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Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

(Benigne Prostatahypertrophie)

Von

Gerald L. Andriole

, MD, Barnes-Jewish Hospital, Washington University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Quellen zum Thema

Unter benigner Prostatahyperplasie (BPH) versteht man eine gutartige (benigne) Vergrößerung der Prostata, die das Wasserlassen erschweren kann.

  • Mit zunehmendem Alter vergrößert sich die Prostata.

  • Dadurch kann es zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen kommen und die Häufigkeit und Dringlichkeit des Harndrangs nimmt zu.

  • In der Regel stützt sich eine Diagnose auf die Ergebnisse einer Rektaluntersuchung; u. U. wird auch eine Blutprobe entnommen, um Prostatakrebs auszuschließen.

  • Gegebenenfalls kommen Medikamente zur Entspannung der Muskeln der Prostata und der Harnblase (z. B. Terazosin) oder zur Verkleinerung der Prostata (z. B. Finasterid) zum Einsatz. Manchmal ist jedoch eine Operation erforderlich.

Die Prostata ist eine Drüse, die bei Männern vorkommt; sie liegt direkt unter der Harnblase und umgibt die Harnröhre. Zusammen mit den Samenbläschen in der Nähe produziert diese Drüse einen großen Anteil der Flüssigkeit, aus der das Ejakulat (der Samen) des Mannes besteht. Die Prostata ist walnussgroß bei jungen Männern, vergrößert sich jedoch mit zunehmendem Alter. Eine vergrößerte Prostata drückt allmählich die Harnröhre zusammen und blockiert den Harnabfluss (Harnobstruktion). Der Mann kann hier unter Umständen seine Harnblase nicht vollständig entleeren. Der in der Harnblase zurückbleibende Urin kann die Entstehung von Harnwegsinfektionen (HWI) und Blasensteinen fördern. Wird der Harnabfluss anhaltend behindert, kann das die Harnblase schwächen und letztlich die Nieren schädigen.

Die männlichen Geschlechtsorgane

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Ursachen

Eine benigne Prostatahyperplasie kommt mit zunehmendem Alter häufiger vor, insbesondere bei Männern über 50 Jahren. Die genaue Ursache ist nicht bekannt, wahrscheinlich spielen hormonelle Veränderungen, z. B. Testosteron und insbesondere Dihydrotestosteron (ein mit Testosteron verwandtes Hormon), eine Rolle.

Frei verkäufliche Medikamente gegen Allergien (Antihistaminika) und Nasentropfen können bei Männern mit vergrößerter Prostata den Harnabfluss noch weiter behindern und die Kontraktionsfähigkeit der Harnblase beeinträchtigen. Dadurch kann es zu einer zeitweisen Blockierung des Harnabflusses aus der Blase kommen.

Symptome

Eine benigne Prostatahyperplasie (BPH) verursacht die ersten Symptome, wenn die vergrößerte Prostata beginnt, den Harnfluss zu blockieren. In der Medizin wird hier manchmal von Symptomen des unteren Harntrakts gesprochen, um die verschiedenen Symptome einer vergrößerten Prostata zu beschreiben. Zunächst haben Männer u. U. Startschwierigkeiten beim Wasserlassen und manchmal das Gefühl, es befinde sich noch Restharn in der Blase. Da die Harnblase nicht vollständig entleert wird, müssen Betroffene häufiger urinieren, insbesondere in der Nacht (Nykturie bzw. nächtliche Blasenschwäche). Auch der Harndrang ist möglicherweise verstärkt. Volumen und Stärke des Harnstrahls können deutlich abnehmen; am Ende des Wasserlassens träufelt möglicherweise etwas Urin nach.

Komplikationen

Infolge einer vergrößerten Prostata können andere Beschwerden entstehen, jedoch sind meist nur wenige Männer mit BPH betroffen. Durch die Behinderung des Harnflusses und den Restharn in der Harnblase erhöht sich u. U. der Druck auf die Blase. Der Harnabfluss aus den Nieren verlangsamt sich, wodurch die Nieren verstärkt belastet werden. Der erhöhte Druck kann die Nierenfunktion einschränken, wobei die Folgen bei einer frühen Beseitigung der Harnstauung gewöhnlich nicht bleibend sind.

Bleibt die Harnstauung länger bestehen, kann die Harnblase überdehnt werden, und es entsteht eine Überlaufinkontinenz. Wird die Harnblase gedehnt, dehnen sich auch kleine Venen in Harnblase und Harnröhre. Diese Venen platzen manchmal bei angestrengtem Wasserlassen, wodurch Blut in den Urin gelangt.

