Unter nicht-suizidaler Selbstverletzung versteht man eine absichtliche Verletzung, die nicht zum Tode führen soll, Beispiele dafür sind oberflächliches Ritzen, Schneiden oder Verbrennen der Haut (mit Zigaretten oder Lockenstab) sowie Stechen, Schlagen und wiederholtes Schaben der Haut mit einem Radierer.
Eine nicht-suizidale Selbstverletzung (NSSI) bezeichnet eine absichtliche Handlung mit dem Ziel, sich selbst körperlichen Schaden zuzufügen, ohne die Absicht, das eigene Leben zu beenden. Einige, aber nicht alle Jugendlichen, die eine nicht-suizidale Selbstverletzung begehen, haben andere Erkrankungen wie affektive Störungen, Angststörungen, geringes Selbstwertgefühl, Essstörungen, PTBS, Persönlichkeitsstörungen und Substanzgebrauchsstörungen.
Kinder und Jugendliche, die eine NSSI zeigen, können sich selbst verletzen, indem sie sich ohne Selbstmordabsicht schneiden, verbrennen, schlagen oder auf andere Art und Weise selbst verletzen. Bei vielen Jugendlichen deuten selbstverletzende Verhaltensweisen nicht auf Suizidalität hin, sondern sind Handlungen, um sich selbst zu bestrafen, was die Patienten ihrer Meinung nach auch verdient haben. Diese Verhaltensweisen werden genutzt, um die Aufmerksamkeit der Eltern und/oder anderer wichtiger Personen zu gewinnen, Wut auszudrücken, negative Emotionen zu regulieren oder sich mit Gleichaltrigen zu identifizieren. Diese Jugendlichen, insbesondere diejenigen, die mehrere Methoden der Selbstverletzung angewendet haben, haben wahrscheinlich andere psychiatrische Erkrankungen und ein erhöhtes Selbstmordrisiko.
Patienten verletzen sich häufig wiederholt in einer einzigen Sitzung und verursachen mehrere Wunden an derselben Stelle, typischerweise in leicht zu verbergenden, aber zugänglichen Bereichen (z. B. Unterarme, Vorderseite der Oberschenkel). Das Verhalten wird häufig wiederholt, was zu ausgedehnten Vernarbungsmustern führt. Die Gedanken der Patienten befassen sich häufig mit den verletzenden Handlungen.
Die Beweggründe für nicht-suizidale Selbstverletzung sind unklar, aber die Selbstverletzung kann
Eine Form darstellen, eine Spannung oder Negativgefühle zu verringern
Eine Form darstellen, zwischenmenschliche Konflikte zu lösen
Eine Form von Selbstbestrafung für subjektive Schuldzuweisung darstellen
Ein Schrei nach Hilfe sein
Diagnose von nicht-suizidaler Selbstverletzung bei Kindern und Jugendlichen
Beurteilung durch einen Arzt (oder einen Verhaltenstherapeuten)
Ausschließen von Suizidverhalten
Alle Kinder und Jugendlichen, die sich absichtlich selbst verletzen, sollten von einer Fachkraft für psychische Gesundheit untersucht werden, die Erfahrung in der Arbeit mit psychischen Gesundheitsproblemen bei Jugendlichen hat. Der Arzt versucht festzustellen, ob ein Suizidrisiko besteht und das zugrundeliegende Problem zu erfassen, das dazu geführt hat. Ärzte versuchen herauszufinden, ob das Kind oder der Jugendliche Minderwertigkeitsgefühle oder andere psychische Probleme hat, wie z. B. Angststörungen, affektive Störungen, Essstörungen, Drogenkonsum oder ein Trauma.
Um eine nicht-suizidale Selbstverletzung zu diagnostizieren, müssen Ärzte Suizidverhalten ausschließen und feststellen, dass selbst zugefügte körperliche Schäden (wie Schneiden oder Verbrennen) mindestens fünfmal im vergangenen Jahr aufgetreten sind, keine Selbstmordabsicht dahinter steckt und die Verletzungen hauptsächlich stattgefunden haben, um sich von negativen Gefühlen zu befreien, zwischenmenschliche Probleme zu lösen oder positive Gefühle zu empfinden.
Behandlung von nicht-suizidaler Selbstverletzung bei Kindern und Jugendlichen
Einzeltherapie (und manchmal Gruppentherapie)
Selten Medikamente
Behandlung anderer Störungen
Die Behandlung umfasst in der Regel eine Einzeltherapie (und manchmal auch eine Gruppentherapie). Die Therapie umfasst typischerweise eine Kombination von Techniken wie kognitive Verhaltenstherapie und Unterstützung durch die Familie, die darauf abzielen, den zugrunde liegenden emotionalen Problemen zu begegnen und gesündere Bewältigungsstrategien zu entwickeln. In seltenen Fällen haben sich Medikamente als wirksam erwiesen.
Die kognitive Verhaltenstherapie wird normalerweise ambulant und in Einzelsitzungen durchgeführt, kann aber auch in Gruppen oder stationär stattfinden. Die Therapie konzentriert sich darauf, den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, wie sie sich ihrer Gefühle bewusster werden, wie sie negative Gefühle als Teil des Lebens akzeptieren lernen, wie sie auf angemessenere Weise mit Stress umgehen lernen, und wie man dem Drang zu selbstzerstörerischem Verhalten widersteht.
Nachfolgetermine sollten vereinbart werden.
