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Mumps-Virus

(Parotitis epidemica)

Von

Brenda L. Tesini

, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2019| Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Quellen zum Thema

Mumps ist eine ansteckende Virusinfektion, die zu einer schmerzhaften Schwellung der Speicheldrüsen führt. Die Infektion kann auch die Hoden, das Gehirn und die Bauchspeicheldrüse befallen, insbesondere bei Erwachsenen.

  • Mumps wird durch ein Virus ausgelöst.

  • Zu den Symptomen gehören Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, allgemeines Krankheitsgefühl, gefolgt von einer Schwellung der Speicheldrüsen.

  • Die Diagnose stützt sich typischerweise auf die Symptome.

  • Die meisten Kinder werden ohne ernste Komplikationen wieder gesund; in manchen Fällen kann eine Infektion aber zu Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Enzephalitis führen.

  • Eine Standardimpfung kann die Infektion verhindern.

  • Die Behandlung zielt auf eine Linderung von Symptomen ab.

Mumps wird durch das Einatmen von Tröpfchen, die von infizierten Personen ausgehustet wurden, oder durch direkten Kontakt mit Material, das mit infiziertem Speichel verunreinigt ist, verbreitet. Mumps ist weniger ansteckend als Masern oder Windpocken. In dicht besiedelten Gebieten tritt die Krankheit das ganze Jahr über auf, am häufigsten jedoch im späteren Winter und im Vorfrühling.

Wenn sich viele nicht immune Personen auf engem Raum befinden, kann es zu Epidemien kommen. Bei geimpften Personen kam es jedoch zu kleineren Ausbrüchen. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass manche Personen (etwa 10 bis 12 Prozent) nach der Impfung keine Immunität entwickeln und bei anderen die Immunität mit der Zeit nachlassen kann. Einige Menschen schließen die Impfung vielleicht nicht ab. Vor Einführung der Grundimmunisierung trat Mumps am häufigsten bei Schulkindern auf. Heute ist die Infektion jedoch aufgrund der immer schlechter werdenden Immunisierung bei Jugendlichen und Erwachsenen häufiger geworden.

Im Jahr 1967, bevor Kinder routinemäßig gegen Mumps geimpft wurden, gab es in den Vereinigten Staaten 186.000 Fälle von Mumps. Seit Einführung der Impfung ist die Anzahl der Fälle erheblich gesunken. Mumps tritt jedoch immer noch auf. Im Jahr 2006 führte eine Mumps-Epidemie im mittleren Westen der USA zu über 6.584 Erkrankungen. Am häufigsten betroffen waren junge Erwachsene, was die weitere Notwendigkeit der Impfungen bestätigte. Seit der Zeit haben sporadische Epidemien, vor allem in Studentenwohnheimen und in anderen bevölkerungsdichten Gemeinden zu Fallzahlen geführt, die von nur 229 im Jahr 2012 bis zu sage und schreibe 6.109 im Jahr 2017 schwankten.

Die Infektion tritt bei Kindern unter 2 Jahren, insbesondere unter 1 Jahr, normalerweise nicht auf. Eine Infektion mit dem Mumpsvirus verleiht in der Regel lebenslange Immunität.

Wie die Masern kann auch Mumps durch Reisende oder Immigranten eingeschleppt werden, die die Infektion dann übertragen. Dies kommt vor allem an Orten vor, an denen viele Personen zusammenkommen (wie einem Studentenwohnheim) oder in Gemeinschaften, die absichtlich den Kontakt mit Außenstehenden meiden (wie traditionell fromme jüdische Gemeinden, amische oder Menonniten-Gemeinden).

Lage der großen Speicheldrüsen

Lage der großen Speicheldrüsen

Symptome

Die ersten Mumpssymptome treten 12 bis 24 Tage nach der Infektion auf. Bei etwa einem Viertel der Betroffenen kommt es jedoch zu keinen Symptomen. Die meisten Kinder bekommen Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, ein allgemeines Krankheitsgefühl und niedriges bis mäßiges Fieber. 12 bis 24 Stunden nach Auftreten der Symptome beginnen die Speicheldrüsen anzuschwellen. Am zweiten Tag erreicht die Schwellung ihren Höhepunkt, um nach etwa 5 bis 7 Tagen wieder abzuklingen.

Bei manchen Kindern tritt als einziges Symptom die Schwellung der Speicheldrüsen auf. Die Schwellung verursacht Schmerzen beim Kauen oder Schlucken, insbesondere beim Schlucken von säurehaltigen Flüssigkeiten wie Zitrusfruchtsäften. Die Speicheldrüsen sind druckempfindlich. In diesem Stadium steigt die Körpertemperatur gewöhnlich auf etwa 39,5 oder 40 °C, und das Fieber hält 1 bis 3 Tage an.

