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Hyponatriämie (niedriger Natriumspiegel im Blut)

Von

James L. Lewis, III

, MD, Brookwood Baptist Health and Saint Vincent’s Ascension Health, Birmingham

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2018| Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
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Bei der Hyponatriämie ist der Natriumspiegel im Blut zu niedrig.

  • Ein niedriger Natriumspiegel kann viele Ursachen haben, u. a. die Aufnahme von zu viel Flüssigkeit, Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz, Zirrhose und die Anwendung von Diuretika.

  • Die Symptome entstehen durch Funktionsstörungen des Gehirns.

  • Zuerst wird man träge und verwirrt, und wenn der Natriummangel sich verschlimmert, kommt es zu Muskelzittern und Krampfanfällen, und man wird immer weniger ansprechbar.

  • Die Diagnose basiert auf Blutuntersuchungen zur Messung des Natriumspiegels.

  • Eine Einschränkung von Flüssigkeiten und das Absetzen von Diuretika können helfen. Ein schwerer Natriummangel ist jedoch ein Notfall, bei dem Medikamente, intravenöse Flüssigkeiten oder beides eingesetzt werden müssen.

Ursachen

Die Hyponatriämie tritt auf, wenn der Körper gemessen an seinem Flüssigkeitsgehalt zu wenig Natrium enthält. Der Körper kann zu viel, zu wenig oder eine normale Menge Flüssigkeit enthalten. Aber in allen Fällen wird Natrium verdünnt. Zum Beispiel verlieren Menschen bei schwerem Erbrechen oder Durchfall Natrium. Wenn sie ihren Flüssigkeitsverlust nur mit Wasser auffüllen, wird das Natrium verdünnt.

Erkrankungen wie Nierenerkrankungen, Zirrhose und Herzinsuffizienz können den Körper dazu veranlassen, Natrium und Flüssigkeit zurückzuhalten. Häufig hält der Körper mehr Flüssigkeit als Natrium zurück - das bedeutet, dass das Natrium verdünnt wird.

Bestimmte Erkrankungen können dazu führen, dass Menschen zu viel Wasser trinken (Polydipsie), was die Entwicklung einer Hyponatriämie begünstigen kann.

Thiaziddiuretika (manchmal auch als Wassertabletten bezeichnet) sind eine häufige Ursache von Hyponatriämie. Diese Medikamente erhöhen die Natriumausscheidung und damit auch die Wasserausscheidung. Thiaziddiuretika sind in der Regel gut verträglich, können aber bei Menschen, die zu einem Mangel an Natrium neigen, insbesondere bei älteren Menschen, eine Hyponatriämie verursachen.

Die Funktion von Vasopressin

Vasopressin (auch als antidiuretisches Hormon bezeichnet) unterstützt die Regulierung der Wassermenge im Körper, indem es kontrolliert, wie viel Wasser über die Nieren ausgeschieden wird. Vasopressin senkt die Wasserausscheidung über die Nieren, wodurch mehr Wasser im Körper zurückgehalten und das Natrium aufgelöst wird. Vasopressin wird von der Hypophyse produziert und freigesetzt, wenn das Blutvolumen (die Flüssigkeitsmenge in den Blutgefäßen) oder der Blutdruck sinken oder wenn die Elektrolytspiegel (z. B. Natrium) zu hoch ansteigen.

Schmerz, Stress, Anstrengung, ein niedriger Blutzuckerspiegel und bestimmte Erkrankungen des Herzens, der Schilddrüse, der Nieren oder der Nebennieren können zur Freisetzung von Vasopressin aus der Hypophyse führen. Folgende Medikamente können unter anderem die Freisetzung von Vasopressin anregen oder seine Wirkung in der Niere verstärken:

  • Chlorpropamid (senkt den Blutzuckerspiegel)

  • Carbamazepin (ein Antiepileptikum)

  • Vincristin (ein Chemotherapeutikum)

  • Clofibrat (senkt die Cholesterinspiegel)

  • Antipsychotika und Antidepressiva

  • Aspirin, Ibuprofen und viele andere nicht rezeptpflichtige Schmerzmittel (Analgetika)

  • Ecstasy (3,4-Methylendioxymethamphetamin [MDMA])

  • Vasopressin (künstlich hergestelltes antidiuretisches Hormon) und Oxytocin (wird zur Geburtseinleitung eingesetzt)

Eine häufige Ursache von Hyponatriämie ist das Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH), bei dem Vasopressin in verschiedenen anderen Situationen (wie bei bestimmten Krebserkrankungen, Infektionen und Hirnstörungen) unzureichend ausgeschieden wird.

