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Kommunikationsstörungen bei Kindern

Von

Udayan K. Shah

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2019| Inhalt zuletzt geändert Feb 2019
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Eine Kommunikationsstörung kann das Hörvermögen, die Stimme, das Sprechen, die Sprache oder eine Kombination dieser Fähigkeiten betreffen.

Über 10 Prozent der Kinder sind von Kommunikationsstörungen betroffen. Eine Störung in einem Kommunikationsbereich kann einen anderen Bereich beeinflussen. Beispielsweise wird durch einen Hörschaden die Fähigkeit gestört, die Tonlage und den Klang der Stimme anzupassen und dies kann zu einer Sprachstörung führen. Ein durch eine Ohrenentzündung verursachter Hörschaden kann die Sprachentwicklung beeinflussen. Alle Kommunikationsstörungen, darunter Sprachstörungen, können sich auf die schulische Leistung und soziale Beziehungen auswirken.

Es gibt verschiedene Formen.

Hörschäden

Stimmstörungen

Über 6 Prozent der Schulkinder haben Stimmprobleme, meist Heiserkeit. Diese Probleme resultieren normalerweise von einer langfristigen Überbeanspruchung der Stimme, einem zu lauten Sprechen oder einer Kombination aus diesen. Viele Kinder mit Stimmproblemen haben kleine Stimmbandpolypen, -knötchen, -granulome und -papillome . Es ist nicht bekannt, inwiefern die Stimmprobleme zur Entstehung der Knötchen bzw. die Knötchen zur Entstehung der Stimmprobleme beitragen.

Die Knötchen lassen sich meist durch Stimmtherapien behandeln und erfordern nur in seltenen Fällen eine Operation.

Sprachstörungen

Diese Störung erschwert die Erzeugung eines Sprachlauts. Dadurch fällt es Kindern schwer, sich auf verständliche Weise mitzuteilen. Etwa 5 Prozent der Kinder im ersten Schuljahr haben Sprachstörungen. Sprachstörungen umfassen folgende Schwierigkeiten:

  • Hypernasale Sprache oder durch die Nase sprechen: Diese Störung wird typischerweise durch eine Gaumenspalte oder andere Gesichtsdefekte verursacht.

  • Stottern: Das Entwicklungsstottern ist die übliche Form des Stotterns und beginnt normalerweise im Alter von 2 bis 5 Jahren und tritt bei Jungen häufiger auf. Die Ursache für das Stottern ist unbekannt, allerdings tritt es familiär gehäuft auf. Erkrankungen des Nervensystems sind keine häufigen Ursachen.

  • Artikulationsstörungen: Kinder mit diesen Störungen haben Schwierigkeiten bei der Erzeugung von Tönen, da die Kontrolle und Koordination der Sprachmuskeln schwerfällt. Die meisten Kinder mit einer Artikulationsstörung haben keine erkennbare körperliche Ursache. Manche weisen jedoch eine Erkrankung des Nervensystems auf, die die Koordination der Sprechmuskeln hemmt. Die beeinträchtige Muskelkoordination kann auch zu Schwierigkeiten beim Schlucken (Dysphagie) führen, die vor den Problemen beim Sprechen auftreten. Hörschäden sowie Defekte an Zunge, Lippe oder Gaumen können die Artikulation ebenfalls beeinträchtigen.

Eine Sprachtherapie ist bei vielen Sprachstörungen hilfreich. Eine Gaumenspalte wird fast immer operativ repariert, in der Regel ist jedoch auch eine Sprachtherapie notwendig.

Sprachentwicklungsstörungen

Der Sprachgebrauch, das Verständnis oder der Ausdruck von Sprache kann bei sonst gesunden Kindern beeinträchtigt sein (sog. spezifische Sprachentwicklungsstörung). Dadurch ist die Ausdrucksfähigkeit stark eingeschränkt und begrenzt soziale, Bildungs- und berufliche Möglichkeiten. Diese Störung betrifft etwa 5 Prozent der Kinder und kommt bei Jungen häufiger vor. Sie lässt sich oft auf veränderte Gene zurückführen. Alternativ können sich Sprachprobleme auch aufgrund anderer Störungen entwickeln, wie einer Hirnverletzung, intellektuellen Behinderung, eines Hörschadens, Misshandlung oder Vernachlässigung, Autismus oder Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung.

Einige Kinder verlieren diese Störung von selbst. Andere benötigen hingegen eine Sprachtherapie. Diese ist jedoch nicht immer erfolgreich.

Diagnose

Zur Diagnose von Sprachstörungen werden Mund, Ohren und Nase untersucht. Hörtests werden durchgeführt und das Nervensystem wird bewertet. Bei Verdacht auf eine Sprachstörung untersuchen Ärzte unter Umständen den Kehlkopf mit einem Spiegel oder einem dünnen, flexiblen Betrachtungstubus (als Naso-Pharyngo-Laryngoskop bezeichnet), der durch die Nase eingeführt wird.

Sprachstörungen werden diagnostiziert, indem die Sprachfähigkeit des Kindes mit der zu erwartenden Sprachfähigkeit in dessen Alter verglichen wird.

Eltern und Betreuungspersonen sollten bei Kindern auf Kommunikationsschwierigkeiten achten und einen Arzt aufsuchen, wenn sie ein Problem vermuten. Es sind Checklisten mit Anhaltspunkten zur Kommunikationsentwicklung von Kindern verfügbar, die Eltern und Betreuungspersonen bei der Erkennung von Problemen helfen können. Wenn Kinder z. B. bis zu ihrem 1. Geburtstag nicht mindestens zwei Wörter sagen können, haben sie möglicherweise eine Kommunikationsstörung.

Weitere Informationen

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