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Dermatozoenwahn

Von

James G. H. Dinulos

, MD, Geisel School of Medicine at Dartmouth

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2018| Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
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Dermatozoenwahn bezeichnet eine fälschliche Vorstellung, dass Parasiten den Körper befallen hätten.

Menschen mit Dermatozoenwahn sind der irrtümlichen Überzeugung, dass sie mit Insekten, Würmern, Milben, Läusen, Flöhen oder anderen Organismen infiziert sind. Manche Menschen glauben auch, dass die Parasiten ihr Zuhause, ihre Umgebung und ihre Kleidung befallen haben. Sie liefern oft lebhafte Beschreibungen darüber, wie die Organismen über ihre Haut und andere Körperöffnungen in den Körper eindringen und sich darin bewegen sollen.

Die Empfindung von Juckreiz, Kribbeln und Reizungen sind für sie sehr real. Um sich von diesen Empfindungen zu befreien, können betroffene Menschen ihre Haut zerkratzen, sich stechen oder verstümmeln, sodass wunde Stellen oder Geschwüre entstehen. Einige solcher Stellen können sich mitunter entzünden. Andere wenden verschiedenste chemische Stoffe und/oder Desinfektionsmittel auf ihrer Haut an. Solche Substanzen können die Haut reizen oder eine allergische Reaktion hervorrufen.

Sie bringen Haar- oder Hautproben und Abfall, wie getrockneten Schorf, Staub und Fusseln zum Arzt und wollen, dass er diese untersucht und bestätigt, dass der Befall real ist. Manche legen die Proben auf einen Objektträger oder tragen diese in einem Behälter oder einer Streichholzschachtel mit sich herum. Von Dermatozoenwahn sind häufig Menschen über 50, insbesondere Frauen betroffen, die Störung kommt aber sehr selten vor.

Manche Menschen mit Dermatozoenwahn haben möglicherweise eine Störung, durch die sie übermäßig um ihre Gesundheit besorgt sind (Krankheitsangststörung, ehemals Hypochondrie). Sie wurden vielleicht über die Medien auf eine Parasitenkrankheit (zum Beispiel Krätze) aufmerksam oder sind mit einer infizierten Person in Kontakt geraten. Manche Menschen mit Dermatozoenwahn haben auch eine psychische Störung wie Schizophrenie, Depressionen, Angstzustände oder eine Zwangsstörung, die meisten aber nicht. Der Missbrauch von Drogen (wie Kokain oder Metamphetamine) oder der Entzug nach langem Alkoholkonsum kann zu Dermatozoenwahn führen ( Entzugssymptome).

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

Die Diagnose von Dermatozoenwahn gestaltet sich mitunter schwierig, da viele tatsächliche Hauterkrankungen wie Allergien, Dermatitis oder echte Parasiten, ebenfalls Juckreiz verursachen. Außerdem können die wunden Stellen oder Irritationen, die durch das Kratzen oder die Verwendung chemischer Stoffe entstanden sind, das gleiche Aussehen wie andere Hautkrankheiten haben.

Die Diagnose stützt sich im Allgemeinen auf die Vorgeschichte des Patienten, gegebenenfalls mit Drogenmissbrauch oder psychischen Störungen. Um einen Befall und andere Krankheiten auszuschließen, können Hautproben entnommen und manchmal Bluttests durchgeführt werden. Wenn ein tatsächlicher Befall ausgeschlossen wurde, kann eine Untersuchung durch einen Psychiater hilfreich sein, um festzustellen, ob der Dermatozoenwahn Teil einer psychischen Störung ist.

Behandlung

  • Psychiatrische Therapie

  • Manchmal Antipsychotika

Die Behandlung von Dermatozoenwahn wird am besten durch einen Hautarzt (Dermatologen) und einen Psychiater koordiniert. Der Dermatologe führt eine ausführliche Untersuchung durch, um sicherzustellen, dass tatsächlich keine Parasiten vorhanden sind. Die betroffene Person wird dann an einen Psychiater überwiesen, damit die Wahnvorstellung behandelt werden kann. Neuroleptika, wie Risperidon und Haloperidol, können sehr wirksam sein. Allerdings weigern sich viele Betroffene, die Hilfe eines Psychiaters in Anspruch zu nehmen, und suchen stattdessen zur Beseitigung der eingebildeten Parasiten viele unterschiedliche Ärzte auf.

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