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Überblick über Krebsarten des Mund-, Nasen- und Rachenraums

Von

Bradley A. Schiff

, MD, Montefiore Medical Center, The University Hospital of Albert Einstein College of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2018| Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
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Quellen zum Thema

Jedes Jahr erkranken in den Vereinigten Staaten knapp 65.000 Menschen an Krebs des Mund-, Nasen- und Rachenraums. Diese Krebsarten treten häufiger bei Männern auf, da es nach wie vor mehr männliche Raucher als weibliche Raucherinnen gibt und orale Infektionen mit dem humanen Papillomavirus (HPV) bei Männern häufiger vorkommen. Am häufigsten betroffen sind Menschen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren. Die durch das HPV verursachten Krebsarten, bei denen es sich vor allem um Oropharynxkarzinome handelt, treten jedoch häufiger bei jüngeren Menschen auf.

Krebserkrankungen in den Bereichen Mund, Nase und Rachen haben häufig ähnliche Merkmale und werden in der Medizin deshalb gemeinsam betrachtet. Ähnlichkeiten bestehen unter anderem in der Art des Krebses und den Ursachen. Über 90 % der Krebserkrankungen des Mund-, Nasen- und Rachenraums sind Plattenepithelkarzinome. Das bedeutet, dass der Krebs in den Zellen des Plattenepithels, welches das Innere des Munds, der Nase und des Rachens auskleidet, entsteht. Die meisten Menschen mit Mund-, Nasen- und Rachenkrebs konsumieren Tabak und/oder trinken Alkohol. Eine weitere Ursache für einige dieser Krebsarten ist eine Virusinfektion. HPV kann Mund- und Rachenkrebs verursachen, während das Epstein-Barr-VirusNasenrachenkrebs auslösen kann.

Folgende Stellen sind am häufigsten von Krebsarten des Mund-, Nasen- und Rachenraums betroffen:

Weniger häufig sind die folgenden Stellen von diesen Krebserkrankungen betroffen:

Für Informationen zu Tumoren der Schilddrüse und der Haut siehe auch Schilddrüsenkrebs und Hautkrebs. Zu Krebsarten, die die Knochen betreffen, einschließlich des Kieferknochens (Osteosarkome, bösartige Riesenzelltumore, multiples Myelom und metastasierende Tumore), siehe primäre bösartige Knochentumore.

Symptome

Die Symptome variieren in Abhängigkeit von der Lage des Tumors. Häufige Symptome von Krebserkrankungen des Munds, der Nase und des Rachens umfassen die Folgenden:

  • Heiserkeit

  • Knoten im Hals

  • Eine schmerzhafte offene Wunde oder eine Wucherung im Mund

  • Schluckbeschwerden und daraus resultierende Gewichtsabnahme

Frühe Symptome sind manchmal rote oder weiße Flecken (Erythroplakie bzw. Leukoplakie) im Mund.

Diagnose

  • Ärztliche oder zahnärztliche Untersuchung

  • Endoskopie

  • Biopsie

  • Bildgebende Untersuchungen zur Bestimmung des Ausmaßes (sogenannte Stadieneinteilung)

Einige Krebsarten im Mund verursachen zunächst keine Symptome, sind aber für einen Arzt oder Zahnarzt während einer Routineuntersuchung des Mundes zu sehen oder zu spüren. Falls Symptome auftreten, untersucht der Arzt die tieferen Bereiche des Munds, der Nase und des Rachens mit einem Beobachtungstubus, der als Endoskop bezeichnet wird. Die Diagnose wird anhand der Untersuchung einer Gewebeprobe, einer sogenannten Biopsie, aus dem vermuteten Tumor gestellt. Der Arzt führt eine spezielle Nadel in die Wucherung ein und greift damit eine kleine Menge Gewebe, oder er schneidet mit einem Skalpell ein kleines Stück heraus.

Stadieneinteilungstests

Bevor die beste Behandlungsform für eine Krebserkrankung des Mund-, Nasen- oder Rachenraums gewählt werden kann, führt der Arzt Untersuchungen zur Stadieneinteilung durch, um zu beurteilen, wie weit der Krebs fortgeschritten ist. Dabei berücksichtigt er die Größe des Karzinoms, das Eindringen in das umliegende Gewebe und entfernte Ausbreitung (Metastasierung). Mundkrebs wird nach Größe, Lage und Invasivität des Primärtumors, Anzahl und Größe der Metastasen in den Halslymphknoten und dem Vorliegen von Metastasen in entfernten Bereichen des Körpers eingeteilt. Ein Tumor im Stadium I ist am wenigsten fortgeschritten, in Stadium IV hat er sich am weitesten ausgebreitet.

Zu den Stadieneinteilungstests für Krebs in Mund, Nase und Rachen gehören normalerweise bildgebende Untersuchungen, in der Regel eine Computertomographie (CT) und/oder Magnetresonanztomographie(MRT) sowie gelegentlich auch eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET).

Prognose

Der Verlauf von Mund-, Nasen- und Rachenkrebs variiert stark in Abhängigkeit der Art, Lage, Ursache und des Stadiums des Tumors. Im Allgemeinen werden bessere Ergebnisse erzielt, wenn der Krebs diagnostiziert und behandelt wird, bevor er sich ausgebreitet hat. Bei Personen mit durch HPV verursachten Krebserkrankungen des Munds und Rachens ist die Prognose günstiger als bei Personen mit durch Tabak und Alkohol verursachten Tumoren.

Vorbeugung

Es ist wichtig, Risikofaktoren für Krebserkrankungen des Mund-, Nasen- und Rachenraums zu beseitigen. Jeder sollte den Tabakkonsum aufgeben (sowohl das Rauchen als auch Kauen von Tabak) und Alkohol nur in Maßen zu sich nehmen. Die Beseitigung von Risikofaktoren hilft bei der Verhinderung eines erneuten Auftretens von Krankheiten bei Personen, die bereits eine Krebstherapie hinter sich haben.

Aktuelle Impfungen gegen HPV richten sich gegen einige der HPV-Stämme, die Krebserkrankungen des Munds und Rachens verursachen. Generelle Impfungen von Kindern können daher die Entstehung einiger dieser Krebserkrankungen verhindern.

Behandlung

  • Operation und/oder Strahlentherapie

  • Manchmal Chemotherapie

  • Palliative Behandlung

Die Behandlung von Mund-, Nasen- und Rachenkrebs beinhaltet in der Regel einen operativen Eingriff und/oder Strahlentherapie. Chemotherapie ist in der Regel nicht die primäre Behandlungsform, wird allerdings gelegentlich mit anderen Behandlungen kombiniert. Da bei der Auswahl der richtigen Behandlung so viele Faktoren eine Rolle spielen, arbeiten Spezialistenteams gemeinsam an der Therapieplanung für einen Betroffenen.

Wenn eine Krebserkrankung nicht einfach zu behandeln ist, sind Maßnahmen zur Schmerzbehandlung und Förderung der Lebensqualität (eine sogenannte palliative Behandlung) wesentlich. Fachärzte für Schmerz- und palliative Versorgung entwickeln Pläne zur Behandlung von Schmerzen, zu Problemen bei der Nahrungsaufnahme, Atemnot durch Sekrete und sonstige Symptome. Die Behandlung kann chirurgische Eingriffe, Strahlen- oder Chemotherapie beinhalten. Falls ein Tumor beispielsweise Schmerzen verursacht, aber nicht chirurgisch entfernt werden kann, kann Bestrahlung den Tumor verkleinern und auf diese Weise die Schmerzen vorübergehend mindern.

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