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Eine zweite Meinung einholen

Von

Michael R. Wasserman

, MD, Los Angeles Jewish Home

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Obwohl Ärzte weitgehend gleich geschult sind, können ihre Ansichten über die Diagnose und Therapie einer Krankheit auseinandergehen. Solche Abweichungen können unter den besten Ärzten auftreten. Unterschiedliche Meinungen treten oft auf, wenn die Vor- und Nachteile einer Therapie nicht absolut klar erwiesen sind. Zum Beispiel können die Meinungen darüber auseinandergehen, ob und wann das prostataspezifische Antigen (PSA) bei Männern, die keine Symptome haben, gemessen werden muss, um festzustellen, ob Prostatakrebs vorliegt. Unterschiedliche Empfehlungen können zudem darauf basieren, wie vertraut ein Arzt mit einer Untersuchung oder Therapie ist bzw. wie bereit er ist, sich auf neue Untersuchungen und Therapien einzulassen.

Aus diesen Gründen kann eine zweite Arztmeinung dem Patienten zusätzlichen Einblick und Informationen über das weitere Vorgehen geben. Falls die zweite Meinung identisch mit der ersten ist, kann sie auf den Patienten beruhigend wirken und seine Ängste abbauen. Falls die Meinungen unterschiedlich sind, können sie gegeneinander abgewogen werden; so kann der Patient letztlich eine fundiertere Entscheidung treffen. Der Patient kann auch eine dritte Meinung einholen, insbesondere wenn die zweite Meinung von der ersten abweicht.

Wie wird eine zweite Meinung eingeholt

  • Der Patient sollte mit seiner Krankenversicherung abklären, ob die Kosten für die Zweitmeinung übernommen werden. In der Regel ist dies der Fall. Er sollte sich zudem nach dem Verfahren erkundigen, das beim Einholen einer zweiten Meinung zu befolgen ist.

  • Der Patient kann seinen Arzt bitten, ihm einen Kollegen oder Spezialisten zu empfehlen. Die meisten Ärzte begrüßen eine zweite Meinung. Der zweite Arzt sollte jedoch nicht mit dem ersten eng zusammenarbeiten, weil er in diesem Fall vielleicht dieselbe Ansicht teilt. Falls der Patient Hemmungen hat, seinen Arzt darum zu bitten, kann er einen anderen Arzt seines Vertrauens fragen. Falls diese Möglichkeit nicht besteht, teilen oftmals Universitätskliniken, medizinische Gesellschaften (etwa das American College of Surgeons) oder Versicherungsgesellschaften Ärztenamen mit.

  • Der Patient sollte vor dem Termin mit dem zweiten Arzt diesem seine Krankenakte zusenden. So hat der Arzt Zeit, die Unterlagen einzusehen. Das vermeidet eine unnötige Wiederholung diagnostischer Untersuchungen. Nach dem Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA – Gesetz zur Portabilität und Verantwortlichkeit in der Krankenversicherung) muss der Patient seinem ursprünglichen Arzt ein schriftliches Einverständnis zur Weiterleitung von Unterlagen und Untersuchungsergebnissen erteilen.

  • Der Patient sollte seine Fragen und Bedenken über seine Krankheit aufschreiben und die Notizen zum Termin mit dem zweiten Arzt zwecks Erörterung mitbringen.

  • Um die zweite Meinung einzuholen, sollte der Patient den Arzt persönlich aufsuchen. Er sollte sich nicht auf das Telefon oder Internet verlassen. Damit die zweite Meinung fundiert ist, sollte der Arzt die Krankenakte sorgfältig durchgehen und alle relevanten körperlichen Untersuchungen durchführen.

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