Der Harnfluss aus der Harnblase kann vollständig blockiert sein (Harnverhalt), wobei eine Harnentleerung nicht mehr möglich ist. Neben Völlegefühl sind starke Schmerzen im unteren Bauchbereich häufige Folgen. In manchen Fällen treten bei einem Harnverhalt (Harnretention) jedoch nur geringe oder gar keine Symptome auf, bis der Harnverhalt sehr schwerwiegend wird. Ein Harnverhalt kann durch folgende Bedingungen ausgelöst werden:

  • Mangelnde Bewegung (z. B. wegen Bettruhe)

  • Kälteexposition

  • Unterdrücken des Wasserlassens über einen längeren Zeitraum

  • Bestimmte Anästhetika, Alkohol, Amphetamine, Kokain, Opioide oder Mittel mit anticholinerger Wirkung (siehe Randleiste Anticholinergikum: Was bedeutet das?), wie Antihistaminika (Medikamente gegen Allergien) und abschwellende Mittel sowie manche Antidepressiva

Was passiert, wenn sich die Prostata vergrößert?

Bei einer benignen Prostatahyperplasie kommt es zu einer Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata). Die normalerweise walnussgroße Prostata kann so groß wie ein Tennisball werden. Mit zunehmender Größe drückt die Prostata auf die Harnröhre, die den Urin aus dem Körper leitet. In der Folge verlangsamt bzw. verringert sich der Urinfluss.

Was passiert, wenn sich die Prostata vergrößert?

Diagnose

  • Rektale Untersuchung

  • Manchmal Uroflowmetrie

  • Manchmal auch eine Biopsie oder Magnetresonanztomographie (MRT)

Bei einer rektalen Untersuchung lässt sich eine vergrößerte Prostata meist ertasten. Dazu führt der Arzt seinen behandschuhten Finger unter Zuhilfenahme eines Gleitmittels in den Mastdarm (Rektum) des Mannes ein. Die Prostata kann direkt vor dem Rektum ertastet werden. Bei einer vorliegenden benignen Prostatahyperplasie (BPH) ist sie vergrößert, symmetrisch und glatt, aber nicht berührungsempfindlich. Feste oder harte Bereiche können auf Prostatakrebs hinweisen.

Durch Untersuchung einer Urinprobe (Urinanalyse) sollte eine Infektion oder Blutung ausgeschlossen werden. Ergibt die Untersuchung eine vergrößerte Prostata oder zeigt der Patient Symptome einer Harnblockade, wird typischerweise eine Untersuchung zur Bestimmung der Konzentration von Prostata-spezifischem Antigen (PSA) im Blut vorgenommen. Bei Männern mit vergrößerter Prostata sowie bei Prostatakrebs können die PSA-Werte erhöht sein. Ist der PSA-Spiegel erhöht oder fühlt sich die Prostata hart oder knotig an, sind u. U. weitere Untersuchungen nötig, um das Vorhandensein einer Krebserkrankung festzustellen.

Männer, die Symptome einer Harnblockade aufweisen, müssen den Harnstrahl in ein Gerät entleeren, welches das Harnflussvolumen sowie die Rate des Harnflusses misst (Uroflowmetrie). Unmittelbar nach der Uroflowmetrie-Untersuchung wird mittels Ultraschall der Harnblase der Restharn in der Blase bestimmt. Mithilfe dieser beiden Tests werden das Vorhandensein und der Schweregrad der Harnblockade diagnostiziert.

Wenn Ärzte Prostatakrebs vermuten, nutzen sie ggf. eine transrektale Ultraschalluntersuchung (TRUS), die dabei hilft, angemessene Gewebeproben der Prostata für eine Biopsie zu identifizieren. Bei Männern mit hohem oder steigendem PSA-Wert kann eine neuere Technik namens „multiparametrisches MRT“ verwendet werden, um die Diagnose und Behandlung von BPH zu verbessern.

Behandlung

  • Medikamente

  • Mitunter Operation

  • Behandlung der Infektion oder des Harnverhalts vor Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH)

Eine Behandlung ist erst nötig, wenn die Symptome der Prostatavergrößerung unangenehm werden oder die Erkrankung zu Komplikationen wie Harnwegsinfektionen, Beeinträchtigung der Nierenfunktion, Blut im Urin, Harnsteinen oder Harnverhalt führt. Die Einnahme von Medikamenten, welche die Symptome verschlimmern können, wie Opioide und Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung (z. B. viele Antihistaminika und manche Antidepressiva), und sogenannte Sympathomimetika (Medikamente, die im Organismus die gleichen Erscheinungen hervorruft, wie sie durch Erregung eines Teils des vegetativen Nervensystems ausgelöst werden) (einschließlich einiger Erkältungsmittel) sollte, wenn möglich, abgesetzt werden.