Komplikationen bei Mumps

Neben den Speicheldrüsen können noch andere Organe von Mumps betroffen sein, unter anderem:

  • Hoden

  • Gehirn und Gewebe, welches das Gehirn umgibt

  • Die Bauchspeicheldrüse

Etwa 20 Prozent der männlichen Patienten, die nach der Pubertät Mumps bekommen, entwickeln eine ein- oder beidseitige Hodenentzündung (Orchitis). Eine Entzündung der Hoden verursacht Schwellungen und ist sehr schmerzhaft. Nach dem Abheilen kann der betroffene Hoden kleiner sein, doch die Testosteron-Produktion und die Fruchtbarkeit sind im Normalfall nicht eingeschränkt. Bei Frauen wird eine Entzündung der Eierstöcke (Oophoritis) seltener festgestellt. Sie ist weniger schmerzhaft und wirkt sich nicht auf die Fruchtbarkeit aus.

Bei 1 bis 10 Prozent der Menschen führt Mumps zu einer Entzündung der Gewebeschichten, die das Gehirn umgeben (Hirnhautentzündung). Symptome von Meningitis (Hirnhautentzündung) sind Kopfschmerzen, Erbrechen und ein steifer Nacken. Bei 1 von 1.000 bis 5.000 Menschen führt Mumps zu einer Gehirnentzündung (Enzephalitis). Symptome von Enzephalitis sind Benommenheit, Koma oder Krampfanfälle. Die meisten Menschen werden wieder vollständig gesund, doch bei manchen ist eine meist einseitig auftretende, dauerhafte Nerven- oder Hirnschädigung die Folge, wie etwa Taubheit oder Lähmung der Gesichtsmuskeln. Man geht davon aus, dass Mumps eine der Hauptursachen für einseitige Taubheit bei Kindern in Teilen der Welt ist, wo die Impfraten niedrig sind.

Gegen Ende der ersten Woche kann eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) auftreten. Diese kann Bauchschmerzen, starke Übelkeit und Erbrechen verursachen. Die Symptome verschwinden im Verlauf einer Woche wieder, meist erholt sich der Patient vollständig.

Es gibt weitere Komplikationen wie eine Schwellung der Leber, der Nieren oder des Herzmuskels, die aber extrem selten auftreten. Alle Komplikationen treten seltener bei Menschen auf, die bereits geimpft wurden.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Laboruntersuchungen

Mumps wird diagnostiziert, wenn die typischen Symptome auftreten, insbesondere während einer Mumps-Epidemie.

Zur Identifikation des Mumpsvirus und der Antikörper können Labortests durchgeführt werden. Solche Tests können zur Bestätigung der Diagnose zum Einsatz kommen und werden normalerweise durchgeführt, um Epidemien für Zwecke der öffentlichen Gesundheit zu erfassen.

Bei Anzeichen von Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Enzephalitis wird eine Spinalpunktion durchgeführt.

Prognose

Beinahe alle Kinder erholen sich vollständig und ohne Probleme, doch in seltenen Fällen verschlimmern sich die Symptome nach 2 Wochen wieder.

Vorbeugung

  • Mumpsimpfstoff

Die erste Dosis der Mumpsimpfung gehört zur Grundimmunisierung im Kindesalter und wird erstmals zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat verabreicht. Die zweite Dosis wird im Alter zwischen 4 und 6 Jahren verabreicht. Es kommt ein Kombinationsimpfstoff zum Einsatz. Die Kombination enthält Impfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) und manchmal auch gegen Varizellen (Windpocken). Gegen Mumps gibt es keinen Einzelimpfstoff mehr. Bei einer Epidemie können bereits geimpfte Personen, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Mumps tragen (z. B. Hochschulstudenten oder andere, die in Gebieten leben, in denen Mumps ausgebrochen ist), eine dritte Dosis erhalten.

Alle ab 1957 geborenen Erwachsenen sollten eine Dosis erhalten, wenn bei ihnen bisher keine Mumpserkrankung ärztlich bestätigt wurde. Schwangere und Personen mit einem geschwächten Immunsystem sollten keinen Lebendimpfstoff gegen Mumps erhalten.

Behandlung

  • Acetaminophen oder Ibuprofen bei Beschwerden

Gegen Mumps gibt es keine spezifische Behandlung. Um Schmerzen zu vermeiden, sollten erkrankte Kinder weiche Kost erhalten und kauintensive oder säurehaltige Nahrungsmittel vermeiden. Gegen Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein können schmerzlindernde Mittel wie Acetaminophen oder Ibuprofen gegeben werden.

Bei Hodenentzündung wird Bettruhe verordnet. Um die Spannung zu verringern, kann ein Suspensorium getragen werden, oder der Hodensack wird auf einer Brücke aus Klebeband, die zwischen den Oberschenkeln angebracht wird, platziert. Die Schmerzen lassen sich außerdem durch kühle Auflagen lindern.

Wenn eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) starke Übelkeit und Erbrechen verursacht, darf einige Tage nichts gegessen und getrunken werden. Flüssigkeit kann intravenös zugeführt werden. Kinder mit Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Enzephalitis erhalten in manchen Fällen intravenös Flüssigkeit und müssen Acetaminophen oder Ibuprofen gegen das Fieber oder die Kopfschmerzen einnehmen. Treten Krampfanfälle auf, können krampflösende Mittel gegeben werden.

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