Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

Lädt...

Überblick über Menstruationsstörungen

Von

JoAnn V. Pinkerton

, MD, University of Virginia Health System

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Quellen zum Thema

Der Beginn der Menstruation in der Pubertät, Rhythmus und Dauer der Menstruationszyklen während der fruchtbaren Jahre und das Ende der Menstruation mit den Wechseljahren, die sogenannte Menopause (die gewöhnlich 12 Monate nach der letzten Periode einer Frau abgeschlossen ist), werden durch ein kompliziertes Wechselspiel von Hormonen geregelt.

Diese hormonellen Wechselwirkungen, welche die Menstruation steuern, treten in folgender Reihenfolge auf:

  • Der Hypothalamus (ein Teil des Hirns, das die Hormonaktivität koordiniert und steuert) setzt Gonadotropin freisetzende Hormone schubweise frei.

  • Das Gonadotropin freisetzende Hormon regt die Hypophyse an, zwei Hormone zu produzieren, die Gonadotropine genannt werden: das luteinisierende Hormon und das follikelstimulierende Hormon.

  • Das luteinisierende Hormon und das follikelstimulierende Hormon regen die Eierstöcke an.

  • Die Eierstöcke produzieren die weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron, die schließlich die Menstruation steuern.

Auch Hormone aus anderen Drüsen, wie den Nebennieren und der Schilddrüse, können die Funktion der Eierstöcke und die Menstruation beeinflussen.

Veränderungen während des Menstruationszyklus

Veränderungen während des Menstruationszyklus

Der Menstruationszyklus wird von Hormonen gesteuert, die in enger Wechselwirkung zueinander stehen: luteinisierende Hormone, follikelstimulierende Hormone sowie die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron.

Ein Menstruationszyklus hat drei Abschnitte:

  • Follikelphase (vor dem Eisprung)

  • Ovulationsphase (Eisprung)

  • Lutealphase (nach dem Eisprung)

Der Zyklus beginnt am ersten Tag der Menstruationsblutung (Periode), d. h. am ersten Tag der Follikelphase.

Sobald die Follikelphase beginnt, sinkt der Östrogen- und Progesteronspiegel. Infolgedessen werden die oberen Schichten der verdickten Schleimhaut in der Gebärmutter (Endometrium) abgebaut und abgestoßen. Die Menstruationsblutung tritt ein. Währenddessen steigt der Spiegel des follikelstimulierenden Hormons leicht an und leitet die Entwicklung von Follikeln in den Eierstöcken ein. Jeder Follikel enthält ein Ei. Wenn der Spiegel des follikelstimulierenden Hormons zu einem spätern Zeitpunkt in dieser Phase sinkt, reift nur ein Follikel weiter. Dieser Follikel erzeugt Östrogen.

Die Ovulationsphase beginnt mit einem Anstieg des luteinisierenden Hormons und des follikelstimulierenden Hormons. Das luteinisierende Hormon regt den Eisprung (Ovulation) an, der gewöhnlich 16 bis 32 Stunden nach Beginn des Hormonanstiegs stattfindet. Der Östrogenspiegel erreicht während dieses Anstiegs seinen Höhepunkt, und der Progesteronspiegel beginnt zu sinken.

Während der Lutealphase sinken die Spiegel der luteinisierenden und follikelstimulierenden Hormone. Nach dem Eisprung schließt sich der gerissene Follikel wieder und bildet den Gelbkörper (Corpus luteum), der Progesteron ausscheidet. Während des Großteils dieser Phase ist der Östrogenspiegel hoch. Durch Progesteron und Östrogen verdickt sich die Gebärmutterschleimhaut stärker und bereitet sich auf die Follikelbefruchtung vor. Bleibt das Ei unbefruchtet, bildet sich der Gelbkörper zurück und produziert kein Progesteron mehr, der Östrogen-spiegel sinkt, die oberen Schichten der Schleimhaut werden abgebaut und abgestoßen und die Menstruationsblutung tritt ein (der Beginn eines neuen Menstruationszyklus).

Tabelle
icon

Medizinische Fachbegriffe für Menstruationsstörungen*

Bezeichnung

Beschreibung

Keine Perioden

Dysmenorrhö

Regelschmerzen oder schmerzhafte Perioden

Hypomenorrhö

Ungewöhnlich leichte Periode

Menometrorrhagie

Schwere Blutungen während der Menstruationsperioden und Blutung, die häufiger und unregelmäßig zwischen Perioden auftritt

Menorrhagie (Hypermenorrhö)

Ungewöhnlich lange und/oder starke Blutungen

Metrorrhagie

Blutungen, die häufig und unregelmäßig zwischen Perioden auftritt

Oligomenorrhö

Ungewöhnlich seltene Menstruation

Polymenorrhö

Ungewöhnlich häufige Perioden

Postmenopausale Blutungen

Blutung, die nach der Menopause auftritt

Schwere psychische Symptome, die vor dem Beginn einer Periode auftreten, zu Beginn oder kurz nach Beginn der Periode enden und die täglichen Aktivitäten und/oder Beziehungen behindern

Psychische und körperliche Symptome, die vor Beginn einer Periode auftreten

Primäre Amenorrhö

Keine Periode (in der Pubertät)

Sekundäre Amenorrhö

Perioden, die aufgehört haben

* Durch das Aufgliedern der Worte in ihre Bestandteile lassen sich diese leichter entziffern: a = nein; dys = schmerzhaft (oder nicht normal); hypo = fehlend (oder unter dem Normalwert); men = Monat; metro = Gebärmutter; oligo = wenig oder unzureichend; poly = viele oder viel; post = nach; prä = vor; rhagie = aufbrechen; rrhö = fließen.

Im gebärfähigen Alter können besonders starke, leichte, lange, häufige und unregelmäßige Blutungen als auffällig gelten. Vor der Pubertät und nach der Menopause gelten alle Blutungen aus der Scheide als abklärungsbedürftig. Die meisten Ursachen einer auffälligen Scheidenblutung gelten als ernsthaft.

Menstruelle Störungen sind unter anderem:

Einige Störungen, die sich auf die Fortpflanzungsorgane, aber nicht speziell auf den Menstruationszyklus beziehen, verursachen einige derselben Ursachen wie Menstruationsstörungen. Zu diesen Erkrankungen zählen:

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Chorionzottenbiopsie
Video
Chorionzottenbiopsie
Während der Schwangerschaft beherbergt und schützt die Gebärmutter für ungefähr neun Monate...
3D-Modelle
Alle anzeigen
Anatomie des weiblichen Beckens
3D-Modell
Anatomie des weiblichen Beckens

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN