf.

  • Makrophagen (die Bakterien und andere Fremdzellen in sich aufnehmen) zerstören Bakterien, Krebszellen und andere Antigene langsamer. Dieses Nachlassen mag einer der Gründe sein, warum Krebserkrankungen bei älteren Menschen häufiger vorkommen.

  • T-Zellen (welche sich an Antigene erinnern, denen sie zuvor schon begegnet sind) reagieren weniger schnell auf Antigene.

  • Es sind weniger weiße Blutkörperchen in der Lage, auf neue Antigene zu reagieren. Wenn also das Immunsystem älterer Menschen einem neuen Antigen begegnet, kann dieses sich weniger gut als früher an das Antigen erinnern und es abwehren.

  • Ältere Menschen haben geringere Mengen an Komplementproteinen und produzieren in Reaktion auf eine bakterielle Infektion auch weniger von diesen Proteinen als jüngere Menschen.

  • Obwohl die in Reaktion auf ein Antigen produzierte Antikörpermenge etwa dieselbe bleibt, können sich die Antikörper nicht mehr so gut an das Antigen anheften. Diese Veränderung kann mit ein Grund dafür sein, warum Erkrankungen wie Lungenentzündung, Grippe, infektiöse Endokarditis und Tetanus bei älteren Menschen häufiger vorkommen und häufiger zum Tod führen. Diese Veränderungen können zum Teil auch erklären, warum Impfstoffe bei älteren Menschen weniger wirksam sind und warum Auffrischungsimpfungen (die es bei einigen Impfstoffen gibt) bei älteren Menschen wichtig sind.

Diese Veränderungen in der Immunfunktion können dazu beitragen, dass ältere Menschen für einige Infektionen und Krebserkrankungen anfälliger sind.

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