Weitere Ursachen für eine Hyponatriämie sind:

  • Addison-Krankheit (Unterfunktion der Nebennieren)

  • Dünndarmverschluss

  • Schwere Verbrennungen

  • Zirrhose (Bildung von Narbengewebe in der Leber)

  • Zu viel Wasser trinken, was Menschen mit manchen psychischen Erkrankungen tun

  • Durchfall

  • Medikamente wie z. B. Barbiturate, Carbamazepin, Chlorpropamid, Clofibrat, Diuretika (am häufigsten), Opioide, Tolbutamid und Vincristin

  • Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse)

  • Nierenerkrankung

  • Peritonitis (Entzündung der Bauchhöhle)

  • Erbrechen

Symptome

Das Gehirn reagiert besonders empfindlich auf Veränderungen des Blutnatriums. Deshalb treten zuerst Anzeichen einer Funktionsstörung des Gehirns wie Trägheit (Lethargie) und Verwirrung auf. Wenn der Natriumspiegel im Blut schnell abfällt, treten Symptome tendenziell schneller und schwerer auf. Ältere Menschen entwickeln mit größerer Wahrscheinlichkeit schwere Symptome.

Bei stärkerem Natriummangel können Muskelzittern und Krampfanfälle auftreten. Die Patienten werden schlechter ansprechbar und können nur durch starke Stimulation wachgerüttelt werden (Stupor), bis sie schließlich gar nicht mehr ins Bewusstsein gerufen werden können (Koma). Dann kann der Tod eintreten.

Diagnose

  • Messung des Natriumspiegels im Blut

Natriummangel wird durch Messung der Natriumspiegel im Blut diagnostiziert. Die Feststellung der Ursache ist komplexer. Die Ärzte berücksichtigen die persönlichen Umstände des Patienten, einschließlich andere vorliegende Erkrankungen und Einnahme von Medikamenten. Blut- und Urintests werden durchgeführt, um die Flüssigkeitsmenge im Körper, die Blutkonzentration und den Uringehalt zu messen.

Behandlung

  • Beschränkung der Flüssigkeitszufuhr

Ein leichter Natriummangel kann durch die Begrenzung der Flüssigkeitszufuhr auf etwa 1 Liter pro Tag behandelt werden. Wenn ein Diuretikum oder ein anderes Medikament die Ursache ist, wird die Dosis reduziert oder das Medikament abgesetzt. Wenn eine Erkrankung zugrunde liegt, wird sie behandelt.

Gelegentlich erhalten Personen eine Natriumlösung intravenös, ein Diuretikum zur Erhöhung der Flüssigkeitsausscheidung oder beides, üblicherweise langsam, über mehrere Tage. Diese Behandlungen können den Natriumspiegel korrigieren.

Manche Menschen, insbesondere solche mit Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion müssen langfristig wegen einer Hyponatriämie behandelt werden. Eine Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr allein reicht oft nicht aus, um ein Wiederauftreten von Hyponatriämie zu verhindern. Bei Menschen mit leichter bis mittelschwerer chronischer Hyponatriämie können Salztabletten angewendet werden. Abhängig von der Ursache der Hyponatriämie und der Flüssigkeitsmenge im Körper des Patienten gibt es verschiedene Medikamente zur Behandlung.

Schwerer Natriummangel ist ein Notfall. Zur Behandlung erhöhen Ärzte den Natriumspiegel im Blut langsam mit intravenösen Flüssigkeiten und manchmal mit einem Diuretikum. Neuere Medikamente, die sogenannten Vaptane, werden manchmal benötigt. Wird der Natriumspiegel zu schnell erhöht, kann das zu einer schweren und häufig bleibenden Gehirnschädigung führen.

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