Medikamente

Üblicherweise wird zunächst medikamentös behandelt. Alphablocker wie Terazosin, Doxazosin, Tamsulosin, Alfuzosin oder Silodosin entspannen bestimmte Muskeln an Prostata und Blasenausgang und erleichtern so den Harnabfluss. Manche Medikamente (z. B. Finasterid und Dutasterid) können der Wirkung der männlichen Sexualhormone, die für das Wachstum der Prostata verantwortlich sind, entgegenwirken und das vergrößerte Organ wieder verkleinern. Dadurch lassen sich ein operativer Eingriff oder andere Behandlungen oft verzögern oder vermeiden. Allerdings müssen Finasterid und Dutasterid 3 Monate oder länger eingenommen werden, bevor die Symptome abklingen. Außerdem gibt es Fälle, in denen die Einnahme von Finasterid oder Dutasterid zu keiner Linderung der Symptome führt. Manche Männer werden mit Alphablockern in Kombination mit Finasterid oder Dutasterid behandelt.

Viele frei erhältliche ergänzende und alternative Produkte werden zur Behandlung von BPH beworben, aber keines davon, einschließlich Sägepalm hat sich als wirkungsvoll herausgestellt.

Männer mit Erektionsstörung (Impotenz) werden u. U. mit einer täglichen Dosis Tadalafil behandelt, da durch dieses Medikament möglicherweise die Erektionsstörung und die BPH geheilt werden können.

Operation

Sind Medikamente wirkungslos, kann eine Operation durchgeführt werden. Eine Operation bietet die beste Linderung der Symptome, es besteht jedoch das Risiko von Komplikationen. Hier ist der gängigste Eingriff eine transurethrale Resektion der Prostata (TURP), bei der ein Endoskop (schlauchförmiges Sichtprüfungsgerät) in die Harnröhre geschoben wird. Am Endoskop befindet sich ein chirurgisches Instrument, mit dem ein Teil der Prostata entfernt wird. In manchen Fällen wird während einer TURP auch ein Laser eingesetzt. Bei einer TURP wird kein Hautschnitt vorgenommen.

Mögliche Komplikationen einer TURP sind Infektionen und Blutungen. Bei etwa 1 bis 3 Prozent der Patienten entwickelt sich außerdem eine dauerhafte Inkontinenz. Auch eine dauerhafte Erektionsstörung kann eine Folge dieser Operation sein. Wie häufig es zu einer erektilen Dysfunktion kommt, ist nicht bekannt. Manche Experten gehen von einem Risiko von 35 Prozent aus, nach einer TURP eine erektile Dysfunktion zu entwickeln. Die meisten Schätzungen sind jedoch niedriger (5 bis 10 Prozent). Nach einer TURP ejakulieren manche Männer den Samen in die Harnblase anstatt durch die Harnröhre (genannt retrograde Ejakulation). Technische Fortschritte haben jedoch die Sicherheit der TURP sehr verbessert.

Bei etwa 10 Prozent der Patienten muss die TURP innerhalb von 10 Jahren wiederholt werden, weil die Prostata weiter wächst. Bei einer sehr stark vergrößerten Prostata ist eine TURP u. U. nicht möglich und es muss eine invasivere Operation mit einem Bauchschnitt durchgeführt werden.

Verschiedene alternative operative Behandlungsverfahren bieten eine weniger schnelle Symptomlinderung als eine TURP. Bei diesen Behandlungen ist das Komplikationsrisiko allerdings geringer. Bei den meisten dieser Verfahren wird ein Instrument durch die Harnröhre eingeführt. Bei diesen Behandlungen wird das Prostatagewebe mit folgenden Mitteln zerstört:

  • Hitze von Mikrowellen (transurethrale Mikrowellenthermotherapie oder Hyperthermie)

  • Nadel (transurethrale Nadelablation)

  • Radiofrequenzwellen (Radiofrequenzwellen-Vaporisation)

  • Ultraschall (hochintensiver fokussierter Ultraschall; in den Vereinigten Staaten zur Behandlung von BPH nicht zugelassen)

  • Elektrische Vaporisation (transurethrale Elektrovaporisation)

  • Laser (Lasertherapie)

  • Neuere Behandlungen, wie das Spritzen von heißem Wasser unter Druck in die Prostata oder das Einsetzen von Geräten durch den Penis, um den inneren Teil der Harnröhre zu stützen

Komplikationen

Es kann erforderlich sein, dass die Beschwerden, die durch die Harnblockade entstanden sind, behandelt werden müssen, bevor die Prostatavergrößerung definitiv behandelt werden kann. Ein Harnverhalt wird behandelt, indem die Blase mittels Katheter, der in die Harnröhre eingeführt wird, entleert wird. Infektionen können mit Antibiotika behandelt werden.

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